„Marionette des Kreml“
Trump erklärt Gunvor zur „Marionette des Kreml“ – Öl-Riesen droht Unheil nach US-Sanktionen
Die USA verhindern den beabsichtigten Erwerb der Lukoil-Auslandsvermögen durch Gunvor – und beschuldigen den Ölriesen der Verbindung zum Kreml.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump scheint die Geduld mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verlieren. „Jedes Mal, wenn ich mit Wladimir spreche, ist das eine gute Konversation, aber dann führt das zu nichts“, erklärte der Republikaner im Oktober über die Verhandlungen mit dem Kremlchef über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. Nach langem Ringen entschied sich der US-Präsident schließlich dazu, Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Lukoil und Rosneft zu verhängen. Lukoil tut sich nun schwer, sein Auslandsgeschäft loszuwerden – wegen eines Vetos aus Washington.
Trump lässt Verkauf von Lukoil nach Sanktionen platzen
Der Schweizer Energiehändler Gunvor wollte das internationale Geschäft des russischen Ölkonzerns Lukoil übernehmen, scheitert aber am Widerstand aus den USA. „Solange (Kremlchef Wladimir) Putin mit den sinnlosen Morden weitermacht, wird die Kreml-Marionette Gunvor niemals eine Lizenz erhalten, um zu operieren und Gewinne zu erzielen“, hieß es am Donnerstag (6. November) in einer Mitteilung des US-Finanzministeriums auf der Plattform X. Gunvor zog sein Kaufangebot vorerst zurück, wie der Konzern auf X mitteilte. Der Deal hätte Gunvor in die erste Liga der Ölproduktion katapultiert und seine Raffineriekapazität nahezu vervierfacht, wie Bloomberg berichtete.
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Den Vorwurf der Kremlnähe wies Gunvor von sich. „Die Erklärung des US-Finanzministeriums über Gunvor ist grundsätzlich falsch und basiert auf Fehlinformationen“, hieß es auf X. Hintergrund der Vorwürfe: Einer der Mitgründer des Energiehändlers war Gennadi Timtschenko, ein Vertrauter von Wladimir Putin. Timtschenko verkaufte seine Anteile laut Moscow Times jedoch bereits im Jahr 2014. „Seit mehr als einem Jahrzehnt hat das Unternehmen aktiv Abstand zu Russland genommen, den Handel im Einklang mit Sanktionen eingestellt, russische Vermögenswerte verkauft und den Krieg in der Ukraine öffentlich verurteilt“, hieß es von Gunvor weiter.
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Dass Lukoil und Rosneft nun auf der vom US-Finanzministerium geführten Sanktionsliste der USA stehen, bedeutet konkret, dass Vermögenswerte in den USA eingefroren und Geschäfte mit US-Firmen verboten werden. Unternehmen haben 30 Tage Zeit, die Zusammenarbeit zu beenden. Sonst drohen ihnen Sekundärsanktionen und ihnen wird der Zugang zu Banken, Handelspartnern, Speditionsunternehmen und Versicherungen in den USA versagt.
Kremlchef Putin betonte laut der russischen Nachrichtenagentur Tass, die neuen US-Sanktionen würden zwar keine wesentlichen Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben, aber die bilateralen Beziehungen belasten. US-Präsident Trump sagte hingegen, die Exporte aus Russland seien stark zurückgegangen. Zuletzt wurde der Ton zwischen Washington und Moskau schärfer. Russland erwägt nach den Worten von Präsident Putin die Wiederaufnahme von Atomwaffentests, falls die USA dies wie angekündigt auch tun sollten. (Quellen: dpa, AFP, Moscow Times, Bloomberg, US-Finanzministerium, Gunvor, Tass) (bme)
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