Flugzeuge gegen Putin

Ukraine hat bald mehr F-16-Kampfjets gegen Russlands Attacke

Ein Nato-Staat liefert: Die ukrainischen Streitkräfte stehen kurz davor, zusätzliche F-16-Kampfflugzeuge zur Abwehr der russischen Invasion zu bekommen.

Luzk - Sie sind ein Hoffnungsträger der Ukraine im Krieg mit Russland: F-16-Kampfjets, die Kiew von der Verteidigungsallianz Nato bereitgestellt bekommt. Im Ringen mit dem Moskau-Regime gibt es nun wohl Nachschub aus dem Westen. Konkret: Einem Bericht zufolge folgen aus den Niederlanden mehr Flugzeuge.

F-16-Kampfjets der Ukraine: Niederlande liefern Kiew Nachschub gegen Putin

Wie das Fachmagazin Flug Revue schreibt, wird der deutsche Nachbar dem geschundenen Land absehbar sechs F-16-Kampfjets liefern. Damit steigt die Zahl der einstmals niederländischen F-16-Flugzeuge auf Seiten der Ukrainer auf mittlerweile zwölf, während die russische Propaganda den angeblichen Abschuss einer ukrainischen F-16 behauptet.

Die britische The Times hatte im August berichtet, dass die Niederlande bis dahin sechs und Nato-Mitglied Dänemark im Ukraine-Krieg zudem vier F-16 geliefert hatten. Die Zahlen decken sich mit amerikanischen Medienberichten, wonach die Ukraine bis Mitte September vom westlichen Militärbündnis zehn F-16 bekam.

Eine F-16 Fighting Falcon der niederländischen Luftwaffe, wie sie die Ukrainer aus dem deutschen Nachbarland geliefert bekommen.

F-16-Kampfjets von der Nato: Ukraine-Nachschub bei Verteidigung gegen Russland

Hieße im Umkehrschluss, dass die ukrainischen Luftstreitkräfte in den kommenden Wochen zusammengerechnet 15 F-16-Kampfflugzeuge aus früheren Nato-Staffeln in ihren Reihen hätten. Kiew hatte zwischenzeitlich den Absturz einer F-16 und den bitteren Verlust des erfahrenen Kampfpiloten „Moonfish“ hinnehmen müssen. Auch Kampfpiloten soll es absehbar mehr geben. So hatte Frankreich zuletzt die Grundausbildung ukrainischer Piloten auffällig öffentlich kommuniziert.

„Frankreich hat gerade die Ausbildung der ersten Klasse ukrainischer Piloten auf Alpha Jet abgeschlossen. Seit März 2024 läuft die Armee de l‘Air-Ausbildung von Piloten aus der Ukraine als Reaktion auf einen Bedarf des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Frankreich unterstützt die ukrainischen Kriegsanstrengungen entschlossen“, hieß es in einem Posting der „Armée française“ zu der Meldung.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

F-16-Kampfjets im Ukraine-Krieg: 100 Flugzeuge aus der Nato für Kiew?

Dass sechs weitere F-16 der Holländer unterwegs sind, hatte die Koninklijke Luchtmacht, so der niederländische Name der Königlichen Luftstreitkräfte, in den Sozialen Netzwerken selbst angedeutet. So hieß es in einem offiziellen Posting bei X vom 24. September, dass eine Flugformation F-16 am 27. September auf „Abschiedsflug“ über dem Land sei und es zu Fluglärm kommen könne. Damit nicht genug der Details: Laut Flug Revue wird die nächste Charge niederländischer F-16 aktuell zum polnischen Militärflugplatz Mińsk Mazowiecki bei Warschau entsendet, dort dann von Piloten der 204. ukrainischen Taktischen Luftwaffenbrigade „abgeholt“ und nach Luzk in der Westukraine überstellt.

Folglich wären die gelieferten F-16 und nicht zuletzt die dazugehörige Infrastruktur hauptsächlich unweit der polnischen Grenze bei Luzk stationiert. Und damit außerhalb der Reichweite russischer Mittelstreckenraketen. Das war öffentlich bislang nicht kommuniziert worden. Die Informationen lassen sich nicht, wie so oft nicht im Ukraine-Krieg, unabhängig überprüfen und verifizieren Insgesamt wollen die Niederlande, Belgien, Dänemark und Norwegen den Ukrainern bis zu 100 F-16 liefern. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / StockTrek Images

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