Im Staats-TV

Russlands Propagandist verlangt Finnland, Polen und Alaska zurück

Solowjow, ein russischer Fernsehmoderator, fordert die Eingliederung von Finnland, Polen und Alaska in das „Russische Reich“.

Moskau - Der russische Fernsehmoderator Wladimir Solowjow hat im staatlichen TV die Rückgabe Alaskas an Russland gefordert. Das berichtet das US-Nachrichtenmagazin Newsweek. Solowjow gilt als Vertrauter von Wladimir Putin.

Allerdings nannte der Moderator nicht nur Alaska als künftigen Teil Russlands: Auch Finnland, Polen, Moldawien und das Baltikum sollten „an das Russische Reich zurückgegeben“ werden. „Denken Sie, ich mache Witze, wenn ich Finnland, Warschau, das Baltikum und Moldawien erwähne?“, fragte Solowjow provozierend in der TV-Sendung laut Newsweek.

Russische Propagandisten drohen dem Westen immer wieder mit Eroberungsplänen. Bereits vor wenigen Wochen hatte Putin-Freund Sergej Mironow gesagt, Russland sollen die Zurückeroberung von Alaska erwägen.

Eingliederung von Finnland, Polen und Alaska: Ex-Berater der Ukraine kommentiert Forderung

Anton Heraschtschenko, ehemaliger Berater des ukrainischen Innenministeriums, postete das Video auf X und kommentierte: „Laut Propagandist Solowjow sollten Finnland, Warschau, das Baltikum, Moldawien und sogar Alaska ‚an das Russische Reich zurückgegeben‘ werden. Sie werden nicht vor der Ukraine Halt machen. Die russischen Imperialisten sind unersättlich“, schrieb Heraschtschenko.

Nahe Alaska: Das Foto zeigt einen US-Kampfjet vom Typ F-22 neben einem russischen TU-95 Bomber.

Erst am 17. Dezember waren vier russische Militärflugzeuge in den internationalen Luftraum nahe Alaska eingedrungen, teilte das gemeinsame Kommando der USA und Kanadas mit. Aber: Russlands Flieger drangen nicht in souveräner US- oder kanadisches Territorium ein. Die Nordamerikaner stuften den Vorfall nicht als Bedrohung ein.

Alaska gehörte einst zu Russland. 1867 kauften die Vereinigten Staaten das Land, nachdem der damalige US-amerikanische Präsident Andrew Johnson den sogenannten Alaska-Vertrag unterzeichnet hatte. 1959 erhielt Alaska den Status eines US-Bundesstaates. An ihren nächstgelegenen Punkten trennen Russland und Alaska etwa 85 Kilometer. Seit Monaten verschärfen sich die Spannungen zwischen Russland und Alaska. Immer wieder gibt es Berichte, dass Putin über eine Rückgabe nachdenke.

Alaska-Pläne: Russland bereitet sich auf Konfrontation mit dem Westen vor

Der damalige Sprecher des US-Außenministeriums Vedant Patel sagte im Januar zu Putins mutmaßlichen Alaska-Plänen: „Ich denke, ich kann für uns alle in der US-Regierung sprechen, wenn ich sage, dass er Alaska ganz sicher nicht zurückbekommt.“

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Keir Giles, leitender Berater bei der Denkfabrik Chatham House, sagte Newsweek: „Die fortgesetzten russischen Annäherungen an den US-Luftraum sind eine Erinnerung daran, dass der Großteil der russischen Landstreitkräfte zwar in der Ukraine gebunden ist, seine Luft- und Seestreitkräfte jedoch weiterhin eine globale Bedrohung für seine Gegner, einschließlich der Vereinigten Staaten, darstellen.“

Der Experte sagte weiter: „Es ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sich Russland auf eine Konfrontation mit dem Westen über die Ukraine hinaus vorbereitet, und jede Unterbrechung der Kämpfe dort – beispielsweise durch einen Waffenstillstand – wird es Russland ermöglichen, seine Streitkräfte noch schneller wiederherzustellen, ohne dass die Ukraine sie fast so schnell zerstört, wie sie wieder aufgebaut werden.“ (Jan-Frederik Wendt)

Rubriklistenbild: © dpa

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