Ausschuss veröffentlicht Dokumente

Sicherheitsvideo aus Epstein-Gefängnis: Trump-Ministerin Bondi in Erklärungsnot

Neues Überwachungsmaterial aus dem Gefängnis, in dem Epstein saß, ist öffentlich. Das Prekäre: Es enthält die „fehlende Minute“, deren Existenz Pam Bondi zuvor bestritt.

Washington D.C. – Die Widersprüche und Fragezeichen im Fall Jeffrey Epstein lösen sich nicht auf. Ganz im Gegenteil: Neu veröffentlichtes Filmmaterial aus Epsteins Gefängniszelle hat eine frühere Erklärung von Generalstaatsanwältin Pam Bondi, warum in einem zuvor veröffentlichten Video eine Minute fehlte, widerlegt.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Palm Beach
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Zur Einordnung: Im Juli veröffentlichten das Justizministerium und das FBI erstmals fast elf Stunden Filmmaterial aus dem US-Bundesgefängnis in New York City, in dem Epstein einsaß. Die Aufnahmen stammten vom Tag des Todes Epsteins aus dem Jahr 2019. Doch es gab wenige Stunden vor dem Auffinden Eppsteins in seiner Zelle eine einminütige Lücke im Überwachungsvideo.

Trumps Justizministerin in Erklärungsnot: Was passierte in Epsteins Zelle vor seinem Tod?

Damals behauptete Bondi, die einminütige Sequenz sei abhanden gekommen, weil die Überwachungskameras im Rahmen eines nächtlichen System-Resets automatisch für eine Minute abgeschaltet werden. Doch forensische Analysen ergaben, dass das Video wiederholt bearbeitet worden war. Daraufhin brach in den USA enorme Kritik an der Regierung unter Donald Trump aus.

Und diese dürfte jetzt wieder hochkochen. Denn der Ausschuss des US-Parlaments hat am Dienstag (2. September) eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten zum brisanten Fall des Sexualstraftäters Epstein veröffentlicht. Darunter die verschollene Minute, deren Existenz Pondi bestritt. Neben dem Video enthält die Sammlung über 33.000 Seiten. Das neue Überwachungsmaterial füllt die fehlende Minute zwischen 23:59 Uhr am 9. August 2019 und Mitternacht am 10. August 2019, berichtet Newsweek.

Justizministerin Pam Bondi gerät wegen eines Videos aus Jeffrey Epsteins Gefängniszelle unter Druck.

Das Video zeigt aber lediglich mehrere Gefängniswärter, die in der Nähe von Epsteins Zelle arbeiten. Laut BBC sind insgesamt zwei zusätzliche Stunden Filmmaterial in den neuen Dateien enthalten. Diese zeigen, wie Epstein durch das in Manhattan liegende Gefängnis Metropolitan Correctional Center geführt wird und ein Telefonat führt. Die Veröffentlichung des fehlenden Filmmaterials hat die Online-Debatte neu entfacht, ob Epstein sich das Leben genommen hat. Er wurde am 10. August gegen 6.30 Uhr bewusstlos in seiner Gefängniszelle gefunden.

US-Behörden stuften Epsteins Tod als Selbstmord ein: Kritik gegen Trump-Regierung wächst weiter

Nach der Auswertung der Gefängnisaufnahmen erklärte das FBI im Juli, niemand habe den Bereich betreten oder verlassen, in dem Epstein festgehalten wurde. Diese Erkenntnisse führten zu einem gemeinsamen Fazit von FBI, dem New Yorker Chief Medical Examiner, der US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York und dem Generalinspekteur des Justizministeriums: Epstein hatte sich das Leben genommen.

Die Epstein-Akte: Chronologie der Ereignisse

  • 2008: Erste Verurteilung in Florida – nur 13 Monate Haft durch Deal mit dem Gericht
  • November 2018: Tageszeitung Miami Herald veröffentlicht investigative Serie über Epstein
  • 6. Juli 2019: Verhaftung wegen Sexhandel mit Minderjährigen, Einlieferung ins MCC New York
  • 10. August 2019: Tod in Gefängniszelle durch Erhängen
  • 11. August 2019: Autopsie bestätigt Suizid als Todesursache

Seither bescherte der Umgang mit der Causa Epstein vor allem der Trump-Regierung Probleme. Denn aus seinen eigenen Reihen der Republikaner wurden in den vergangenen Monaten Stimmen lauter, die eine Offenlegung aller Dokumente zu dem Fall fordern. Trump steht deswegen unter Druck, weil er sich im Wahlkampf vehement für eine Offenlegung der Akten ausgesprochen hatte.

Im vergangenen Monat wurde dann bekannt, dass die US-Regierung plant, dem Kongress Dokumente aus den Ermittlungen gegen Epstein zu übergeben. Auch wenn das nun geschehen ist, bleiben Kritiker skeptisch. Robert Garcia, Mitglied der Demokraten in dem Ausschuss, kritisierte die Veröffentlichung, die der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer veranlasst habe. Der Großteil der Dokumente sei ohnehin bereits öffentlich bekannt gewesen, monierte er in einer Stellungnahme am Dienstag (2. September).

Der Missbrauchsskandal Epstein: Teile der US-Gesellschaft verdächtigen auch Präsident Trump

Epstein, der über viele Jahre hinweg systematisch Minderjährige missbraucht haben soll und als zentrale Figur eines umfangreichen Missbrauchsrings mit zahlreichen Opfern galt, wurde 2019 festgenommen und angeklagt. Laut offiziellen Berichten nahm sich der 66-Jährige im selben Jahr in seiner Gefängniszelle das Leben. Sein Tod führte in Teilen der US-Gesellschaft zu wilden Spekulationen, da Epstein enge Verbindungen zur amerikanischen High Society pflegte.

Prominente und Milliardäre verkehrten regelmäßig bei ihm, und auch Trump soll Zeit mit Epstein verbracht haben, was durch mehrere Party-Videos belegt ist. Gegen den US-Präsidenten liegen bislang aber keine nachgewiesenen Vorwürfe vor. Dennoch verbindet ihn eine mehr als zehnjährige Freundschaft mit Epstein. Heute bezeichnet Trump Epstein als „Fiesling“. (bg)

Rubriklistenbild: © UPI Photo/Zuma Press Wire/IMAGO/Montage

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