Protest in Hamm
Klimacamp aufgebaut: Aktivisten klagen gegen Auflagen der Polizei
Im Lippepark haben Klimaktivisten friedlich ihre Zeltstadt aufgebaut. Mindestens 1500 Teilnehmer werden zum Klimacamp erwartet. Per Eilantrag wollen die Organisatoren gegen Auflagen für die Demo vorgehen.
Der Aufbau des Klimacamps hat am Pfingstsonntag im Lippepark begonnen – friedlich und laut Polizei „ohne besondere Vorkommnisse“, während abseits davon rechtliche Auseinandersetzungen angelaufen sind. Grund sind Auflagen der Dortmunder Polizei zur Demonstration am 30. Mai. Die neuesten Entwicklungen rund um das Klima-Camp und die Groß-Demo am Samstag lesen Sie auch in unserem Live-Ticker.
Mindestens 1 500 Teilnehmer erwartet das Bündnis von Klimaaktivisten mehrerer Gruppen und Organisationen in den kommenden Tagen. Rund 40 Teilnehmer davon haben am Sonntag mit den Vorbereitungen begonnen. Am Pfingstmontag sind nach Veranstalterangaben noch einmal etwa 30 dazugekommen. „Dass so viele Leute da sind, freut uns sehr“, sagt Benny. Er ist einer der Verantwortlichen für den Aufbau.
Vom Wetter her steht der Start bildlich gesprochen unter einem guten Stern, vielleicht auch zu gut. Doch der menschengemachte Klimawandel und seine Folgen durch die Verbrennung fossiler Energieträger sind eben Gründe für das Klimacamp. Konkret geht es den Klimaaktivisten darum, den geplanten Bau von neuen Gaskraftwerken zu verhindern, zum Beispiel am nahegelegenen Standort des Gersteinwerks.
Die Hitze am Pfingstwochenende „ist anstrengend“, sagt Benny. Aber „kreative Köpfe“ hätten schnell schattenspendende Maßnahmen getroffen. Auch Wasser zur Abkühlung sei zügig vorhanden gewesen. Die ersten Pflöcke für das große Zelt waren am Sonntag eingeschlagen, tags drauf stand es. Hier finden in den kommenden Tagen diverse Veranstaltungen statt, Workshops, Konzerte. In kleineren Zelten soll es um Themen wie KI und Aufrüstung gehen. Das Klimacamp ist „für alle offen“, sagt Benny. Denn es geht nicht nur um Demonstration, sondern auch um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Dazu sind internationale Gäste eingeladen, die aus Ländern wie Uganda, Namibia oder Rumänien berichten.
Klage zur Demonstration in Hamm
Noch vor dem Aufbauen für das Klimacamp erreichte die Organisatoren der für den 30. Mai abgekündigten Demonstration eine Reihe von Auflagen für die Aktion. „Wir möchten die Demonstration vor dem Gersteinwerk beginnen“, sagt Linda Kastrup von Fridays for Future, „da, wo sie politisch hingehört.“
Die Auflagen erteilte demnach die zuständige Dortmunder Polizei. Warum aber für die Demonstrationsteilnehmer und durch ihren „friedlichen Protest“ eine Gefahr für Leib und Leben bestehen solle, wie es unter anderem in der längeren Schrift von Auflagen heiße, erschließe sich ihnen nicht. Die Klage dagegen soll am Dienstag per Eilantrag am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen eingereicht werden.





