Klimaaktivistin im WA-Gespräch
Greta Thunberg wird im Klima-Camp in Hamm deutlich: „Eine Schande“ – Live-Ticker
Eine Groß-Demo und ein Klima-Camp sorgen für einen der größten Polizeieinsätze in der Geschichte von Hamm. Alle Entwicklungen im Live-Ticker.
Dieser Live-Ticker ist beendet. Alle neuen Entwicklungen rund um das Klima-Camp und die angekündigten Stör-Aktionen finden Sie in unserem neuen Ticker.
Update vom 28. Mai, 18.48 Uhr: Trotz ihrer globalen Bekanntheit erwartet Greta Thunberg im Klima-Camp im Lippepark keine Promi-Behandlung. Im Gespräch mit unserer Redaktion betont die Klimaaktivistin, dass sie natürlich wie alle anderen im Camp unterkommen werde: „Wo sollte ich sonst bleiben?“ Wie alle Menschen vor Ort wolle sie zum Protest beitragen. „Außerdem möchten wir sicherstellen, dass es sich nicht um ein einmaliges Camp handelt, sondern um eine Fortsetzung einer sehr langen Klimagerechtigkeitsarbeit, welche von Gruppen wie Ende Gelände geleistet wird. Es wird sicherlich nicht die letzte Aktion sein.“
Zudem fand sie deutliche Worte für die Politik in Deutschland: „Es ist wichtig, dass wir Deutschlands Verantwortung in der Klimakrise hervorheben. Die fossile Energieinfrastruktur, die Militarisierung und sozial ungerechte Politik haben über eine lange Zeit sehr stark zur Eskalation der Klimakrise beigetragen, welche schon heute Menschen tötet, und es wird noch viel, viel schlimmer.“
Das Handeln der Politiker sei ein „kompletter Verrat an Menschen, die schon heute unter Krisen leiden“, sowie an zukünftigen Generationen. Soziale Krisen, Genozide, Ungleichheiten und Umweltdesaster seien von den Machthabern vorangetrieben worden. Deutschland habe sich „sehr bewusst“ in einer Art und Weise verhalten, welche die Lebensumstände von Menschen verwüstet – „heute und in der Zukunft“, sagt sie. „Die Repressionen, welchen sich Menschen ausgesetzt sehen, die sich für Menschenrechte und die Einhaltung internationaler Gesetze einsetzen, sind eine Schande. Es ist eine Schande, wie Deutschland sich zum wiederholten Mal dazu entscheidet, auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen.“
Greta Thunberg im Klima-Camp in Hamm angekommen
Update vom 28. Mai, 17.13 Uhr: Tatsächlich: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ist für den Klima-Protest nach Hamm gereist. Mittlerweile ist sie im Camp angekommen, wie ein WA-Reporter vor Ort berichtet.
Update vom 28. Mai, 16.06 Uhr: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ist in Hamm eingetroffen. Nach Informationen von wa.de ist Thunberg seit dem Nachmittag in der Stadt und zu Fuß auf dem Weg zum Klima-Camp im Lippepark. Thunberg ist die Gründerin von Fridays for Future und das international bekannteste Gesicht der Klimabewegung. Zuletzt hatte sie für Schlagzeilen durch ihr Engagement im Nahostkonflikt gesorgt.
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Immer mehr Aktivisten treffen ein
Update vom 28. Mai, 14.53 Uhr: Tierische Produkte kommen im Klima-Camp nicht auf den Teller. Die Teilnehmer ernähren sich während des Protests im Lippepark ausschließlich vegan. Finanziert wird das Ganze durch Spenden.
Update vom 28. Mai, 14.44 Uhr: In den kommenden Stunden werden weitere Aktivisten aus dem Ausland in Hamm ankommen. Unter anderem reisen zwei Busse aus Schweden, Norwegen und Finnland an. Ihre Ankunft ist für die Nacht zu Freitag zu erwarten.
