„Das verändert alles“

Wende im Ukraine-Krieg: Neue Drohne soll russische Angriffe für wenige tausend Dollar stoppen

Billig-Drohne gegen Russlands Angriffskrieg: Ein japanisches Unternehmen will die Luftabwehr der Ukraine mit einer günstigen Abfangdrohne revolutionieren.

Im Nahen Osten und in der Ukraine fliegen in diesen Tagen Hunderte Angriffsdrohnen über den Himmel – teils in nur einer Nacht. Unabhängig von ihren Zielen haben sie dabei vor allem eine Gemeinsamkeit: ihre massenhafte Produktion und ihren relativ geringen Kostenaufwand. Die Abwehr von Drohnen mithilfe von Raketen gestaltet sich hingegen nicht nur als deutlich schwieriger, sondern auch als kostspielig. Genau dieses Dilemma will nun eine neue Kooperation lösen.

Ukraine-Krieg: die ukrainische Drohnenabwehr im Einsatz über Kiew (Aufnahme vom 16. März)

Das japanische Unternehmen Terra Drone und das Charkiwer Start-up Amazing Drones haben am 31. März in Kiew ihre Partnerschaft offiziell vorgestellt. Mit einem Startkapital von zehn Millionen Dollar wollen sie gemeinsam die Abfangdrohne „Terra A1“ entwickeln und vermarkten – zunächst für die Ukraine, langfristig auch für den Weltmarkt.

Neue Drohne soll russische Angriffe in der Ukraine stoppen – mit einer revolutionären Technik

„Anfangs stützte sich die Luftabwehr auf teure Raketen. Eine Shahed-Drohne kostet etwa 30.000 bis 40.000 Dollar, während eine Rakete 1 bis 2 Millionen Dollar kosten kann“, wird Terra-Drone-CEO Toru Tokushige von United 24 Media zitiert. „Abfangdrohnen hingegen sind schon für 2.000 bis 3.000 Dollar zu haben. Das verändert alles.“

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h soll die neue Abwehrdrohne die übliche Reisegeschwindigkeit einer Shahed-Drohne, die Russland in der Ukraine anwendet, deutlich übertreffen. Laut dem japanischen Unternehmen deckt sie dabei eine Reichweite von 32 Kilometern ab. Ihr Elektroantrieb sorge für eine geringe Geräusch- und Wärmeentwicklung, was sie schwer zu orten mache. Innerhalb ihrer 15-minütigen Flugzeit könne eine einzige Drohne den gesamten Einsatz eigenständig abwickeln: von der Luftraumüberwachung bis zur Neutralisierung des Ziels.

Heftiger Angriff auf Kiew: Die Bilder der Zerstörung

Russland startet kurz nach Weihnachten einen massiven Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Es gibt zahlreiche Opfer, Tausende Haushalte sind ohne Strom und Heizung.
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Russland startet kurz nach Weihnachten einen massiven Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Es gibt zahlreiche Opfer, Tausende Haushalte sind ohne Strom und Heizung.
Heftiger Angriff auf Kiew: Die Bilder der Zerstörung

Russland hat die Ukraine zuletzt in der Nacht zum Ostermontag mit heftigen Angriffen überzogen. In nur einer Nacht habe die russische Armee mehr als 140 Drohnen abgefeuert, erklärte der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Onlinediensten. Bei den nächtlichen Angriffen auf Energieanlagen in mehreren Regionen sowie die südukrainische Hafenstadt Odessa wurden ukrainischen Angaben zufolge mindestens drei Menschen getötet.

Amazing-Drones-Chef Maksym Klymenko entwickelt die Drohne laut Informationen von Kyiv Independent unter realen Kriegsbedingungen – in Charkiw, nur wenige Kilometer von der Front entfernt. Man nutze Feedback vom Militär, das in Echtzeit in die Weiterentwicklung der Drohne einfließe. Laut Klymenko gibt es kein Testlabor, das schnellere Ergebnisse liefern könnte. „Man muss hier wirklich schnell sein. Was du vor einem Jahr gebaut hast, hat die Ukraine schon längst hinter sich gelassen“, sagte er gegenüber der Zeitung.

Der japanische CEO Tokushige sei trotz japanischer Reisewarnung insgesamt achtmal in die Ukraine gereist. Er sei überzeugt, dass die Technologie weit über den Krieg hinaus relevant ist. Er plane künftig, mit weiteren ukrainischen Rüstungsunternehmen zusammenzuarbeiten – etwa an amphibischen Drohnen, FPV-Drohnen und Aufklärungsdrohnen. Japan plant seinen größten Verteidigungshaushalt aller Zeiten und sieht sich selbst durch Drohnen aus Russland, China und Nordkorea bedroht. (Quellen: TerraDrone; United24 Media; Kyiv Independent; dpa) (no)

Rubriklistenbild: © Sergei Supinsky/AFP

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