Spekulationen um Präsidentengesundheit

Bilder von Trumps Händen befeuern Debatte um Gesundheit des Präsidenten

Blutergüsse oder nur harmlose Hautreizungen? Trumps Hand befeuert Spekulationen. Die Opposition beklagt intransparenten Umgang.

Washington, D.C. – Ein auffälliger Make-up-Fleck auf der rechten Hand von Präsident Donald Trump sorgt in den USA erneut für wilde Spekulationen über den Gesundheitszustand des 79-Jährigen. Fotos vom Freitag zeigen Trump mit deutlich geschminkter Hand bei einem Besuch des Museums „The People’s House“ in der Nähe des Weißen Hauses. Beobachter vermuten, dass damit Blutergüsse überdeckt werden sollten.

Trumps Hände befeuern weiter Debatte um Gesundheit des Präsidenten

Nach Berichten des Daily Beasts trat Trump bereits mehrfach mit geschminkter Hand auf, zuletzt bei einem öffentlichen Auftritt in Washington am Freitag (22. August). Auch die britische Telegraph dokumentierte, dass er bereits bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Anfang des Jahres mit sichtbaren Handblutergüssen erschien, die nun offenbar abgedeckt werden.

Die Diskussion wurde zusätzlich befeuert, weil Trump während seiner Rede im Oval Office seine rechte Hand unter der linken verschränkte und nur kurz sichtbar machte. „Es wirkte, als wolle er die Schminke verbergen“, schrieb The Independent.

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Weißes Haus spricht von harmlosen Ursachen von Trumps Hautirritationen

Das Weiße Haus versuchte, die Debatte zu entschärfen. Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte gemäß Daily Beast erneut, die Hautirritationen seien auf „häufiges Händeschütteln und die Einnahme von Aspirin“ zurückzuführen. Schon im Juni hatte sie erklärt, bei Trump sei eine „chronische Veneninsuffizienz“ festgestellt worden – eine bei älteren Menschen häufige, aber in der Regel ungefährliche Erkrankung, bei der Blut in den Beinen nicht optimal zum Herzen zurückfließt.

Der Präsident habe keine Beschwerden, hieß es damals, gemäß Mediaite, und auch die Doppler-Untersuchung habe keinen Hinweis auf Thrombosen ergeben. Doch die wiederkehrenden Bilder von geschwollenen Knöcheln und nun der Schminkeinsatz an der Hand lassen Zweifel an der offiziellen Version nicht abreißen.

Kosmetisch abgedeckt: Präsident Donald Trump bei einer Zeremonie im Weißen Haus am 16. Juli 2025 in Washington. Die auffällig geschminkte Hand des 79-Jährigen befeuert Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.

Make-up-Fleck an Trumps Hand: Spekulationen über Herzleiden und Infusionen

In sozialen Medien vermuteten Nutzer derweil, die blauen Flecken könnten auf eine ernsthafte Herzkrankheit hindeuten, andere sprachen von wiederholten Infusionen, die der Präsident erhalte. Der Daily Express U.S. berichtete zudem, dass Gesundheitsexperten auch über mentale Einbußen Trumps diskutieren – von Vergesslichkeit bis zu auffälligen Versprechern in Interviews.

Eine im Mai veröffentlichte Umfrage von The Economist/YouGov zeigte, dass 45 Prozent der Befragten glauben, Trump sei nicht transparent mit seiner Gesundheit umgegangen. Zwar hatte sein Leibarzt Sean Barbabella im April nach der jährlichen Untersuchung „hervorragende kognitive und körperliche Gesundheit“ bescheinigt, doch werden Fragen nach einem möglichen Behandlungsplan bislang nicht beantwortet.

Gesundheit der US-Präsidenten: Trumps Verschwiegenheit nicht einzigartig

Historisch gesehen ist die Offenheit über den Gesundheitszustand von US-Präsidenten schwankend. Franklin D. Roosevelt, skizzierte beispielsweise die Süddeutsche Zeitung vor wenigen Jahren, verbarg etwa seine weitreichenden Einschränkungen, vermutlich durch Kinderlähmung ausgelöst, vor der Öffentlichkeit, indem er nur selten in einem Rollstuhl fotografiert wurde. Auch John F. Kennedy kommunizierte nicht, dass er stark unter dem Addison-Syndrom und chronischen Rückenschmerzen litt. Ronald Reagan wiederum verschwieg zunächst mehrere kleinere Operationen und nur ein Teil seiner Ärzteberichte wurde publik.

Erst in den 1990er-Jahren setzte sich mit George H. W. Bush und insbesondere Bill Clinton eine Praxis durch, nach den jährlichen Routineuntersuchungen formalisierte Gesundheitsberichte herauszugeben. George W. Bush und Barack Obama ließen regelmäßig solche Reports veröffentlichen, meist allerdings in sehr kontrollierter Form.

Auch Donald Trumps Vorgänger Joe Biden ließ regelmäßig umfangreiche Gesundheitsberichte veröffentlichen, in denen kleinere altersbedingte Beschwerden wie ein steifer Gang, Wirbelsäulenarthritis, gastroösophageale Refluxkrankheit und Schlafapnoe detailliert genannt wurden. Sein langjähriger Arzt bestätigte in den Berichten stets, dass Biden gesund, aktiv und in der Lage sei, sein Amt auszuüben. Allerdings gab es auch bei Biden Spekulationen, vor allem wegen seines hohen Alters und gelegentlicher Aussetzer.

Transparenz um Donald Trumps Gesundheitszustand bleibt aus – Debatte hält an

Derweil bleiben auch Forderungen, Trumps Arzt direkt befragen zu können, momentan unerfüllt. Leavitt sagte zwar vergangene Woche laut Daily Beast, dies sei „etwas, das man sich ansehen“ könne, fügte jedoch hinzu, es gebe „nichts zu verbergen“. Konkrete Auskünfte zu möglichen Therapien oder Alltagsanpassungen fehlen jedoch weiter.

Damit bleibt die Diskussion um die Gesundheit des Präsidenten lebendig – befeuert von jedem neuen Foto, das entweder seine geschwollenen Knöchel oder den auffälligen Make-up-Fleck auf seiner Hand zeigt. (chnnn)

Rubriklistenbild: © Beide Fotos: Zuma Press Wire

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