Aktivisten nennen Gründe für Protest: „Gas ist eine Risikotechnologie“
Update vom 28. Mai, 13.40 Uhr: In einer Pressemitteilung gehen die Klimaaktivisten näher auf den Anlass für den Protest ein:
Tomke Jansen, Sprecherin von Ende Gelände: „Gas ist in jeder Hinsicht eine Risikotechnologie: Gas ist ein Klimakiller und Brandbeschleuniger für ökologische und soziale Zerstörung! Gas ist die teuerste Art, Strom zu erzeugen. Gas macht uns abhängig und erpressbar von Autokraten – früher Putin und nun Trump. Genauso abhängig werden wir von Energiekonzernen, die für private Profite die Preisspirale immer weiter eskalieren lassen. Gas verteilt Reichtum von unten nach oben! Dafür zahlen wir nicht länger. Wir wollen selbst entscheiden, wie und für wen Energie erzeugt wird, und kämpfen für eine Vergesellschaftung der Energiekonzerne!“
Ina-Maria Shikongo, Klimaaktivistin aus Namibia: „Es ist zutiefst heuchlerisch, fossiles Gas als ‚natürlich‘ zu vermarkten. Seine Förderung bedroht Ökosysteme wie das Kavango-Becken, aus dem sich das Okavango-Delta speist und erhält. Unser Wasser, unser Erbe, unsere Gemeinschaften und unsere Zukunft werden für kurzfristigen Profit geopfert Gleichzeitig werden koloniale Ausbeutungsmodelle fortgeführt, anstatt auf Gerechtigkeit oder Nachhaltigkeit zu setzen.“
Juan Pablo Gutiérrez, Klima- und Menschenrechtsaktivist aus Südamerika: „Militarisierung und Rohstoffraub sind zwei Gesichter derselben Logik: Die Kontrolle von Gebieten, die Sicherung von Ressourcen und die Herrschaft über das Leben durch Angst. Während Wälder brennen und ganze Gebiete austrocknen, stellen europäische Regierungen nun weiter Milliardenbeträge für die militärische Aufrüstung und neue Energieprojekte bereit. Es wird aber keinen Frieden geben, solange die Weltwirtschaft weiterhin auf Energieausbeutung und Machtkonkurrenz ausgerichtet ist.“
Jürgen Blümer, langjähriges Mitglied verschiedener Klimabündnisse und Mitorganisator des Hammer Klimacamps: „Die Menschen hier in Hamm haben immer wieder erlebt, wie kurzfristige Interessen fossiler Konzerne über ihre Lebensrealität gestellt wurden. Als lokale Initiativen haben wir bereits vor 10 Jahren erfolgreich Gasbohrungen verhindert und damit gezeigt, dass wir für eine andere Energiezukunft einstehen. Diesen vielfältigen und bunten Protest führen wir auch jetzt fort und werden als breites Bündnis Katherina Reiches Plänen einen Strich durch die Rechnung machen!“
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Hunderte Aktivisten aus dem Ausland
Update vom 28. Mai, 13.22 Uhr: Das Klima-Camp im Lippepark hat sich mittlerweile deutlich gefüllt. Vor der Essensausgabe bildet sich eine lange Schlange. Nach Schätzungen eines WA-Reporters vor Ort hat sich die Teilnehmerzahl seit dem Vortag mindestens verdoppelt. Vor wenigen Augenblicken kam zudem noch ein Bus voller Menschen aus Belgien und Frankreich an. Nach Angaben von Ende Gelände werden rund 500 international angereiste Aktivisten zum Camp und den Aktionstagen erwartet.
Update vom 28. Mai, 12.56 Uhr: Die Aktivisten von Ende Gelände haben für diesen Freitag mehrere Aktionen „zivilen Ungehorsams“ angekündigt – an „Orten der Zerstörung“ in Hamm, aber auch in der Umgebung von Hamm. Bei verschiedenen Aktionen werden etwa 1500 Aktivisten aus dem In- und Ausland im Einsatz sein. Genaue Zeiten und Orte nannte Ende Gelände nicht, es werden aber Orte fossiler Energieträger sein.
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Aktivisten gehen auf Passanten und Nachbarn zu
Update vom 28. Mai, 12.52 Uhr: Die Aktivisten gehen auch immer wieder in den Austausch mit Passanten. Viele Nachbarn haben ihre Sorgen vor dem Klima-Camp mittlerweile abgelegt. Doch die große Demo am Wochenende macht ihnen weiter Angst.
