„Kann Kriegsverlauf verändern“

Wunderwaffe gegen Putin: Ukraine-Soldaten zeigen Megadrohne im Einsatz

Im Krieg mit Russland setzen die Ukrainer auf den starken Einfluss von Drohnen. Die „Queen of Hornets“ spielt dabei eine führende Rolle.

Kiew – Den russischen Invasoren dürfte nach fast drei Jahren im Ukraine-Krieg längst aufgegangen sein, dass trotz Moskaus Lufthoheit nicht alles Gute von oben kommt. Sondern auch viel Unheil. Ein weiteres Beweisstück liefert die 36. Separate Marineinfanteriebrigade der ukrainischen Streitkräfte.

Die Einheit darf sich in der glücklichen Situation schätzen, in ihrem Abwehrkampf auf die „Queen of Hornets“ zurückgreifen zu können. So lautet der Kampfname einer besonders schlagkräftigen Art FPV-Drohne, die bereits als Wunderwaffe gefeiert wird. Weil sie den Soldaten des Aggressors ordentlich zusetzt.

„Queen of Hornets“ bei der Arbeit: Eine der Drohnen trägt ihre Fracht und beobachtet aus sicherer Entfernung die Explosion eines russischen Fahrzeugs.

Ukraine setzt Putins Soldaten mit Megadrohne zu: „Queen of Hornets“ lässt Fahrzeug explodieren

Das ist auch in dem Video zu sehen, das die nach Konteradmiral Mykhailo Bilinskyi benannte Brigade auf Facebook und Telegram verbreitet. Darin hat die Hornissenkönigin ihren ersten großen Auftritt, als sie aus schwarzen Rauchschwaden auftaucht, die in Richtung eines nur mit Schleierwolken verhangenen Himmels ziehen. In der nächsten Einstellung lässt sie ihre explosive Ladung fallen, fährt also quasi ihren Stachel aus, um den Truppen von Wladimir Putin Schmerzen zu bereiten.

Im weiteren Verlauf ist auch der Drohnen-Pilot bei der Arbeit zu sehen, ehe die Kamera der Drohne übernimmt. Das Flugobjekt befindet sich über einem Feld und lädt eine Art Mine auf einem Feldweg ab. In der nächsten Einstellung wird gezeigt, wie ein Fahrzeug in einem großen Feuerball verschwindet – offenbar ist es in die Falle der „Queen of Hornets“ getappt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Den Abschluss bilden weitere Explosionen sowie eine Einstellung, die dokumentiert, wie die Drohne am Boden mit der Munition versehen wird, um ihre nächste Mission zu starten. Schließlich ist auch das typische Summen der Drohne zu hören – das kann ebenfalls durchaus Assoziationen zu einer Hornisse auslösen.

Ukraine hat neue Wunderwaffe gegen Putin: „Queen of Hornets“ kann Verlauf des Krieges verändern

Bereits in der Vergangenheit hatte die Drohne für Schlagzeilen gesorgt. Denn sie soll pro Stück nur 500 US-Dollar kosten und sich als effektiv gegen Panzer, Artillerie und andere Fahrzeige bewährt haben. Bei einem Angriff auf Stellungen im Donbass soll die Drohne sogar mit einer automatischen Schusswaffe ausgestattet gewesen sein.

Im Facebook-Post schreibt die Brigade von einer „Waffe, die den Verlauf des Krieges verändert“. Es handele sich um „die stärkste Präzision, Geschwindigkeit und zerstörerische Kraft, die unseren Marines hilft, den Feind effektiv zu vernichten“.

Mit einer Auktion soll Geld für die Anschaffung weiterer „Queen of Hornets“-Modelle gewonnen werden. Dafür wird ein Trikot der ukrainischen Nationalmannschaft mit der Rückennummer 36 und der Unterschrift von Sergei Volynsky ausgelobt. Letzterer ist Major der Brigade, erlangte für seine Rolle im Abwehrkampf von Mariupol Berühmtheit und wurde als Held der Ukraine ausgezeichnet.

Er lässt sie fliegen: Der ukrainische Drohnen-Pilot hat seine „Queen of Hornets“ immer im Blick.

Ukraine und die „Queen of Hornets“: Megadrohne kann 9,5-Kilo-Bombe transportieren

Hinter den „Queen of Hornets“ steht die gemeinnützige Wohltätigkeitsorganisation „Wild Hornets“ aus Kiew, die sich vor allem über Spenden finanziert und nach eigenen Angaben bis Juli 2024 rund 14.000 FPV-Drohnen zwischen 18 und 38 Zentimeter Größe an die ukrainischen Streitkräfte geliefert hat. Die Drohnen wurden im Frühjahr 2023 von ukrainischen Ingenieuren in enger Zusammenarbeit mit der Panzerabwehreinheit der Separaten Präsidentenbrigade entwickelt.

Über die „Queen of Hornets“ – die größten ihrer Drohnen – informiert die Organisation: „Sie können 9,5-Kilogramm-Bomben transportieren, Minen legen, als Kamikaze-Drohnen fungieren und Vorräte transportieren oder als kleine Wild Hornet ihre Reichweite auf 30 Kilometer erweitern.“ (mg)

Rubriklistenbild: © Screenshots Facebook/36 окрема бригада морської

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