Trumps Gesundheit

„Wenn es zur Tragödie kommt“: Vance bringt sich als Trump-Nachfolger ins Spiel

Vance erklärt sich bereit für das Oval Office, während er sich als möglicher Trump-Nachfolger positioniert. Er betont sein „200-Tage-Training“.

Washington, D.C. – Der amerikanische Vizepräsident JD Vance hat seine Bereitschaft signalisiert, das Präsidentenamt zu übernehmen, sollte seinem Chef Donald Trump etwas zustoßen. In einem Interview mit dem Sender ABC News erklärte der 41-jährige Vance, er sei für den Spitzenjob im Weißen Haus vorbereitet.

Gemeinsam im Oval Office: US-Präsident Donald Trump und sein Vize JD Vance. (Archivfoto)

„Wenn es, Gott bewahre, zu einer schrecklichen Tragödie kommt, kann ich mir kein besseres Training am Arbeitsplatz vorstellen als das, was ich in den letzten 200 Tagen erhalten habe“, sagte Vance. Diese Äußerung hat in Washington für Aufsehen gesorgt und Spekulationen über den Gesundheitszustand des amtierenden Präsidenten befeuert.

Spekulationen um Trumps Gesundheitszustand: Vance spricht von „guter Verfassung“

Donald Trump sieht sich zunehmend Fragen zu seiner Gesundheit ausgesetzt. Kürzlich aufgetauchte Fotos, die Blutergüsse an Trumps Hand zeigen, haben die Diskussion weiter angeheizt. Auch angeschwollene Knöchel sorgten für Spekulationen. Vance bemühte sich in dem ABC-Interview, solche Bedenken zu zerstreuen.

„Ich fühle mich sehr zuversichtlich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten in guter Verfassung ist, den Rest seiner Amtszeit absolvieren und großartige Dinge für das amerikanische Volk tun wird“, beteuerte der Vizepräsident. Er lobte Trumps Energie und Arbeitseifer: „Er ist die letzte Person, die nachts Anrufe tätigt, und er ist die erste Person, die morgens aufwacht und die ersten Anrufe macht.“

Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Donald Trump
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.), seinem Sohn und First Lady Melania Trump
Unterstützung soll Elon Musk von Vivek Ramaswamy erhalten.
Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig.
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Vance ist ein Liebling der US-amerikanischen Tech-Elite, aber kein MAGA-Führer

JD Vance, der jüngste Vizepräsident in der Geschichte der USA, wird schon länger als potenzieller Trump-Nachfolger gehandelt. Im Gegensatz zu Trump, der vor allem von seiner MAGA-Bewegung gestützt wird, gilt Vance als Kandidat der Tech-Elite. Zu seinen wichtigsten Unterstützern zählt der einflussreiche Tech-Investor Peter Thiel, der für Vance‘ Senatskampagne 2022 15 Millionen US-Dollar spendete. Thiel glaubt laut eigener Aussage nicht mehr, „dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.“

Vance und seine ideologische Ausrichtung könnten im Falle einer Amtsübernahme zu einem Kurswechsel in der US-Politik führen. Er wird als Vertreter des Tech-Liberalismus und eines religiösen Nationalismus beschrieben. Sollte Vance Trump ablösen, dürfte das auch erhebliche Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen. Außenpolitisch fiel Vance mehrfach mit losem Mundwerk auf: so attackierte er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Februar bei einem Washington-Besuch und behauptete auf der Münchner Sicherheitskonferenz, in Deutschland herrsche keine Meinungsfreiheit.

Wird die Trump-Nachfolge bereits intern diskutiert?

Vance‘ öffentliche Bereitschaftserklärung zur Amtsübernahme markiert einen ungewöhnlichen Schritt in der US-Politik. Üblicherweise vermeiden Vizepräsidenten es, allzu offen über eine mögliche Nachfolge zu sprechen, solange der amtierende Präsident im Amt ist. Dass Vance dies nun tut, könnte als Zeichen dafür gewertet werden, dass innerhalb der Trump-Regierung die Nachfolgefrage bereits diskutiert wird. Immerhin äußerte sich Donald Trump selbst auch schon zu einem möglichen Nachfolger. (nak)

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

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