Update vom 28. Mai, 12.21 Uhr: Die Groß-Demo am Samstag hat Auswirkungen auf das ebenfalls am Samstag anstehende zweite Finale von SK Germania Herringen um die Rollhockey-Meisterschaft. Mehr dazu lesen Sie hier.
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Aktivisten üben Blockaden
Update vom 28. Mai, 12.03: Schon jetzt lässt sich vor Ort sehen, wie die Blockaden bei den Aktionen aussehen könnten. Solche Blockaden können nach Angaben der Aktivisten mehrere Stunden dauern. Die Polizei werde versuchen, diese Punkte aufzuräumen. Durch spezielle Techniken wolle man es ihnen so schwer wie möglich machen. Dazu zählt etwa die Technik „Nasser Sack“, bei welcher die Aktivisten die Körperspannung weglassen. Entsprechend wird derzeit geübt.
Update vom 28. Mai, 11.54 Uhr: Das öffentliche Aktionstraining von Ende Gelände beginnt. Vor Ort sollen Teilnehmer Blockadetechniken mit dem eigenen Körper lernen. Es gibt einen Aktionskonsens, wie es heißt. Von den Aktivisten solle keine Gewalt ausgehen.
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Aktionen auch im Umland
Update vom 28. Mai, 11.37 Uhr: Offenbar sollen sich die Aktionen von Ende Gelände nicht nur in Hamm abspielen. Zielort sei nicht nur unsere Stadt, sondern auch die Umgebung, war auf der Pressekonferenz zu hören.
Update vom 28. Mai, 11.15 Uhr: Die Aktivisten finden auf der Pressekonferenz deutliche Worte. „Gas ist genauso dreckig wie Kohle“, sagt Tomke Jansen von Ende Gelände. Die Klimakrise drohe immer weiter zu eskalieren. Gas sei ein Risiko und werde immer teurer. „Auf Gas zu setzen, heißt, auf Krieg und Zerstörung zu setzen. Deshalb sagen wir: Ende Gelände.“
Doch nicht nur die Klimafrage steht im Fokus der Aktivisten vor Ort. „Deutschland stellt sich erneut auf die falsche Seite der Geschichte“, sagt Juan Pablo Guitérez aus Südamerika mit Blick auf den Israel-Palästina-Krieg. „Heute sind wir hier, die Söhne und Töchter der Erde. Wir machen weiter!“
Jürgen Blümer aus dem Klimabündnis des Kreises Warendorf betont, es sei „extrem wichtig“, die Bürger anzusprechen. Zudem ruft er Oberbürgermeister Marc Herter dazu auf, zum Klima-Camp zu kommen: „Ich würde dann auch ein Bier mit dir trinken“, sagt er.
Ina-Maria Shikongo, eine Klimaaktivistin aus Namibia, sagt: „Wir schützen unseren Planeten. Es ist unser Menschenrecht, sich dafür einzusetzen.“ Natürlich brauche man Energie, „aber keine, die Leuten schadet. Wir brauchen kein Gas!“ Ihr Ausruf „Ende Gelände“ erntet Applaus.
Fran Leitner von Ende Gelände sprach von einem „unverhältnismäßigen Polizeiaufgebot“. Die Kräfte seien parteiisch und schürten Angst. Kritik kommt auch an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche auf: „Hier kämpfen alle gemeinsam für eine klimagerechte Zukunft.“
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Wertstoffhof bleibt dicht
Update vom 28. Mai, 11.12 Uhr: Der Wertstoffhof in Bockum-Hövel bleibt wegen der Klima-Demo am Samstag, 30. Mai, für den Publikumsverkehr ganztägig geschlossen. Darüber hinaus kann es bei der Müllabfuhr im gesamten Stadtgebiet zu Verzögerungen kommen. Probleme könne es auch bei der Müllabfuhr geben. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit.
Update vom 28. Mai, 10.56 Uhr: Was passiert in den nächsten Tagen außer der Groß-Demo am Samstag noch? Ende Gelände hat für 11 Uhr zu einer Pressekonferenz eingeladen. Zahlreiche Medienvertreter sind vor Ort.
