Traurige Nachricht

IOC streicht Nordische Kombination aus Olympia-Programm – „große Enttäuschung“ für DSV

Das IOC hat eine weitreichende Entscheidung getroffen. Nach über 100 Jahren wird die Nordische Kombination aus dem Programm gestrichen. Der DSV reagiert.

Update vom 7. Juli, 21.30 Uhr: Johannes Rydzek hat sich auf Instagram zur bitteren ICO-Entscheidung zu Wort gemeldet. Der Allgäuer teilte einen Beitrag der ARD-Sportschau in seiner Story und schreibt dazu: „Ohne Worte.“ Zudem setzt er drei gebrochene Herzen über das Foto. Dreimal gewann Rydzek olympisches Gold, nach den Spielen 2026 beendete er seine erfolgreiche Karriere.

Update vom 7. Juli, 19.15 Uhr: Der DSV hat sich zur umstrittenen IOC-Entscheidung geäußert. „Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht. Wir respektieren die Entscheidung des IOC, auch wenn sie aus unserer Sicht nur schwer nachvollziehbar ist. Die Nordische Kombination ist eine unserer Kerndisziplinen und hat den nordischen Skisport über viele Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. Gleichzeitig kommt diese Entwicklung nicht völlig überraschend“, so Sportvorstand. Andreas Schlüter.

Horst Hüttel, Sportdirektor Nordisch im Deutschen Skiverband, sagt: „Jetzt richtet sich unser Blick nach vorne. Gemeinsam werden wir bewerten, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wie wir die Nordische Kombination künftig bestmöglich weiterentwickeln können. Dazu gehört selbstverständlich auch der enge Austausch mit den anderen führenden Skinationen sowie insbesondere mit der FIS.“

Erstmeldung – Es ist ein trauriger Tag für alle Wintersport-Fans. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat entschieden, die Nordische Kombination ab sofort aus dem olympischen Programm zu nehmen. Bis zuletzt hatten die Frauen gehofft, ab 2030 ebenfalls bei Olympia starten zu dürfen – nun gibt es auch für die Herren keinen Platz mehr. Mehr als 100 Jahre lang galt die NoKo als fester Bestandteil der Spiele.

Ab 2030 wird die Nordische Kombination bei Olympia fehlen.

Deutschlands beste Kombiniererin Nathalie Armbruster hatte sich mit viel Vehemenz und Leidenschaft für eine Olympia-Teilnahme der Frauen eingesetzt und vor Mailand und Cortina 2026 gesagt: „Ich wäre da vor Ort und könnte meinen Kindheitstraum leben – aber ich darf es nicht. Weil ich eine Frau bin.“ Die Begründung des IOC: Die Sportart wäre nicht beliebt genug.

IOC streicht Nordische Kombination aus Olympia-Programm

Studien hätten belegt, dass die Nordische Kombination bei den Spielen 2014, 2018, 2022 und 2026 am wenigsten Fans erreichen konnte. Zudem gibt es zu wenige Länder, die starke Athleten stellen können. Betrachtet man die letzten vier Winterspiele, gingen die Medaillen an fünf verschiedene Nationen. Seit 1924 fand die Kombination immer einen olympischen Platz, damit ist nun Schluss.

Ein schwerer Schlag für alle Sportlerinnen und Sportler, die eigentlich gehofft hatten, 2030 gemeinsam antreten zu dürfen. Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren etliche Medaillen eingesammelt. Die jüngsten Spiele in Norditalien waren zwar erfolglos geendet, Wintersport-Ikonen aus der Nordischen Kombination brachte Deutschland aber einige hervor.

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 MILANO CORTINA 2026 - OLYMPISCHE WINTERSPIELE - ANTERSELVA - BIATHLON - 12,5KM MASSENSTART FRAUEN
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Und auch die zweifache Vize-Europameisterin Paulina Batovska Fialkova aus der Slowakei legt das Biathlongewehr ab und verabschiedet sich im Alter von 33-Jahren in den Ruhestand.
260210 Simon Eder of Austria competes in men s biathlon 20 km individual during day 4 of the 2026 Winter Olympics on
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Eric Frenzel, dreimaliger Olympiasieger, gewann insgesamt 18 WM-Medaillen. Auch Johannes Rydzek, der sich nach seinem Karriereende im März einen Kreuzbandriss zugezogen hat, gehört mit drei olympischen Goldmedaillen und sieben WM-Titeln zu den absoluten Ikonen der Szene. Ronny Ackermann, Björn Kircheneisen, Vinzent Geiger und viele weitere ehemalige sowie aktuelle Kombinierer dürften fassungslos über die Entscheidung sein. (is)

Rubriklistenbild: © picture alliance / Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

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