Ursprung im Jahr 2017

Donald Trump teilt absurde Obama-Fake-News nach Satire-Verwechslung

Eine Satire-Website erfindet einen millionenschweren Ulk über Barack Obama. Donald Trump trachtet nun offenkundig danach, dies zu instrumentalisieren.

Washington – Donald Trump versteht es nicht nur, unliebsame Nachrichten entschieden als Fake News abzutun, um sie sich schnell vom Hals zu schaffen. Auch andersherum funktioniert das Spiel: Denn am Sonntag verbreitete der US-Präsident auf Truth Social eine seit Jahren durch die sozialen Medien geisternde Fake News, die nach seinem Geschmack ist, und erweckte damit den Anschein, es handele sich um einen Fakt.

Was läuft da bei „Obamacare“? US-Präsident Donald Trump scheint einer Satire-News über Barack Obama (kl. Foto) aufgesessen zu sein.

Auf einem Screenshot eines früheren Posts ist zu lesen: „Eilmeldung: DOGE hat die jährliche Zahlung von 2,5 Millionen Dollar an Barack Obama für ‚Lizenzgebühren im Zusammenhang mit Obamacare‘ eingestellt. Er hatte diese seit 2010 erhalten, insgesamt 40 Millionen Dollar an Steuergeld.“ Trump schrieb dazu nur ein Wort: „WOW!“ Es war nicht seine erste Social-Media-Attacke auf Obama. Stellt sich die Frage, ob Trump tatsächlich auf die Satire reingefallen ist oder die Fake News wider besseres Wissen präsentiert, um das vieldiskutierte Gesundheitssystem öffentlich in Verruf zu bringen.

Trump wütet wegen „Obamacare“: Ex-Präsident soll laut Satire-Website Millionen-Summe erhalten

Seit Wochen streiten Republikaner und Demokraten über den Affordable Care Act (ACA), der auch als „Obamacare“ bekannt wurde, da er vom damaligen Präsidenten eingeführt wurde. Die Uneinigkeit führte die USA in den Shutdown und lähmt die US-Politik. Vor seinem Post schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform bereits, die Gelder sollten nicht „an profitgierige Versicherungsunternehmen“ fließen, sondern direkt an die Bevölkerung ausgezahlt werden. „Obamacare“ sei „das schlechteste Gesundheitssystem der Welt“ und müsse abgeschafft werden.

Dass er dann noch einmal mit Anschuldigungen, Obama würde sich jährlich eine Millionen-Summe für sein Programm in die eigene Tasche stecken, nachlegen konnte, hat er der Satire-Website America’s Last Line of Defense (ALLOD) zu verdanken. Dort war bereits im Januar 2017 erstmals davon zu lesen, also im Monat des Machtwechsels im Weißen Haus.  

Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Donald Trump
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.), seinem Sohn und First Lady Melania Trump
Unterstützung soll Elon Musk von Vivek Ramaswamy erhalten.
Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Satire über Obama: „Wer bin ich, dass ich geschenktes Geld ablehnen sollte?“

Als Trump in diesem Jahr ins Oval Office zurückkehrte, folgte dann die Fortsetzung, indem ALLOD darüber schrieb, die neue Effizienzbehörde habe die Zahlungen an Obama eingestellt. Darauf beruhte also sein Post gut ein halbes Jahr später. In der vermeintlichen Nachricht auf der Satire-Website kam auch ein DOGE-Direktor namens Rufus Clapp zu Wort, der demnach über die Geldflüsse sagte: „Ehrlich gesagt dachten wir, es sei ein Scherz. Aber dann entdeckten wir die Zahlungen – Direktüberweisungen mit dem Vermerk ‚Danke für das Branding, Kumpel.‘“

Obama wird so zitiert: „Schauen Sie, ich habe nie darum gebeten. Die Republikaner nannten es ‚Obamacare‘ als Beleidigung, und jetzt bekomme ich plötzlich Tantiemen. Wer bin ich, dass ich geschenktes Geld ablehnen sollte?“ Der Text endet mit dem Hinweis, im Weißen Haus gehe das Gerücht rum, Obama würde einen neuen Deal verhandeln wollen, um jedes Mal Lizenzgebühren von Joe Biden zu erhalten, wenn jemand sage: „Das ist genau wie Obamas dritte Amtszeit.“

Trump und die Fake News über Obama: Satire-Website verweist auf Dunning-Kruger-Effekt

ALLOD nennt das Medium, über das die Satire-News verbreitet werden, The Dunning-Kruger Times. Es handelt sich also um einen deutlichen Verweis auf den Dunning-Kruger-Effekt. Dieser besagt, dass Menschen mit geringer Kompetenz ihre Fähigkeiten überschätzen und sich als Experten in Fachbereichen sehen, von denen sie keine Ahnung haben.

Soll vor allem ärmeren Menschen in den USA einen besseren Gesundheitsschutz bieten: „Obamacare“ wurde 2010 gestartet und ist Donald Trump ein Dorn im Auge.

Ein bekanntes Beispiel dafür waren zwei Bankräuber, die bei einem Überfall im Jahr 1995 auf jegliche Verkleidung oder Tarnung verzichteten. Sie vertrauten ganz allein der Kraft des Zitronensafts. Damit rieben sie ihre Gesichter ein und gingen davon aus, für die Sicherheitskameras unsichtbar zu sein. Was sich doch tatsächlich als Trugschluss entpuppte und für die Männer im Gefängnis endete.

Diesen Fall erwähnt auch CNN-Reporter Jake Tapper, der sich zu Trumps Post zu Wort meldete. „Nein, Obama bekommt keine Lizenzgebühren für ‚Obamacare‘“, betonte er: „Das ist nicht wahr. Daran ist nichts Wahres. Das ist verrückt.“ Auch ALLOD informiert auf der Website, dass der gesamte Inhalt der Dunning-Kruger Times aus „Parodie, Satire und Albernheiten“ besteht.

An Trump muss das vorbeigegangen sein. Oder er benutzt wissentlich Fake News, um Politik gegen das von ihm abgelehnte Gesundheitssystem zu machen. Beides lässt das Staatsoberhaupt in einem schlechten Licht dastehen. (Quellen: Truth Social, ALLOD, CNN) (mg)

Rubriklistenbild: © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP, Alex Brandon/AP

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