Erneute Provokation des Kremls?

Russischer Drohnen-Vorfall nahe der Nato-Grenze – F-16-Kampfjets steigen auf

Bei einem Angriff auf die Ukraine kommen russische Drohnen der Nato-Grenze gefährlich nahe. Rumänien reagiert darauf, indem es F-16-Kampfjets in die Luft schickt.

Moskau – Russlands Luftstreitkräfte spielen immer wieder mit dem Feuer. Spätestens seit der Eskalation im Ukraine-Krieg im Februar 2022 kommt es wiederholt zu Vorfällen, bei denen russische Jets dem Nato-Luftraum nahe kommen und abgefangen werden müssen. Auch bei seinen Angriffen mit Kamikaze-Drohnen gegen Ziele in der Ukraine wagt sich die russische Militärführung inzwischen nah an die Nato-Grenze heran. Ein solcher Vorfall ereignete sich auch in der Nacht auf Mittwoch (2. Oktober). Insgesamt vier Kampfjets des Verteidigungsbündnisses stiegen als Reaktion auf die Bedrohung auf.

Russische Kamikaze-Drohnen kommen Grenze gefährlich nah – Nato lässt F-16-Kampfjets aufsteigen

Die russischen Angriffe hätten ukrainischer Infrastruktur im Umland der Großstadt Odessa gegolten, meldet das rumänische Verteidigungsministerium in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme. Dabei hätten sich die Drohnen gefährlich nahe der Grenze zwischen der Ukraine und dem Nato-Mitglied Rumänien nahe dem Kreis Tulcea am Schwarzen Meer genähert.

Zwei F-16-Kampfjets der rumänischen Luftwaffe stiegen in der Nacht zum Mittwoch nahe der Grenze auf. (Archivbild)

Wegen der möglichen Bedrohung löste das nationale Militärkommandozentrum des Landes Alarm aus. Um die Situation zu überwachen, stiegen bereits gegen 0.50 Uhr zwei Kampfjets vom Typ F-18 Hornet in den Luftraum über Rumänien auf. Die Maschinen der spanischen Luftwaffe waren Teil der verstärkten Nato-Präsenz an der Ostgrenze in Rumänien.

Putins Drohnen greife Ziele nahe Odessa an – F-16-Kampfjets sichern Grenze

Unterstützung erhielten die beiden Piloten von zwei F-16-Kampfjets der rumänischen Luftwaffe, die gegen 2.40 Uhr ebenfalls aufstiegen, um die Lage an der Nato-Grenze weiter zu kontrollieren. Die Einsätze der Kampfjets dauerten bis in die frühen Morgenstunden an. Wie das rumänische Verteidigungsministerium in seinem Bericht bestätigt, seien jedoch keine der am Angriff beteiligten Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Putins Kamikaze-Drohnen immer wieder auf gefährlichen Irrflügen

Auch wenn Russland die Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed-136 im Kriegsverlauf noch nicht für Angriffe auf Ziele abseits der Ukraine verwendet hat, stellt deren Benutzung in Grenzgebieten doch eine erhebliche Gefahr dar. Das zeigten unter anderem diverse Vorfälle in den vergangenen Monaten, bei denen Shahed-Drohnen – wohl ungewollt – in den Luftraum von Belarus eingedrungen waren und dort zum Teil noch weiter Strecken ins Landesinnere zurücklegten. Belarus‘ Machthaber Alexander Lukaschenko gilt als einer der engsten Verbündeten von Kreml-Chef Wladimir Putin.

Russland provoziert immer wieder Nato-Luftstreitkräfte mit Kampfjet-Einsätzen in Grenznähe

Denkbar ist es jedoch auch, dass Russland mit seinen Aktionen nahe der Nato-Grenzen provozieren will. Wiederholt war es in den vergangenen Monaten zu Vorfällen über der Ostsee gekommen, bei denen finnische oder schwedische Kampfjets russische Flugzeuge abfangen mussten.

Erst vor einigen Tagen ereignete sich nahe dem US-Bundesstaats Alaska ein gefährlicher Zwischenfall, bei dem der Pilot einer russischen Su-35 bei einem riskanten Flug-Manöver einem US-amerikanischen F-16-Kampfjet gefährlich nahekam. US-General Gregory Guillot sagten in einem Statement auf dem Kurznachrichtendienst X zu dem Vorfall: „Das Verhalten einer russischen Su-35 war unsicher, unprofessionell und gefährdete alle – nicht das, was man bei einer professionellen Luftwaffe sehen würde“. (fd)

Rubriklistenbild: © IMAGO/IPA/ABACA

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