Abschreckungswirkung

Razzia bei Bolton: Ex-Trump-Berater hält Paranoia für „berechtigt“

Die Hausdurchsuchung bei Trump-Kritiker John Bolton wird Folgen haben, ist sich ein früherer Berater des US-Präsidenten sicher.

Washington – John Bolton war einst Sicherheitsberater von Donald Trump – doch die beiden Männer sind schon länger zerstritten. Jetzt fuhr kürzlich das FBI bei Bolton vor. Der Hintergrund der Razzia in Boltons Haus blieb zunächst unklar. Ein weiterer früherer Trump-Berater, Ty Cobb, glaubt aber, dass die Durchsuchung Kritiker des US-Präsidenten abschrecken wird, ihre Meinung laut zu äußern.

Das FBI hat das Haus von John Bolton (Archiv) durchsucht.

Cobb äußerte sich zu der FBI-Razzia im US-Sender NPR. „Jeder, der den Präsidenten kritisiert“, meinte er, habe aktuell „eine berechtigte Paranoia“. Er beschwichtigte gleichzeitig aber auch: „Wissen Sie, ich denke, in der Sache mit Bolton ist es wichtig, nicht überzureagieren.“ Cobb war während Trumps erster Amtszeit im Rechtsteam seiner Regierung gewesen, obwohl er nie für Trump gestimmt hatte.

Bericht: Trump will Biden-Verbündete „zu Fall bringen“

US-Präsident Trump hat unterdessen laut einem Bericht angekündigt, Verbündete des Ex-Präsidenten Joe Biden ins Visier zu nehmen. Unter ihnen habe es zwar „einige brillante Leute“ gegeben, sagte Trump laut dem US-Sender NBC am Montag (25. August). Dennoch seien sie „böse Menschen“ und müssten „zu Fall gebracht“ werden, weil sie dem Land schadeten.

Trump äußerte dies während einer „langen Rede“ im Oval Office, bei der er seinen Beratern die „angebliche“ Wirkung seiner Verbrechensbekämpfungsmaßnahmen darlegte, hieß es in dem Bericht weiter.

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

FBI-Durchsuchung bei Bolton – Trump: Weiß nichts von Razzia

Trump hatte die Frage von Journalisten verneint, ob er Kenntnis über die FBI-Razzia bei Bolton gehabt habe. „Nein, davon weiß ich nichts. Ich habe es heute Morgen im Fernsehen gesehen“, sagte er. Er selbst sei „kein Fan von John Bolton“, dieser sei „ein ziemlicher Nichtsnutz“. Auch sein Stellvertreter JD Vance betonte, die Durchsuchung hätte nichts mit Boltons Kritik an Trump zu tun.

Bolton war in Trumps erster Amtszeit (2017–2021) zeitweise dessen Nationaler Sicherheitsberater. Der langjährige Diplomat Bolton, der als Hardliner gilt, trat nach rund eineinhalb Jahren im Amt im Streit mit Trump zurück.

John Bolton legte 2020 Enthüllungsbuch über Donald Trump vor

CNN berichtete unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person, die FBI-Razzia sei Teil einer – nicht näher spezifizierten – Untersuchung zur nationalen Sicherheit. Die New York Times schrieb unter Bezugnahme auf zwei anonyme Quellen, Ermittlungen sollten klären, ob Bolton Geheiminformationen illegal weitergegeben oder besessen haben könnte.

Der Washington Post zufolge habe Bolton sich zum Zeitpunkt der Durchsuchung nicht in seinem Haus befunden, ihm würden keine Straftaten zur Last gelegt. Trump hatte im Januar ein Dekret unterzeichnet, in dem er Bolton vorwarf, in einem 2020 veröffentlichten Buch über seine Zeit als Nationaler Sicherheitsberater, geheime Informationen publik gemacht zu haben.

Trump empfängt Putin in Alaska – Ex-Berater Bolton ist entsetzt

Zuletzt hatte der als außenpolitischer Hardliner bekannte Bolton das Treffen von Trump mit Wladimir Putin in Alaska zum Ukraine-Krieg kritisiert. Gegenüber der Bild sprach Bolton von einem „Propagandasieg“ für den Kremlchef. Trump wiederum hat Bolton immer wieder scharf attackiert und persönlich beleidigt. (frs mit afp und dpa)

Rubriklistenbild: © Martial Trezzini/dpa

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