Entscheidende Wahl in Arizona

Trump in Bedrängnis: Kongress kann jetzt Freigabe der Epstein-Akten erzwingen

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten könnte für Trump gefährlich werden. Eine parteiübergreifende Gruppe im Kongress hat nun genug Stimmen.

Phoenix/Washington, D.C. – Ärger für Donald Trump? Mit dem Wahlsieg der Demokratin Adelita Grijalva in Arizona hat eine parteiübergreifende Gruppe von US-Kongressabgeordneten nun die entscheidende Stimme gewonnen, um eine Abstimmung über die Veröffentlichung der berüchtigten Akten im Fall Jeffrey Epstein zu erzwingen.

Ein Foto von US-Präsident Donald Trump und dem verurteilten Kindersexualstraftäter Jeffrey Epstein wird während eines Trump-Besuchs an das Windsor Castle projiziert.

„Im Falle meiner Wahl an meinem allerersten Tag im Kongress“ werde sie die notwendige Petition unterzeichnen, hatte Grijalva erklärt. Nach ihrem deutlichen Erfolg gegen den Republikaner Daniel Butierez mit 70,6 zu 27,6 Prozent bei 80 Prozent ausgezählter Stimmen verkündete sie in sozialen Netzwerken: „Wir haben Geschichte geschrieben – zusammen. An die Arbeit!“

Arizona als Zünglein an der Waage: Epstein-Akten erhöhen Druck auf Trump

Der Initiative zur Offenlegung der Epstein-Akten gehören auch mehrere Republikaner an, doch bislang fehlte eine Stimme, um das Justizministerium per Abstimmung zur Herausgabe der Dokumente zu zwingen. Der Fall des verurteilten Sexualstraftäters Epstein bleibt politisch brisant. 2019 wurde der schwerreiche Investor erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden. Ihm wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und an Prominente weitergereicht zu haben – darunter Berichten zufolge auch an Donald Trump.

Der US-Präsident steht in der Affäre unter Druck. Seine Regierung hat entgegen früherer Ankündigungen keine umfassende Aufklärung des Skandals vorangetrieben. Für zusätzliche Kontroversen sorgte Anfang des Monats die Veröffentlichung eines anzüglichen Glückwunschschreibens durch einen Kongressausschuss, das Trump 2003 an Epstein geschickt haben soll. Der Präsident bezeichnete das Dokument als „Fälschung“.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Palm Beach
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Epsteins Verbindungen zu zahlreichen bekannten Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft nähren seit Jahren Spekulationen über mögliche Mitwisser oder Mittäter. Die parteiübergreifende Initiative im Kongress zielt darauf ab, durch die Veröffentlichung der Ermittlungsakten mehr Transparenz in den Fall zu bringen.

Veröffentlichung der Epstein-Akten: Einst befeuerte Trump die Verschwörungstheorien

Selbst die treue Gefolgschaft von Donald Trump pocht in Teilen seit mehreren Monaten auf eine Veröffentlichung der Epstein-Akten. Sie vermuten, dass eine Art Schattenstaat seine schützende Hand über Komplizen von Epstein in der Demokratischen Partei und in Hollywood gehalten hat – eine Verschwörungstheorie, die Trump während seines Wahlkampfs stets befeuerte. Der von Trump eingesetzte FBI-Chef Kash Patel beteuerte inzwischen aber, es gebe „keine glaubwürdigen Informationen“ bezüglich den Vorwürfen gegen Epstein. (Quellen: The Daily Beast, AFP) (nak)

Rubriklistenbild: © Lena Voelk/AFP

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