Streben nach Vermächtnis

Trump strebt nach Friedensnobelpreis – Neue Nominierung lässt ihn hoffen

Friedensnobelpreis wie Obama – das ist Trumps Wunsch. Seine Chancen steigen durch seine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien Thailand und Kambodscha.

Phnom Penh/Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump macht kein Hehl aus seinem Wunsch nach dem Friedensnobelpreis. „Ich bin stolz, der Präsident des Friedens zu sein!“ Mit diesen Worten kommentiert der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social, dass zwischen Thailand und Kambodscha eine Waffenruhe vereinbart wurde.

Ihm zufolge, nachdem er eingegriffen hat. Er habe nun viele Kriege in nur sechs Monaten beendet. „Glückwunsch an alle!“, schreibt der Republikaner dazu. Tatsächlich beflügelt die Nominierung für die Lösung des Konflikts in Südostasien seine Ambitionen, endlich die prestigeträchtige Auszeichnung zu erhalten.

Nach Eingriff in Thailand-Kambodscha-Konflikt: Trump wird für Friedensnobelpreis nominiert

Denn Kambodscha wird Trump für den Friedensnobelpreis nominieren, berichtet das Portal Newsweek. Sun Chanthol, Kambodschas stellvertretender Premierminister, begründete die Entscheidung: „Er sollte den Nobel bekommen, nicht nur für seine Arbeit in Kambodscha, sondern auch anderswo.“

Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Donald Trump
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.), seinem Sohn und First Lady Melania Trump
Unterstützung soll Elon Musk von Vivek Ramaswamy erhalten.
Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Zum Hintergrund: Der Konflikt zwischen den südostasiatischen Nachbarn hatte mehrere Tage gedauert und mindestens 45 Todesopfer gefordert, während über 300.000 Menschen vertrieben wurden. Nachdem Vermittlungsversuche von Malaysia und China gescheitert waren, griff Trump ein und rief Thailands amtierenden Premierminister an. Er drohte, Zollverhandlungen mit beiden Ländern auszusetzen, bis der Konflikt beendet sei.

Für Trump stützt die jüngste Einigung das Bild, das er von sich selbst zeichnen möchte. Spricht er über seine Außenpolitik, bringt er regelmäßig den Friedensnobelpreis ins Spiel. „Ich verdiene ihn, aber sie werden ihn mir nie geben“, sagt er etwa bei einem Besuch von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Februar. 

Rivalität als Antrieb: Trump will wie Obama den Friedensnobelpreis

Trumps Streben nach dem Friedensnobelpreis scheint nicht nur von seinem Wunsch nach einem Friedensstifter-Vermächtnis getrieben zu sein. Sein ehemaliger Berater John Bolton schrieb auf X: „Trump will einen Friedensnobelpreis, weil Barack Obama einen bekommen hat“. Trump selbst kritisierte bei einem Auftritt in Las Vegas die Verleihung an Obama: „Sie haben Obama den Nobelpreis verliehen. Er wusste nicht einmal, warum zum Teufel er ihn bekommen hat, oder?“.

Übersicht: Trumps Nominierungen für den Friedensnobelpreis

KonfliktWer hat Trump nominiert?
Waffenruhe zwischen Kambodscha und ThailandKambodscha
Indien-Pakistan-KonfliktPakistan
Israel-Arabische Staaten (Abraham-Abkommen)Israel
Waffenruhe zwischen Israel und dem IranRepublikaner Buddy Carter

Trump griff damit eine alte Kritik an der kontroversen Verleihung des Preises an Obama auf. Der Demokrat erhielt die Auszeichnung bereits zu einem frühen Zeitpunkt seiner Präsidentschaft, als er erst einige Monate im Amt war. Die Verleihung wurde mit seinem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Kooperation zwischen den Völkern begründet. Wofür glaubt Trump, die Auszeichnung verdient zu haben?

Vor ein paar Wochen listete er in einem Post auf Truth Social gleich mehrere Konflikte auf der Welt auf, in denen er vermittelt habe. Das Wort „Friedensnobelpreis“ fällt dabei sechsmal. Nummer eins der Aufzählung ist das Friedensabkommen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda. Es kam unter Vermittlung der USA zustande und wurde jüngst in Washington unterzeichnet.

Von Ukraine bis Nahost: Trump sieht sich als Friedensstifter weltweit

„Ich werde dafür keinen Friedensnobelpreis bekommen“, schrieb der Präsident. Dasselbe gelte etwa auch für den Konflikt zwischen den Atommächten Indien und Pakistan, in dem Trump nach eigener Darstellung eine Waffenruhe vermittelt hat. Pakistan kündigte an, ihn wegen seiner Vermittlerrolle für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen – Indien bestritt dagegen, dass die USA vermittelt hätten. So oder so – Trumps Auflistung ist damit nicht zu Ende.

„Nein, ich werde keinen Friedensnobelpreis bekommen, egal, was ich tue, Russland/Ukraine eingeschlossen und Israel/Iran, was auch immer diese Ergebnisse sein mögen“, schrieb er weiter. Nur einen Tag später folgte ein Post, den die Welt noch lange in Erinnerung haben dürfte: Die USA haben die drei wichtigsten iranischen Atomanlagen angriffen, erklärte Trump im Juni und ergänzte: „Jetzt ist die Zeit für Frieden“. 

Donald Trump strebt nach dem Friedensnobelpreis

Mit dem Einsatz „Mitternachtshammer“ beteiligten sich die USA aktiv an dem Krieg: US-Tarnkappenbomber warfen insgesamt 14 bunkerbrechende Bomben auf iranische Anlagen ab. War in den Stunden danach unklar, wohin das führen wird, verkündete Trump bald darauf eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran. Der republikanische Abgeordnete Buddy Carter erklärte daraufhin, er habe seinen Parteikollegen wegen dessen Rolle bei der Vermittlung eines Endes des zwölftägigen Krieges für den Friedensnobelpreis nominiert.

Viele Trump-Versprechen noch offen: Ukraine-Krieg und Gaza-Konflikt laufen noch immer

Als historischen Durchbruch werten einige auch einen Verdienst Trumps aus seiner ersten Amtszeit: die sogenannten Abraham-Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten. Der Republikaner brachte sie 2020 auf den Weg. Ein norwegischer Politiker nominierte ihn deshalb bereits damals für den Friedensnobelpreis.

Noch ist die Region allerdings weit entfernt von Frieden. Die USA vermitteln seit längerem im Gaza-Krieg – doch selbst das Ringen um eine zeitlich begrenzte Waffenruhe gestaltet sich als schwierig. Auch beim Ukraine-Krieg, den Trump innerhalb von 24 Stunden beenden wollte, zeigt sich bisher kein Durchbruch. Trotz mehrerer Telefonate mit Wladimir Putin lässt dieser die Ukraine weiter massiv attackieren – und Trump steht in der Kritik, nicht genug Druck auf den Kremlchef auszuüben. 

Die Nominierungen für den Friedensnobelpreis beginnen offiziell im September, die Bekanntgabe erfolgt zwischen dem 6. und 13. Oktober. (bg/dpa)

Rubriklistenbild: © Beata Zawrzel/Molly Roberts/IMAGO/Montage

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