Klima-Camp in Hamm: Polizei wappnet sich für Ankunft der Aktivisten
Update vom 28. Mai, 10.16 Uhr: Die Polizei wappnet sich für die Ankunft der Aktivisten in Hamm. Am örtlichen Hauptbahnhof hat sich eine Vielzahl an Kräften versammelt. Insgesamt sind 10 Mannschaftswagen der Polizei auf dem Bahnhofsvorplatz zu sehen. Viele Anreisende sind bislang jedoch noch nicht zu sehen, wie ein WA-Reporter vor Ort berichtet.
Update vom 28. Mai, 10.13 Uhr: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat den Eingang eines Eilantrags gegen Versammlungsbeschränkungen vor dem Gersteinwerk am Samstag, 30. Mai, bestätigt. Dabei geht es einem Sprecher zufolge um den Streckenverlauf der Demonstration und die Größe der Banner und Transparente. Wann darüber entschieden wird, lasse sich noch nicht sagen.
Am Mittwoch hatten Fridays for Future mitgeteilt, den Eilantrag in Gelsenkirchen gestellt zu haben. Antragsgegner ist das Polizeipräsidium Dortmund, das vom Gericht jetzt um Stellungnahme gebeten wird.
Klima-Camp in Hamm: Passant pöbelt Aktivisten an
Update vom 27. Mai, 18.37 Uhr: Nicht allen gefällt, was in diesen Tagen im Lippepark passiert. Das wird in den Kommentaren in den sozialen Medien deutlich, das sagte aber auch ein Spaziergänger vor Ort. Er hat es sich auf einer nahegelegenen Bank bequem gemacht und pöbelt: „Geht erst einmal arbeiten.“ Damit bedient er sich eines Klischees, mit dem Klimaaktivisten immer wieder konfrontiert werden.
Update vom 27. Mai, 17.31 Uhr: Wo sich sonst Autos und Anhänger voller Grünschnitt und Bauschutt stauen, soll an diesem Samstag für mehr Klimaschutz demonstriert werden. Im Bereich zwischen Gersteinwerk, Müllverbrennungsanlage, Wertstoffhof und Lippepark sind wegen der Demo Straßensperrungen und erhebliche Verkehrsbehinderungen zu erwarten. Zur Frage, ob der Wertstoffhof am Samstag zugänglich sein wird, will sich die Stadt am Donnerstag äußern.
Klima-Camp in Hamm: Friday for Future klagt gegen Polizeientscheidung
Update vom 27. Mai, 16.52 Uhr: Unter den Campern befinden sich im Übrigen nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene. Auch einige ältere Klimaaktivisten haben sich bereits im Lippepark eingefunden.
Update vom 27. Mai, 15.41 Uhr: Fridays for Future (FFF) haben nach eigenen Angaben am Mittwochnachmittag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen einen Eilantrag gegen das von der Dortmunder Polizei verhängte Demonstrationsverbot vor dem Gersteinwerk eingereicht. Wann das Gericht darüber entscheidet, steht noch nicht fest. Sowohl FFF als auch die Polizei könnten nach einer Entscheidung in Gelsenkirchen noch vor das Oberverwaltungsgericht Münster ziehen.
Klima-Camp in Hamm: Camper setzen auf unkonventionelle Methoden
Update vom 27. Mai, 14.49 Uhr: Im Klima-Camp setzt man mitunter auch auf unkonventionelle Methoden. Eine Station zum Händewaschen und Auffüllen der Flaschen haben die Camper beispielsweise selbst erbaut.
Update vom 27. Mai, 13.28 Uhr: Vor Ort besteht die Möglichkeit zu spenden – offenbar aus gutem Grund: „Dass Plus mit einem Camp gemacht wurde, habe ich noch nie gehört“, sagt Teilnehmer Kalle Fischer unserer Redaktion. „Leute und Organisationen gehen ins Risiko.“
Klima-Camp in Hamm: Lippepark füllt sich langsam
Update vom 27. Mai, 13.08 Uhr: Das Klima-Camp im Lippepark füllt sich langsam. Die Veranstalter treffen die letzten Vorbereitungen hinsichtlich der Infrastruktur, weitere Teilnehmer bauen ihre Zelte auf.
