Ungarn-Wahl
Historischer Machtwechsel: Zweidrittelmehrheit für Tisza
In Ungarn ist eine politische Ära zu Ende gegangen. Die Tisza-Partei von Peter Magyar hat die Parlamentswahl deutlich gewonnen und erreicht eine Zweidrittelmehrheit – Viktor Orbán räumt nach 16 Jahren an der Spitze seine Niederlage ein.
Ungarn steht vor einem politischen Umbruch. Nach Auszählung fast aller Stimmen hat die bürgerliche Tisza-Partei von Oppositionsführer Peter Magyar die Parlamentswahl deutlich gewonnen. Laut Wahlkommission kommt Tisza auf 53,2 Prozent der Stimmen und sichert sich 138 der 199 Mandate – genug für eine Zweidrittelmehrheit. Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei wurden damit nach 16 Jahren klar abgewählt.
Viktor Orbán räumt die Niederlage ein
Magyar sprach am Abend von einem historischen Moment. Vor zehntausenden Anhängern am Donauufer in Budapest erklärte er: „Gemeinsam haben wir das Orban-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit.“ Die hohe Zustimmung, so Magyar, sei die Grundlage für einen friedlichen und geordneten Machtwechsel. Er kündigte an, Ungarn wieder zu einem verlässlichen Partner in Europäischer Union und NATO zu machen. Viktor Orbán räumte die Niederlage seiner Fidesz-Partei ein und bezeichnete das Ergebnis als „schmerzhaft“. Fidesz kommt nach Angaben der Wahlkommission auf 38,3 Prozent und 55 Mandate. Orbán erklärte, seiner Partei sei „nicht die Verantwortung und die Chance zum Regieren anvertraut worden“ und bestätigte, der siegreichen Tisza-Partei bereits gratuliert zu haben. Ein weiteres Signal: Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert. Kurz vor Schließung der Wahllokale hatten 77,8 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben – deutlich mehr als bei der vorherigen Parlamentswahl. Für viele gilt das als Zeichen, dass ein großer Teil der Bevölkerung den politischen Kurs des Landes aktiv mitgestalten wollte. Alle Informationen sehen Sie im Video.
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