Nach Provokationen aus Moskau

Russische Flugzeuge über Alaska: USA verlegen Truppen und Putin-Schreck auf Inselgruppe

Russland provoziert die USA mit militärischen Flügen vor Alaska. Washington entsendet daraufhin Soldaten und schweres Gerät auf eine Insel im Pazifik.

Shemya Island – Die Provokationen des Regimes aus Russland gegen die USA nehmen offenbar zu. Diesmal geht es nicht etwa um die Ukraine. Sondern um das Staatsgebiet der Vereinigten Staaten, genauer gesagt, um die Inseln des US-Bundesstaates Alaska im Pazifik.

Vor Alaska: Amerikaner und Kanadier fangen russische Militär-Flugzeuge ab

Zur Einordnung: Über das Beringmeer sind es teils nur 90 Kilometer Entfernung zwischen dem russischen Festland (Autonomer Kreis der Tschuktschen) und Alaska. Die Nordamerikanische Luft- und Raumfahrt-Verteidigung (NORAD) hat in der vergangenen Woche in der Nähe von Alaska gleich viermal russische Militär-Flugzeuge abgefangen. Laut der Nachrichten-Website des US-Senders CNN tauchten die russischen Flugzeuge jeweils im internationalen Luftraum innerhalb der Alaska Air Defense Identification Zone (ADIZ) auf.

Die ADIZ ist eine Luftverteidigungsidentifizierungszone, die den Luftraum rund um die Vereinigten Staaten und Kanada abdeckt. In dieser Zone ist im Interesse der nationalen Sicherheit die schnelle Identifizierung, Ortung und Kontrolle von Flugzeugen über Land oder Wasser erforderlich.

Shemya Island im Pazifik: Russland liegt näher als die USA

Laut ABC News fingen Amerikaner und Kanadier am Mittwoch (11. September) zwei russische Militär-Flugzeuge ab. Am Freitag (13. September) hatte NORAD zwei russische Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tu-142 identifiziert, einen Tag später brachten US-Jets demnach zwei weitere russische Flugzeuge zum Abdrehen. Washington reagierte nun, und entsandte Truppen sowie schweres Gerät auf die Pazifik-Insel Shemya Island auf den Alëuten. Die Insel liegt rund 1400 Kilometer Luftlinie vom amerikanischen Festland entfernt am Südrand des nordpazifischen Beringmeeres. Nach Russland sind es von hier aus knapp 850 Kilometer.

Wie die 11. Airborne Division der US Army bei dem Kurznachrichtendienst X schrieb, landeten letzte Woche die Soldaten der Einheit „Geronimo“ mit Fernfeuer und Radarfähigkeiten auf der „abgelegenen Insel“ Shemya. Dem Posting (siehe oben) zufolge ist mit Fernfeuer mindestens ein Mehrfachraketenwerfer vom Typ HIMARS gemeint, die sich im Ukraine-Krieg zum regelrechten Schreck der Invasionstruppen von Kreml-Autokrat Wladimir Putin entwickelt haben. Zu dem Posting hieß es martialisch: „Bereit zu kämpfen und zu gewinnen. Überall.“

Semichi Islands
Archipel:Alëuten
Gewässer:Pazifischer Ozean
Geographische Lage:Inselgruppe am Südrand des nordpazifischen Beringmeeres
Inseln:Alaid Island, Nizki Island, Hammerhead Island, Lotus Island und Shemya Island.
Landfläche:26 km²

Spannungen zwischen den USA und Russland: Nato probt möglichen Luftkrieg über Alaska

Unter anderem das amerikanische Online-Nachrichtenmagazin Task & Purpose stellte einen Zusammenhang zwischen den gut sichtbaren Truppenverlegungen und russischen sowie chinesischen Aufklärungsflügen über dem Alaska-Bundesstaatsgebiet her. Auf Shemya Island befindet sich der US-Luftwaffenstützpunkt Eareckson Air Station mit einer drei Kilometer langen Start- und Landebahn.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Erst im Juli hatte die Verteidigungsallianz Nato über Alaska den möglichen Luftkrieg gegen Russland geprobt. Konkret: Die deutsche Luftwaffe der Bundeswehr trainierte gemeinsam mit Amerikanern, Spaniern und Franzosen sowie mit insgesamt 70 Kampfjets in den USA den Ernstfall. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) meinte damals in Alaska vor Ort und mit Blick nach Russland: „Wenn Sie das hier sehen, was hier aufgebaut ist, was an Flugzeugen hier steht, dann seien Sie sicher, das wird auch auf der anderen Seite der Beringstraße gesehen.“ (pm)

Rubriklistenbild: © Screenshot X@11thAirborneDiv

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