Update vom 27. Mai, 12.23 Uhr: Ob die Demonstranten am Samstag vor dem Gersteinwerk protestieren dürfen, ist aktuell noch unklar. Die Polizei hat das verboten und stattdessen einen Ersatzstandort in Sichtweite des Werks festgelegt. Wo genau, sagte das zuständige Präsidium in Dortmund auf Anfrage unserer Redaktion nicht.
Laut Fridays for Future soll der Standort in der Nähe der Müllverbrennungsanlage liegen. Die Bewegung will gegen die Entscheidung der Polizei vor Gericht ziehen.
Klimaaktivisten verteidigen Protest: „Machen das nicht aus Spaß“
Update vom 27. Mai, 10.40 Uhr: Als eine der führenden Organisatoren der Klima-Demonstration hat sich auch Anna-Lena Schrimpf von Fridays for Future Hamm geäußert. Sie verteidigt den Protest und stellt klar: „Wir machen das alles hier nicht aus Spaß an der Freude, dass wir jetzt mal eine Demo machen wollen, sondern einfach, weil wir merken, dass wir gerade in der aktuellen Energiepolitik völlig daneben gehen. Wir brauchen Energieunabhängigkeit und deswegen sind wir da, und deswegen hat man da auch Energie für, das vorzubereiten.“
Schrimpf hatte gemeinsam mit Jürgen Blümer bei den Kollegen der Lippewelle gesprochen. Während die junge Hammerin in erster Linie als Ansprechpartnerin für die Demo auftritt, richtet sich der Blick von Aktivist Jürgen Blümer auf das Camp im Lippepark. „Das kann man sich so vorstellen wie einen Schulalltag. Man hat einen Workshop, dann gibt’s den nächsten Workshop, zwischendurch was zu essen. Und das takten wir jetzt durch bis die Demo kommt“, so Blümer. „Nicht nur um Gasbohren geht es, es geht auch zum Beispiel um Krieg und Frieden, Militarismus, antikoloniale Aspekte, und wie man zusammenlebt in einer Gesellschaft, in der Kapitalismus nicht das Wichtigste sein soll.“
Anna-Lena Schrimpf betonte nochmals: „Wir wollen jetzt noch mal deutlich machen, auch als Hammer Klimabewegung: Wir wollen nicht wieder einsteigen. Wir haben es geschafft, die Stadtwerke dazu zu bringen, aus der Gaslobby auszusteigen, hin zu klimafreundlichen Alternativen und Möglichkeiten, die es ja gibt.“
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Schon jetzt viel Polizei vor Ort
Update vom 26. Mai, 18.03 Uhr: Der Lippepark wird schon vor dem offiziellen Start des Klima-Camps zum wohl sichersten Ort in Hamm. Schon am Dienstagmittag war die Polizei mit etwa zwölf Fahrzeugen vor Ort, verteilt im Park selbst sowie auf Zufahrtsstraßen, wie der Heinrich-Schmidt-Straße.
Auch im Camp selbst herrschte bereits rege Betriebsamkeit. Rund 80 Helfer bauten kleine und große Zelte und die – sehr spartanischen – Waschgelegenheiten auf. Zuvor waren Dutzende Dixiklos sowie große Müllcontainer angeliefert worden. Man werde aber auch noch eigene Müllsammelstellen einrichten, widersprachen Benny und Esra vom Aufbauteam der Befürchtung vieler Herringer, dass der Lippepark am Ende des Camps einer Müllhalde gleichen werde.
Klimaktivisten protestieren in Hamm: Nur vegane Speisen im Camp
Update vom 26. Mai, 17.48 Uhr: Fürs leibliche Wohl ist gesorgt: In den nächsten Tagen werden im Klima-Camp ausschließlich vegane Gerichte gekocht, die durch Spenden finanziert werden. „Die Leute werfen so viel Geld rein, wie sie für das Essen bezahlen können“, erklärte Pressesprecher Benny. Das Interessante dabei: Für die Zubereitung der Lebensmittel beim Klima-Camp, das sich gegen den Bau neuer Gaskraftwerke einsetzt, wird mit Propangas gekocht.
