Operation „Southern Spear“
Trumps Militär-Aufmarsch in der Karibik: Lateinamerika gespalten – Maduro plant mit Chaos-Furcht
Militärische Drohkulisse vor Venezuela: Trump stellt eine Entscheidung über eine Intervention in Aussicht. Lateinamerika jedoch bleibt gespalten.
Washington D.C. – Während US-Präsident Donald Trump eine baldige Entscheidung über ein militärisches Vorgehen gegen Venezuela in Aussicht stellt, ist Lateinamerika gespalten. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro rief seinen Amtskollegen Trump in den vergangenen Tagen zur Zurückhaltung auf und pochte auf Frieden, wie der US-Sender CNN nach einer Kundgebung in Caracas berichtete.
Und auch Chile, Kolumbien, Brasilien und Mexiko lehnen den US-Aufmarsch ab. Auf der anderen Seite stehen Argentinien, Paraguay, Ecuador und El Salvador: mit Trump-Unterstützern an der Spitze der Länder. „Es ist Lateinamerikas Schwäche (und zu Trumps Vorteil), dass es nicht mit einer Stimme spricht“, analysiert der Tagesspiegel.
„Southern Spear“ : US-Militär-Aufmarsch vor Venezuela – Trump kündigt Entscheidung an
Am Donnerstag (13. November) hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Beginn der Operation „Southern Spear“ (südlicher Speer) zum Kampf gegen Drogenschmuggel in der Region angekündigt. Bereits in den vergangenen Wochen versenkten US-Streitkräfte in der Region rund 20 Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler – etwa 80 Menschen kamen dabei ums Leben.
Trump erklärte seinerseits am Samstag, dass eine Entscheidung über ein militärisches Vorgehen gegen Venezuela bald fallen könnte. „Ich kann Ihnen nicht sagen, was es sein wird, aber ich habe meine Entscheidung so gut wie getroffen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den US-Präsidenten. Hochrangige Regierungsbeamte sollen zuvor zu drei Treffen für Beratungen über ein mögliches militärisches Vorgehen in Venezuela zusammengekommen sein, schreibt die Nachrichtenagentur zudem unter Berufung auf Regierungskreise.
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Will Trump einen Machtwechsel in Venezuela? Lateinamerika in Sorge vor Chaos
Wegen der Verstärkung der Militär-Präsenz vor der Küste von Venezuela gab es zuletzt Spekulationen, ob die US-Regierung unter Trump nicht tatsächlich einen Machtwechsel in Caracas anstrebt. So bestätigte der Republikaner beispielsweise, dass er verdeckte Einsätze des US-Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela freigegeben habe.
„Die meisten Venezolaner wünschen sich ein Ende Maduros“, erklärt Elias Ferrer, Gründer der auf Venezuela spezialisierten Beraterfirma Orinoco Research aus Caracas, gegenüber dem Tagesspiegel. Ebenso wie in Venezuela selbst herrsche jedoch auch in anderen Ländern Lateinamerikas die Angst vor einer chaotischen Situation – darunter Kolumbien und Brasilien.
Maduros Plan für einen möglichen US-Angriff: „Guerillamäßige Reaktion“ und „Anarchisierung“
Im Fall Kolumbien sei die Ablehnung zum einen mit der ohnehin hohen Zahl an venezolanischen Geflüchteten zu begründen, die das Land bereits aufgenommen hat. Zudem fürchte man, dass eine chaotische Situation in Venezuela bessere Rückzugsräume für kolumbianische Guerillagruppen und Mafias schaffe. Brasiliens Regierung lehne einen „Regime Change“ von Außen historisch begründet ab, erklärt der brasilianische Politikwissenschaftler gegenüber der Berliner Zeitung: Die Souveränität Lateinamerikas sei für Präsident Lula da Silva grundsätzlich nicht verhandelbar.
Das Maduro-Regime hingegen scheint die Sorge um drohendes Chaos in seine Pläne einzuspeisen und für sich nutzen zu wollen: So berichtete die Nachrichtenagentur Reuters von Plänen für eine „guerillamäßige Reaktion“ auf einen möglichen Angriff der USA. Eine zweite Strategie – „Anarchisierung“ – sehe vor, dass regierungsfreundliche Gruppen, darunter auch die Geheimdienste, Chaos auf den Straßen von Caracas säen würden: Damit solle Venezuela für ausländische Streitkräfte unregierbar gemacht werden.
Eskalation in der Karibik: „Interne Folgen einer Intervention in Venezuela wären gravierend“
Auch Marcela Donadio, Exekutivsekretärin des Lateinamerikanischen Sicherheits- und Verteidigungsnetzwerks (RESDAL), sprach Ende Oktober gegenüber Deutsche Welle über die Spaltung in Lateinamerika und identifizierte ein weiteres Problem bei der Suche nach einer gemeinsamen Antwort: „Die Region ist nicht nur gespalten, sondern hat in jedem Land auch mit vielen internen Problemen zu kämpfen.“
Donadio hoffe daher auf eine gemeinsame Vermittlungsinitiative starker Länder wie Chile, Mexiko und Brasilien: „Denn die internen Folgen einer Intervention in Venezuela wären gravierend: Eine von einem externen Akteur eingesetzte Regierung ist nicht die beste politische Lösung.“ (Quellen: Reuters, Tagesspiegel, Deutsche Welle, dpa) (pav)
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