US-Politik

Trump will Nationalgarde nach Washington senden – US-Hauptstadt soll von „Abschaum“ befreit werden

Donald Trump will Gewalt und Kriminalität in der US-Hauptstadt Washington bekämpfen. Dafür stellt er auch die Polizei unter seine Kontrolle.

Washington, DC – US-Präsident Donald Trump hat den Einsatz der Nationalgarde in der Hauptstadt Washington angekündigt. Trump sagte am Montag, er stelle zudem die Polizei der Hauptstadt unter Bundeskontrolle. Er begründete dies mit Verbrechensraten, die angeblich höher seien als in lateinamerikanischen Verbrechenshochburgen – de facto sind die Zahlen rückläufig.

Auf seinem Online-Dienst Truth Social schrieb Trump zuvor: „Washington, DC wird heute BEFREIT! Verbrechen, Brutalität, Schmutz und Abschaum werden verschwinden. Ich werde unsere Hauptstadt wieder groß machen! Die Zeiten, in denen unschuldige Menschen rücksichtslos getötet oder verletzt wurden, sind vorbei!“ Wie die New York Times berichtete, sei der US-Präsident zudem bereit, das Militär in die Stadt zu entsenden – sollte dies „notwendig“ sein.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Palm Beach
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Trump will Nationalgarde in Washington einsetzen – Polizei und Staatsanwaltschaft widersprechen ihm

Entgegen Trumps Behauptung, dass es zu einem massiven Anstieg der Kriminalität in der US-Hauptstadt gekommen sei, sank die Zahl der Gewaltverbrechen bis Anfang August dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr um gut ein Viertel. Das meldet die örtliche Polizei. Auch die Gesamtzahl der Delikte ist demzufolge um sieben Prozent zurückgegangen. Laut der Staatsanwaltschaft des District of Columbia ist 2024 sogar das Jahr mit den wenigsten Gewaltverbrechen seit 30 Jahren.

Donald Trump will wohl die Nationalgarde in Washington einsetzten. Dabei sprechen die Kriminalitätszahlen gegen die Behauptungen des US-Präsidenten.

Trumps Augenmerk liegt besonders auf Obdachlosen. „Die Obdachlosen müssen wegziehen, SOFORT“, schrieb er etwa am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social. „Wir werden euch Unterkünfte anbieten, aber WEIT WEG von der Hauptstadt.“

Trumps Nationalgarden-Plan – Reserveeinheit kam nicht nur in Washington zum Einsatz

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump die Nationalgarde einsetzen ließ. Bereits im Juni, als es insbesondere in Kalifornien zu massiven Protesten gegen die Migrationspolitik der US-Regierung kam, entsendete Trump insgesamt 4.000 Soldaten der Nationalgarde und 700 Marineinfanteristen der regulären Streitkräfte in den Raum Los Angeles. Die meisten davon sind mittlerweile abgezogen worden.

Die Nationalgarde ist eine militärische Reserveeinheit und Teil der US-Streitkräfte. Üblicherweise haben die Bundesstaaten die Kontrolle über die Nationalgarde. In nationalen Notfällen kann der US-Präsident das Kommando übernehmen. Die Nationalgarde kann etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen und Notfällen im Inneren eingesetzt werden. Insgesamt verfügen die USA früheren Angaben zufolge über mehr als 325.000 Nationalgardisten. (nhi mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare