Klimacamp im Mai

Größter Polizeieinsatz der Stadtgeschichte: Hamm rüstet für Klima-Demo auf

Am 30. Mai demonstrieren Klimaaktivisten vor dem Gersteinwerk in Hamm. Die Polizei zieht Kräfte aus ganz NRW zusammen – und rechnet mit Teilnehmern aus ganz Europa.

Neben der Polizei rüstet sich auch die Feuerwehr für das Klimacamp im Lippepark und die Aktionen im Umfeld. Dazu gehört auch die Demo am Samstag, 30. Mai, vor dem Gersteinwerk. Sie soll nach Polizeiangaben nördlich der Lippe beginnen, durch Stockum und Bockum-Hövel führen. Dabei seien zwei Kundgebungen vorgesehen.

Das Gersteinwerk in Stockum wird im Mittelpunkt des Klima-Camps stehen, doch es soll auch an anderen Orten in Hamm demonstriert werden.

Das Camp ab dem 24. Mai im Lippepark sowie weitere Versammlungen im Stadtgebiet werden „besondere einsatztaktische und organisatorische Herausforderungen für die Polizei mit sich bringen“. Bereits jetzt zeichne sich ab, dass bundes- und sogar europaweit Versammlungsteilnehmer anreisen werden. Die neuesten Entwicklungen rund um das Klima-Camp und die Groß-Demo am Samstag lesen Sie auch in unserem Live-Ticker.

Herringen und Bockum-Hövel besonders betroffen

Von dem Aufzug am 30. Mai werden die Stadtbezirke Herringen und Bockum-Hövel besonders betroffen sein – mit entsprechenden Einschränkungen für die Menschen dort. Wie groß die sein werden, liege auch an der Zahl der Teilnehmer.

Schon jetzt steht fest: Neben der Demo wird es zwei weitere Aufzüge – in Form von Fahrradkorsos – geben, die am 16. Mai in Hamburg und am 23. Mai in Rotterdam starten. „Beide werden am 26. Mai in Hamm erwartet“, so die Polizei.

Dortmunder Polizei ist zuständig

Aufgrund der besonderen Komplexität des Einsatzes liegt die Zuständigkeit für die Einsatzführung im Polizeipräsidium Dortmund. Intensiv in die Vorbereitungen und die Einsatzbewältigung eingebunden ist aber auch das Polizeipräsidium Hamm.

Hierzu der Dortmunder Polizeipräsident Achim Stankowitz: „Dieser Einsatz stellt die Polizei vor besondere Herausforderungen. Wir schützen friedliche Demonstrationen und unterstützen die Teilnehmenden bei der Ausübung ihres Grundrechts auf Versammlungsfreiheit.“

„Interessen in Einklang bringen“

Gleichzeitig habe auch die Anwohnerschaft das Recht, ihren Alltag möglichst unbeeinträchtigt fortzuführen, so Stankowitz. „Bei dem Einsatz werden wir mit Augenmaß, Verhältnismäßigkeit und dem notwendigen Fingerspitzengefühl handeln, um die Interessen aller Beteiligten bestmöglich in Einklang zu bringen.“

Hamms Polizeipräsident Thomas Kubera sieht dem „wohl größten Polizeieinsatz aus Anlass einer Versammlungslage auf dem Gebiet der Stadt Hamm“ positiv entgegen. Die Bewältigung der Herausforderungen könne nicht nur allein mit polizeilichen Kräften erfolgen, die aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammengezogen werden.

Mit Aktionen im Stadtgebiet ist zu rechnen

„Weiterhin bin ich dankbar, dass sich die Stadt Hamm, insbesondere mit ihrem Kommunalen Ordnungsdienst und der Feuerwehr, maximal vorbereitet“, sagte Kubera. Da der Protest sich gegen fossile Energien richte, müssten sich auch die Betreiber der entsprechenden Einrichtungen im Stadtgebiet gut aufstellen. Es müsse mit Aktionen gerechnet werden, die sie betreffen.

Sicherheitskreise befürchten, dass an den Aktionen auch Menschen teilnehmen werden, die es „nicht so mit der Polizei haben“. Sollte es bei den Aktionen zu einer größeren Anzahl an Verletzten kommen, steht die Feuerwehr Hamm bereit. Wie Feuerwehr-Chef Daniel Hüwe sagte, werde man an der Hauptwache vorsorglich mehr Rettungsfahrzeuge vorhalten als sonst. Im Ernstfall könnten weitere herangeholt werden. Besetzt werden sie von Kräften der Berufsfeuerwehr. Den Brandschutz in Hamm werden dann die Freiwilligen Feuerwehren übernehmen.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey

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