Protest gegen Gaskraftwerk

„Mobilisierung läuft gerade erst an“ - Großdemo und Camp der Klimabewegung geplant

Klimaaktivisten und Umweltschützer werden im Mai in Hamm zusammenkommen: Ein breites Bündnis kündigt Protest gegen das RWE-Gaskraftwerk im Gersteinwerk an.

Mit direktem Blick auf das Gersteinwerk werden Klimaaktivisten und Umweltschützer Ende Mai in Hamm zusammenfinden. Unter dem Motto „Zukunft statt Gas: Energiewende verteidigen!“ sind Anti-Gas-Aktionstage, ein Klimacamp und eine Demonstration geplant.

Teile des Gersteinwerks wurden bereits gesprengt, RWE möchte hier aus einem Kohlkraftwerk ein Gaskraftwerk machen, das aber auch Wasserstoff verarbeiten können soll.

Organisiert wird die Klimaschutz-Aktion von Campact, Fridays for Future, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Greenpeace. Sie setzen auf das Gersteinwerk von RWE als einen Symbolort. „Wo wir gerade erst den Kohleausstieg erkämpft haben, will RWE massiv klimaschädliches Gas verfeuern und Reiche möchte dem Konzern das neue Kraftwerk schenken“, heißt es in der Ankündigung von BUND. Gemeint ist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Klimaprotest in Hamm: Aktion am Gersteinwerk geplant

Campact, Fridays for Future und Greenpeace hatten bereits im April ein Bündnis mit weiteren Teilnehmern gegründet, das von BUND, NABU und weiteren unterstützt wurde. Gemeinsam organisierten sie am 18. April in Hamburg, Berlin, Köln und München Demonstrationen für erneuerbare Energien. Insgesamt kamen laut Veranstaltern 80 000 Menschen.

Unterstützt werden die Aktionen lokal von der Klimabewegung in Hamm. „Vor fast genau 10 Jahren hatten wir eine Menschenkette am Bohrplatz von HammGas organisiert. Dieses Jubiläum wollen wir nun gemeinsam mit der Klimabewegung feiern und dem Kampf für die Energiewende neue Kraft verleihen“, erklärt Jürgen Blümer von der Klimabewegung.

Die Umweltschützer fordern das Ende der Gasabhängigkeit von Deutschland, eine echte Wärmewende und eine Beschleunigung beim Ausbau von erneuerbaren Energien.

Klima-Demo in Hamm: Polizei rechnet mit bis zu 5000 Teilnehmern - Greenpeace hofft auf mehr

Die Polizei in Hamm rechnet mit 1500 bis 5000 Teilnehmern bei der geplanten Demonstration am Samstag, 30. Mai. Mira Jäger von Greenpeace Deutschland hofft auf deutlich mehr: „Die Mobilisierung läuft gerade erst an, deswegen können wir die Zahlen noch nicht abschätzen“, sagte sie. „Aber die Zahlen vom letzten Wochenende mit 80 000 Teilnehmern stimmen uns zuversichtlich.“

Laut Polizeisprecher Robin Verspohl sind ein Aufzug mit zwei Kundgebungen geplant. Der Demonstrationszug soll dabei in Herringen im Bereich Johannes-Rau-Straße und Alte Lünener Straße bis hin zur Hammer Straße in Werne-Stockum ziehen. Dort steht das Gersteinwerk. Die Demonstration ist bislang von 9 bis 18 Uhr angesetzt.

Die Demonstrationsteilnehmer möchten am Samstag zudem einen Weltrekord aufstellen. Geplant sind Menschenbilder: Vor dem Gersteinwerk sollen das größte menschliche Windrad der Welt und ein eigener Solarpark aufgebaut werden. „Sie sind der Kontrast zum ehemaligen Kohle- und baldigen Gaskraftwerk“, sagt Jäger. „Denn was wir eigentlich brauchen, sind erneuerbare Energien.“

Das Klimacamp soll im Lippepark in Hamm-Herringen aufgebaut werden.

Ende Gelände kündigt massiven Widerstand gegen Gaskraftwerke in NRW an

Ein Klimacamp und Anti-Gas-Aktionstage sind zudem vom 27. bis zum 31. Mai auf dem Gelände des Lippeparks in Herringen geplant. Hier sollen Workshops, Vorträge, Austausch und ein Kulturprogramm stattfinden. Welcher Bereich genau für das Camp gesperrt werden soll, steht laut Polizei bislang nicht fest.

Den Veranstaltern schließt sich noch eine weitere Gruppe an. Das Aktionsbündnis Ende Gelände kündigte massiven Widerstand gegen die geplanten Gaskraftwerke im Ruhrgebiet an. Ende Mai soll es eine Massenaktion zivilen Ungehorsams geben.

Weitere Infos soll es nach einem Kooperationsgespräch von Polizei, Stadt und Veranstaltern in der nächsten Woche geben.

Rubriklistenbild: © Andreas G.-Mantler

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