Zwist wegen Trump-Kritik

FBI unternimmt Razzia bei Ex-Berater von Trump

Das FBI untersuchte Boltons Anwesen und Arbeitsplatz. Sein Buch kritisiert Trump stark. Der Ex-Berater sieht eine „Präsidentschaft der Vergeltung“ kommen

Bethesda – FBI-Agenten haben eine Razzia im Haus des Ex-Sicherheitsberaters von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, durchgeführt. Um 7 Uhr morgens sollen sich Bundesagenten nach einer Anordnung durch FBI-Direktor Kash Patel zu Boltons Privathaus im US-Bundesstaat Maryland begeben haben. „NIEMAND steht über dem Gesetz … FBI-Agenten im Einsatz“, schrieb Patel kurz danach auf der Onlineplattform X.

Die Generalstaatsanwältin Pam Bondi teilte Patels Beitrag und schrieb dazu: „Die Sicherheit Amerikas ist nicht verhandelbar. Gerechtigkeit wird angestrebt werden. Immer.“ Hintergrund der Razzia, über die die New York Post berichtete, sind Vorwürfe bezüglich geheimer Informationen. Bolton wurde zuvor beschuldigt, in seinem 2020 erschienenen Buch „The Room Where It Happened“ Geheiminformation veröffentlicht zu haben. Das Buch handelt von Boltons Amtszeit als Nationaler Sicherheitsberater und stellt Trump in großen Teilen des Buches in ein schlechtes Licht. Unter anderem wird er als ungeeignet für die Präsidentschaft beschrieben.

Eährend Trumps erster Präsidentschaft: John Bolton war von April 2018 bis September 2019 Nationaler Sicherheitsberater (Archivbild)

Ex-Berater von US-Präsident Trump wird Trump-Kritiker: Streit zum Ende vom Ukraine-Krieg

US-Präsident Donald Trump kämpfte gegen die Veröffentlichung des Buches. Trump behauptete, Bolton habe gegen eine Geheimhaltungsvereinbarung verstoßen, die Bedingung für seine Einstellung gewesen sei. Damit hatte der Republikaner allerdings keinen Erfolg. Das damalige Justizministerium leitete im September 2020 eine Untersuchung des Buches ein. Erst einen Tag vor der Razzia hatte Patel den ehemaligen FBI-Direktor James Comey für die Weitergabe von Verschlusssachen kurz vor den Wahlen 2016 kritisiert. Er habe währenddessen „den Kongress in die Irre“ geführt.

Während Trumps zweiter Amtszeit kritisierte Bolton Trump bereits mehrfach öffentlich, vor allem was die nationale Sicherheit und die Außenpolitik angeht. Um 7.32 Uhr (Ortszeit), also wahrscheinlich während der Razzia, teilte Bolton auf X einen Beitrag, der Trumps fehlenden Erfolge bei Verhandlungen zum Ukraine-Krieg kritisierte. Der Alaska-Gipfel von Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin war der bislang letzte größere Streitpunkt zwischen den beiden Politikern. Womöglich handelte es sich bei dem Beitrag auf X allerdings um eine vorgeplante Veröffentlichung.

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FBI durchsucht auch Büro von Trumps Ex-Berater – Bolton rechnet mit „Präsidentschaft der Vergeltung“

Eine Frau, wahrscheinlich Boltons Ehefrau, befand sich zu dem Zeitpunkt laut CNBC im Haus. Bolton war laut AP News zum Zeitpunkt der Durchsuchungen in seinem Büro in der US-Hauptstadt Washington, das ebenfalls von FBI-Agenten durchsucht wurde. Laut einer anonymen Quelle von AP News sei Bolton nicht inhaftiert oder angeklagt worden.

In einem ABC-Interview Anfang August wurde Bolton gefragt, ob er sich Sorgen macht, dass die Trump-Regierung gegen ihn vorgehen könnte. Bolton antwortete, dass Trump „bereits hinter mir her“ war, indem er ihm sein Sicherheitspersonal wegnahm. Bolton soll 2022 Ziel eines iranischen Mordversuches gewesen sein, sodass der Ex-Berater einen Schutzstatus bekam. Diesen entzog ihm Trump bei Amtseintritt. „Ich denke, es ist eine Präsidentschaft der Vergeltung“, sagte Bolton weiter. (lismah)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Pool/ABACA Press

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