Ende des Ukraine-Kriegs

Bolton: Trumps Bemühungen um Friedensnobelpreis in den „letzten Zügen“ erfolglos

Laut Trumps Ex-Sicherheitsberater ist Frieden im Ukraine-Krieg weiter entfernt als zuvor. Deshalb wäre die bekannte internationale Ehrung unverdient.

Washington D.C. – Barack Obama, Nelson Mandela und Martin Luther King Jr. haben ihn bereits erhalten – Donald Trump will ihn noch: den Friedensnobelpreis. Doch ausgerechnet sein ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton erklärt nun die Bemühungen des US-Präsidenten, die Auszeichnung zu erhalten, für gescheitert.

Handshake, Chaos, große Gesten: Das Trump-Putin-Treffen in Bildern

Donald Trump und Wladimir Putin trafen sich in Alaska zum Gipfel. Das Treffen wurde zur medialen Inszenierung.
Kurz gewunken, dann in die Air Force One: Am Freitagnachmittag (MESZ) reiste US-Präsident Trump zum Gipfel mit Putin nach Alaska.
Auch Putin reiste am Freitagnachmittag an. Die Reise gen Osten nach Alaska nutzte der russische Präsident, um in Magadan, 6000 Kilometer östlich von Moskau, Halt zu machen.
Am Freitag erreichte Putin dann die Joint Base Elmendorf-Richardson in Alaska, um sich dort mit US-Präsident Trump zu treffen.
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Der Grund: Seine Friedensvermittlungen im Ukraine-Krieg seien „zusammengebrochen“. Die Attacke erfolgt nur wenige Tage nachdem das FBI Boltons Haus durchsucht hatte. Laut Trumps Vize JD Vance hätte die FBI-Razzia aber nichts mit Boltons Kritik an Trump zu tun, berichtet Newsweek.

Ex-Sicherheitsberater: Trumps Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg sind „zusammengebrochen“

Klar ist aber, dass Bolton, der als außenpolitischer Hardliner bekannt ist, mit seinen Äußerungen die Bemühungen des Republikaners, den Friedensnobelpreis zu erhalten, schmälern dürfte. Trumps Kampagne für den Friedensnobelpreis liegt in ihren „letzten Zügen“, erklärte Bolton in einem vernichtenden Kommentar im Washington Examiner Anfang der Woche. Seine Bemühungen, den Ukraine-Krieg zu beenden, seien „in Verwirrung, Hast und der Abwesenheit jeglicher erkennbarer Übereinstimmung zusammengebrochen“, schrieb der 76-Jährige.

John Bolton wettert gegen Donald Trump.

Bolton kritisierte Trump vor allem wegen dessen Umgang mit Kremlchef Wladimir Putin im Ukraine-Krieg. Der ehemalige Berater schrieb selbst am Tag der FBI-Durchsuchung auf der Plattform X etwa: Russland habe sein Ziel, die Ukraine in ein neues russisches Reich hineinzuziehen, nicht verändert. „In der Zwischenzeit werden Treffen fortgesetzt, weil Trump den Friedensnobelpreis haben will – aber ich sehe keine Fortschritte bei diesen Gesprächen.“

Trump wiederum hat Bolton immer wieder scharf attackiert und persönlich beleidigt. Kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit im vergangenen Januar entzog der Präsident seinem früheren Sicherheitsberater den Personenschutz durch den Secret Service - und das, obwohl Bolton Ziel von Todesdrohungen aus dem Iran geworden ist.

Bolton dämpft Trumps Ambitionen auf Nobelpreis: Frieden für Ukraine „weiter entfernt als je zuvor“

Die harschen Worte richten sich gegen Trumps Ambitionen auf eine der prestigeträchtigsten internationalen Auszeichnungen: den Friedensnobelpreis. Bolton warnte, dass Trumps Bemühungen möglicherweise „uns weiter von Frieden und einer gerechten Lösung für die Ukraine entfernt haben als zuvor“.

Der Friedensnobelpreis, der Personen oder Organisationen würdigt, die „die Völkerverständigung fördern“, wurde seit Theodore Roosevelt 1906 von keinem republikanischen US-Präsidenten mehr gewonnen, berichtet Newsweek. Mehrere Länder, darunter Pakistan, Israel und Kambodscha, haben Trump bereits für den Preis nominiert, während das Weiße Haus seine Fähigkeiten als geopolitischer Vermittler hervorhebt. Barack Obama erhielt die Auszeichnung 2009 bereits acht Monate nach seinem Amtsantritt.

Liste der US-amerikanischen Friedensnobelpreisträger: Von Obama bis Roosevelt

PräsidentGrund für die Auszeichnung
Theodore Roosevelt (1906)Vermittlung im Russisch-Japanischen Krieg
Woodrow Wilson (1919)Gründung des Völkerbunds nach dem Ersten Weltkrieg
Barack Obama (2009)Außergewöhnliche Bemühungen um internationale Diplomatie und Zusammenarbeit

Als Trump bei seiner zweiten Amtseinführung im Januar ans Mikrofon trat, sagte er unter anderem Folgendes: „Wir werden unseren Erfolg nicht nur an den Schlachten messen, die wir gewinnen, sondern auch an den Kriegen, die wir beenden, und vielleicht am wichtigsten, an den Kriegen, in die wir gar nicht erst geraten.“ Mit Blick auf seine eigene Rolle fügte er hinzu: „Mein stolzestes Vermächtnis wird das eines Friedensstifters und Versöhners sein.“

Trumps „Obsession“ mit dem Nobelpreis bereits seit erster Amtszeit – Nominierungen bleiben aber geheim

Schon in seiner ersten Amtszeit gab sich Trump überzeugt, er würde die Auszeichnung auch „für viele Sachen“ verdienen, wenn sie denn nur fair vergeben werden würde. Seine Ambition auf den Preis bezeichnen mehrere US-Medien als „Obsession“. Die Frist für Nominierungen für den Friedensnobelpreis 2025 endete am 31. Januar.

Das norwegische Nobelkomitee wird die Nominierten nicht öffentlich bestätigen. Der Preisträger des Jahres 2025 soll am 10. Oktober bekannt gegeben werden, während die offizielle Nominiertenliste des Komitees 50 Jahre lang unter Verschluss bleibt. Das heißt: Obwohl mehrere Länder öffentlich gesagt haben, sie hätten Trump nominiert, wird die vollständige Liste aller 2025-Nominierten (inklusive Trump, falls er tatsächlich nominiert wurde) erst 2075 offiziell bestätigt. (bg/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Andrew Harrer

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