Es werden Besucher aus aller Welt erwartet, die im Laufe der Woche ihr Zelt im Klima-Camp aufschlagen. „Wir planen mit 500 internationalen Aktivistinnen und Aktivisten. Mindestens 1500 Menschen würden wir erwarten. Wenn es richtig voll wird, werden wir vielleicht 3000 Leute“, verrät „Presse-Buddy“ Mika Schlösser vom Klima-Camp. Es wird erwartet, dass das Camp besonders Freitag und Samstag deutlich mehr Teilnehmer haben wird.
Schon vor dem offiziellen Start des Camps ist das Medieninteresse hoch: Die Kollegen von WDR und Sat. 1 sind vor Ort und informieren sich über die Abläufe im Hammer Süden. Auch wir vom Westfälischen Anzeiger sind täglich für Sie am Geschehen, um die neuesten Entwicklungen aufzufangen und darüber zu berichten.
Klima-Camp und Groß-Demo in Hamm: Tausende Teilnehmer erwartet
Es dürfte einer der historisch größten Polizeieinsätze in Hamm werden: Viele Hundert Menschen werden in dieser Woche zu einem Klima-Camp im Lippepark erwartet. Bei einer Großdemonstration nahe des Gersteinwerks könnten es sogar mehrere tausend werden – mitunter reisen Teilnehmer extra dafür aus dem fernen Ausland an. So wollen sie gegen neue Gaskraftwerke protestieren, welche die Bundesregierung zur Stabilisierung der Stromversorgung bauen lassen will.
Konkret sind die Gaskraftwerke als Reserve gedacht, sollten Sonne, Wind und Gezeiten nicht genügend Strom für die bundesdeutsche Versorgung liefern. Der Plan sorgt für massiven Unmut bei Klimaaktivisten: „Wo wir gerade erst den Kohleausstieg erkämpft haben, will RWE massiv klimaschädliches Gas verfeuern und Reiche möchte dem Konzern das neue Kraftwerk schenken“, hieß es beispielsweise vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Batteriespeicher statt fossiler Energien seien die Lösung, war aus dem Veranstalterkreis zu vernehmen.
Groß-Demo und Klima-Camp in Hamm: Protest gegen Gaskraftwerke
Neben dem BUND rufen auch Ende Gelände, Greenpeace, Fridays for Future, Campact und örtliche Verbände zur Teilnahme am Klima-Camp (27. bis 31. Mai) und an der Großdemonstration (30. Mai) auf. Da im Ruhrgebiet der größte Ausbau von Gaskraftwerken geplant sei, mache gerade hier der Protest besonders Sinn, sagte Tomke Jansen, Pressesprecherin bei „Ende Gelände“, kürzlich gegenüber unserer Redaktion. Zwei könnten auch im Bereich Hamm entstehen, RWE und Trianel haben grundsätzlich Interesse daran.
Die Großdemo wird organisiert von Greenpeace, Fridays for Future, Campact und vom BUND. Ende Gelände plant hingegen die verschiedenen Aktionstage während des Klimacamps im Lippepark. Unter anderem wolle man die „Orte der Zerstörung“ – hiermit ist wohl unter anderem auch das Gersteinwerk gemeint – „mit unseren Körpern blockieren“, so Jansen. Näher ging sie auf Nachfrage nicht auf diese Blockaden ein. Durch Menschenbilder wolle man zudem das größte menschliche Windrad entstehen lassen, ferner solle ein eigener Solarpark aufgebaut werden.
Mindestens 1500 Teilnehmer erwarten die Veranstalter im Laufe des Klima-Camps in Hamm. Bereits am vergangenen Sonntag wurde im Lippepark entsprechend aufgebaut. Zur Großdemonstration könnten tausende weitere hinzukommen. Die Polizei, die von Dortmund aus koordiniert wird, rechnet angesichts der breiten Mobilisierung mit einem komplexen Einsatz über mehrere Tage hinweg. Wer Straftaten begehe, in gesicherte Bereiche eindringe oder kritische Infrastruktur gefährde, müsse mit konsequentem Einschreiten rechnen, erklärte Einsatzleiter Stefan Schacht.
Rubriklistenbild: © Andreas Rother
















