Nach über 100 Jahren
„Tragisch“ und „völlig unverständlich“: Kombinierer-Legende Geiger exklusiv zum NoKo-Aus bei Olympia
Mit der Nordischen Kombination wird eine Traditionssportart bei Olympia gestrichen. Gold-Held Vinzenz Geiger äußert sich exklusiv bei Home of Sports zum Aus.
Es ist ein historisches Beben im Wintersport: Nach über 100 Jahren wird eine urdeutsche Paradedisziplin bei Olympia eiskalt abserviert. Die traditionsreiche Nordische Kombination fliegt aus dem offiziellen Programm. Diese drastische Entscheidung traf das IOC für die nächsten Olympischen Winterspiele.
Das schmerzhafte Olympia-Aus betrifft das sportliche Großereignis im Jahr 2030, das in der Region Französische Alpen stattfindet. Laut dem Komitee schnitt die Sportart bei Umfragen als unbeliebteste Disziplin ab. Ein weiterer Kritikpunkt: dass nur fünf Nationen in den vergangenen vier Auflagen überhaupt eine Medaille gewannen.
Vinzenz Geiger kämpft nach Olympia-Urteil um Nordische Kombination
Goldmedaillengewinner Vinzenz Geiger äußerte sich gegenüber Home of Sports (powered by IPPEN.Media) exklusiv zum harten Schlag. „Es war für uns natürlich ein Riesenschock, wir haben nicht damit gerechnet, dass wir rausfliegen“, offenbart der Topathlet enttäuscht. Für den 28-Jährigen und viele andere bricht damit eine vertraute Sportwelt zusammen.
Geiger blickt im Zuge des nicht gänzlich unerwarteten Olympia-Aus auch auf die Zukunft des Nachwuchses: „Vor allem für die jungen Athleten, ist das natürlich etwas echt Tragisches.“ Die harte Entscheidung gefährde die Träume einer ganzen Generation, die nun ohne sportliche Perspektive dastehe.
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Unfair findet der Sportler das Argument der fehlenden Nationenvielfalt. „Ich denke, es ist nicht nachvollziehbar, was das IOC da entschieden hat“, kritisiert Geiger. Er findet mitunter den Grund, dass zu wenige Nationen um die Medaillen kämpfen, nicht plausibel. „Das ist in anderen Sportarten genau gleich“, führt der Goldgewinner von 2018 und 2022 aus.
„Deswegen ist es für mich völlig unverständlich, dass wir da jetzt rausgestrichen werden. Es wird natürlich extrem hart, da wieder reinzukommen“, sagte der Kombinierer besorgt. Geiger merkte zudem an, dass dem Verband nun im Bereich der Förderung Gelder wegbrechen werden und es auch für das deutsche Team sehr schwer wird.
Aufgeben sei für den Oberstdorfer allerdings keine Option: Der nordische Kombinierer möchte trotz des Olympiaschmerzes aktiv für seine Leidenschaft werben und lädt alle Zweifler ein: „Wenn jemand sagt, unsere Sportart ist nicht spannend, dann sollte er sich einfach mal ein Rennen anschauen.“ Zumindest eine gute Nachricht hielt der Dienstag für Geiger bereit: Die Nordische Ski-WM 2031 kommt in seine Heimat nach Oberstdorf. (PF)
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