Magyar auf Erfolgskurs
Umfrage-Beben in Ungarn: Orbán-Gegner steuern auf Zweidrittelmehrheit zu
Eine neue Median-Umfrage erschüttert Ungarns politische Landschaft. Tisza liegt klar vor Orbáns Fidesz. Peter Magyar könnte mit zwei Dritteln der Sitze regieren.
Bei der ungarischen Parlamentswahl könnte die Oppositionspartei Tisza einer neuen Umfrage zufolge eine Zweidrittelmehrheit erringen. Das geht aus einer am Mittwoch (8. April) veröffentlichten Hochrechnung des Meinungsforschungsinstituts Median hervor. Für Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei wäre das die schwerste Niederlage ihrer 16-jährigen Regierungszeit.
Konkret rechnet Median damit, dass Tisza am Sonntag (12. April) zwischen 138 und 142 der 199 Parlamentssitze gewinnt – für eine Zweidrittelmehrheit sind 133 Mandate erforderlich. Herausforderer Peter Magyar und seine Mitte-rechts-Partei könnten damit die Verfassung und wichtige Gesetze ändern, um blockierte EU-Gelder freizubekommen. Fidesz käme der Prognose zufolge auf 49 bis 55 Sitze, die rechtsextreme Partei Unsere Heimat auf fünf oder sechs Mandate. Seit 2010 verfügte Fidesz die meiste Zeit selbst über eine Zweidrittelmehrheit und nutzte diese, um eine neue Verfassung zu verabschieden und das Wahlrecht zu ändern.
Umfrage-Schock für Orbán: Oppositionspartei Tisza steuert auf Zweidrittelmehrheit zu
Grundlage der Median-Schätzung sind fünf Umfragen des Instituts von Ende Februar und März mit insgesamt 5.000 Befragten. Als eines der zuverlässigsten Meinungsforschungsinstitute Ungarns hatte Median Orbans Erdrutschsieg vor vier Jahren korrekt vorhergesagt, wenngleich die Zustimmung für die Opposition damals leicht überschätzt worden war. Fidesz verweist seinerseits auf Erhebungen, die einen Sieg der Regierungspartei prognostizieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese meist von Instituten stammen, die finanzielle oder personelle Verbindungen zu Orbán unterhalten.
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Trump-Anruf beim Wahlkampf: „Ich liebe diesen Viktor“ – USA mischen sich in Ungarn-Wahl ein
Im Vorfeld der Wahl hat für Wirbel gesorgt, dass US-Vizepräsident JD Vance Budapest wenige Tage vor dem Urnengang besucht hat, um Orbán demonstrativ den Rücken zu stärken. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag (7. April) bezeichnete er den ungarischen Regierungschef als „Modell“ für Europa und warf der EU gleichzeitig „Wahl-Einmischung“ vor. Die „Bürokraten in Brüssel“ hätten alles versucht, „um das ungarische Volk klein zu halten“. Am Abend trat Vance mit Orban bei einer Wahlkampfveranstaltung unter dem Motto „Tag der Freundschaft“ auf – und schaltete US-Präsident Donald Trump per Telefon zu. Der rief den rund 2.000 bis 3.000 Teilnehmern zu: „Ich liebe diesen Viktor, ich liebe Ungarn.“
Der Auftritt reiht sich ein in ein Muster. Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit mischen sich die USA offen in europäische Wahlkämpfe ein und unterstützen Parteien, deren Kurs Washington als günstig für eigene Interessen bewertet. In der Ende 2025 veröffentlichten US-Sicherheitsstrategie ist der Aufbau von Kontakten zu rechtspopulistischen Parteien offiziell als europapolitische Leitlinie verankert. Bereits im Februar war Außenminister Marco Rubio nach Budapest gereist und hatte Orban versichert: „Präsident Trump setzt sich zutiefst für Ihren Erfolg ein, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg.“ (Quellen: AFP, Reuters) (tpn)
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