2026 passt es auffällig
Wetterphänomen trifft NRW ausgerechnet jetzt – warum die Eisheiligen Kälte bringen
Zur Mitte des Mai wird es rund um die Eisheiligen in Nordrhein-Westfalen spürbar kälter. Ein Wetterexperte erklärt, warum die Kaltluft gerade jetzt nach Süden rutscht.
Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie – die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai haben seit Jahrhunderten einen „coolen“ Ruf. Und in diesem Jahr scheinen sie ihrem Namen alle Ehre zu machen. Ausgerechnet zur Mitte des Monats bricht ein Kälteeinbruch über Nordrhein-Westfalen herein, der selbst hartgesottene Frühlingsfans ins Grübeln bringt.
Doch warum kommt die Kälte ausgerechnet jetzt? „Im Frühjahr, rund um Mitte Mai, liegen über Nordeuropa häufig noch Kaltluftreserven. Wenn die Strömung stimmt, können diese nach Süden vordringen“, erklärt David Bötzel, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD), im Gespräch mit wa.de. Das Phänomen hat also eine meteorologische Erklärung – auch wenn es sich jedes Jahr neu anfühlt.
Eisheiligen sind kein Naturgesetz – 2026 passt es auffällig
Der Grund dafür liegt in der Jahreszeit selbst: „Beim Übergang vom Winter zum Sommer liegen über der Nordhemisphäre noch kalte Luftmassen, die bei entsprechender Strömung nach Süden geführt werden können“, so Bötzel. Das macht den Mai zu einem wetterlich unberechenbaren Monat – und die Eisheiligen zu einem wiederkehrenden Risiko für Gärten, Felder und Obstplantagen.
Dass der Kälteeinbruch in diesem Jahr so punktgenau auf die Eisheiligen trifft, ist dennoch keine Selbstverständlichkeit. „In diesem Jahr ist das Wetter genau passend zu den Eisheiligen – das ist klimatisch bedingt“, sagt Bötzel. Denn die Wetterlage hätte auch anders ausfallen können: „Die aktuelle Wetterlage befördert Luft aus nördlicher Richtung genau an diesen Tagen nach NRW. Das hätte gut eine Woche früher oder später passieren können.“
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW




Die Eisheiligen sind also kein Naturgesetz, sondern ein statistisches Muster – das in manchen Jahren eindrucksvoll bestätigt wird und in anderen kaum auffällt. 2026 gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Wer empfindliche Pflanzen noch nicht ins Freie gestellt hat, hat vorerst alles richtig gemacht.
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