Nach Provokationen aus Moskau
Russische Flugzeuge über Alaska: USA verlegen Truppen und Putin-Schreck auf Inselgruppe
Russland provoziert die USA mit militärischen Flügen vor Alaska. Washington entsendet daraufhin Soldaten und schweres Gerät auf eine Insel im Pazifik.
Shemya Island – Die Provokationen des Regimes aus Russland gegen die USA nehmen offenbar zu. Diesmal geht es nicht etwa um die Ukraine. Sondern um das Staatsgebiet der Vereinigten Staaten, genauer gesagt, um die Inseln des US-Bundesstaates Alaska im Pazifik.
Vor Alaska: Amerikaner und Kanadier fangen russische Militär-Flugzeuge ab
Zur Einordnung: Über das Beringmeer sind es teils nur 90 Kilometer Entfernung zwischen dem russischen Festland (Autonomer Kreis der Tschuktschen) und Alaska. Die Nordamerikanische Luft- und Raumfahrt-Verteidigung (NORAD) hat in der vergangenen Woche in der Nähe von Alaska gleich viermal russische Militär-Flugzeuge abgefangen. Laut der Nachrichten-Website des US-Senders CNN tauchten die russischen Flugzeuge jeweils im internationalen Luftraum innerhalb der Alaska Air Defense Identification Zone (ADIZ) auf.
Die ADIZ ist eine Luftverteidigungsidentifizierungszone, die den Luftraum rund um die Vereinigten Staaten und Kanada abdeckt. In dieser Zone ist im Interesse der nationalen Sicherheit die schnelle Identifizierung, Ortung und Kontrolle von Flugzeugen über Land oder Wasser erforderlich.
Success in the Indo-Pacific requires deploying ready, lethal forces who can survive, fight and win anywhere.
— 11th Airborne (@11thAirborneDiv) September 15, 2024
The soldiers of TF Geronimo landed on remote Shemya Island last week with long range fires and radar capabilities.
Ready to fight and win. Anywhere. #ArcticAngels pic.twitter.com/fVQwGsY3Nc
Shemya Island im Pazifik: Russland liegt näher als die USA
Laut ABC News fingen Amerikaner und Kanadier am Mittwoch (11. September) zwei russische Militär-Flugzeuge ab. Am Freitag (13. September) hatte NORAD zwei russische Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tu-142 identifiziert, einen Tag später brachten US-Jets demnach zwei weitere russische Flugzeuge zum Abdrehen. Washington reagierte nun, und entsandte Truppen sowie schweres Gerät auf die Pazifik-Insel Shemya Island auf den Alëuten. Die Insel liegt rund 1400 Kilometer Luftlinie vom amerikanischen Festland entfernt am Südrand des nordpazifischen Beringmeeres. Nach Russland sind es von hier aus knapp 850 Kilometer.
Wie die 11. Airborne Division der US Army bei dem Kurznachrichtendienst X schrieb, landeten letzte Woche die Soldaten der Einheit „Geronimo“ mit Fernfeuer und Radarfähigkeiten auf der „abgelegenen Insel“ Shemya. Dem Posting (siehe oben) zufolge ist mit Fernfeuer mindestens ein Mehrfachraketenwerfer vom Typ HIMARS gemeint, die sich im Ukraine-Krieg zum regelrechten Schreck der Invasionstruppen von Kreml-Autokrat Wladimir Putin entwickelt haben. Zu dem Posting hieß es martialisch: „Bereit zu kämpfen und zu gewinnen. Überall.“
| Semichi Islands | |
|---|---|
| Archipel: | Alëuten |
| Gewässer: | Pazifischer Ozean |
| Geographische Lage: | Inselgruppe am Südrand des nordpazifischen Beringmeeres |
| Inseln: | Alaid Island, Nizki Island, Hammerhead Island, Lotus Island und Shemya Island. |
| Landfläche: | 26 km² |
Spannungen zwischen den USA und Russland: Nato probt möglichen Luftkrieg über Alaska
Unter anderem das amerikanische Online-Nachrichtenmagazin Task & Purpose stellte einen Zusammenhang zwischen den gut sichtbaren Truppenverlegungen und russischen sowie chinesischen Aufklärungsflügen über dem Alaska-Bundesstaatsgebiet her. Auf Shemya Island befindet sich der US-Luftwaffenstützpunkt Eareckson Air Station mit einer drei Kilometer langen Start- und Landebahn.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Erst im Juli hatte die Verteidigungsallianz Nato über Alaska den möglichen Luftkrieg gegen Russland geprobt. Konkret: Die deutsche Luftwaffe der Bundeswehr trainierte gemeinsam mit Amerikanern, Spaniern und Franzosen sowie mit insgesamt 70 Kampfjets in den USA den Ernstfall. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) meinte damals in Alaska vor Ort und mit Blick nach Russland: „Wenn Sie das hier sehen, was hier aufgebaut ist, was an Flugzeugen hier steht, dann seien Sie sicher, das wird auch auf der anderen Seite der Beringstraße gesehen.“ (pm)
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