Klima-Protest in Hamm

Weltrekord geknackt: Windrad zieht tausende Protestler auf Hammer Straßen

Über 2000 Menschen haben auf dem Radbod-Gelände mit ihren Körpern ein bewegliches Windrad geformt. Die Aktion war der Abschluss einer Großdemo gegen geplante Gaskraftwerke.

Hamm hat seinen Weltrekord – und das weitestgehend friedlich. Über 2000 Menschen – allein so viele Aufstell-Sticker waren im Vorfeld verteilt worden – bildeten am frühen Samstagnachmittag auf dem Radbod-Gelände in Bockum-Hövel mit einem Menschenbild ein bewegliches Windrad. Es war gleichzeitig der Abschluss der Groß-Demo „Zukunft statt Gas“, die am Vormittag an der Wittekindstraße/Ecke Am Lausbauch gestartet war. Anlass der Proteste waren die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), in ganz Deutschland in großem Umfang neue Gaskraftwerke zu bauen.

Über 2000 Menschen formten am Samstag auf dem Radbod-Gelände mit einem Menschenbild ein bewegliches Windrad .

Während Greenpeace – neben dem BUND, Fridays for Future und Compact einer der vier Veranstalter – von 5000 Teilnehmern sprach, waren es laut der Polizei in Dortmund „nur“ 2700. Kleinere Störungen kamen im Laufe des Tages von der Bewegung Ende Gelände, die am Morgen zum Gersteinwerk ziehen wollte, was von der Polizei aber unterbunden wurde. Auf ihrem Rückmarsch zum Klima-Camp im Lippepark machten etwa 100 Aktivisten Halt an der Alten Lünener Straße und blockierten diese – begleitet von einem großen Polizeiaufgebot. Zwischenzeitlich drohte die Stimmung hier zu kippen, zumal Passanten die Protestler mit Worten wie „Arbeitsscheues Gesindel“ empfingen.

Windrad zieht tausende Protestler auf Hammer Straßen

Der Demo-Zug selbst, der durch Bockum-Hövel führte, war bunt und friedlich. Am Ende fuhren heimische Landwirte mit ihren Traktoren auf, um auch auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. „Der Klimawandel bedroht auch unsere Existenz“, begründete ein Hammer Bio-Bauer seine Teilnahme. Viele Anwohner verfolgten den Zug vom Straßenrand aus.

Zufrieden äußerte sich am späten Nachmittag Hamms Polizeipräsident Thomas Kubere. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte er: „Viele Menschen, die zu dem Klima-Camp angereist sind, haben hier mit einem bunten und friedlichen Protest ihr Versammlungsrecht wahrgenommen.“ Leider habe es aber auch Gruppen gegeben, die sich nicht an die gesetzlichen Regeln gehalten haben. Daher sei, wie vorher angekündigt, ein konsequentes Einschreiten der Polizei erforderlich gewesen. „Meine Bilanz: Das war bislang ein ereignisreicher und durchaus anstrengender Einsatz, der aus meiner Sicht von allen beteiligten Einsatzkräften professionell bewältigt worden ist.“ Auch die Polizei Dortmund zog am Abend eine weitestgehend positive Bilanz, insbesondere was den Demo-Zug betraf.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey

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