Russland verstärkt Angriffe

Ukraine unter Druck: Selenskyj beklagt Putins Terror – zahlreiche Angriffe auf Strom- und Gasanlagen

Nach einer weiteren Woche mit tausenden Angriffen aus der Luft bezeichnet Präsident Selenskyj die russischen Angriffe als Terror gegen sein Land.

Kiew – Der Krieg in der Ukraine zeigt kein Ende und mit dem Einbruch der kalten Jahreszeit spitzt sich die Lage zu: Russland intensiviert Angriffe auf die Energieversorgung — Strom- und Gasanlagen stehen im Fokus. Die gezielten Angriffe gefährden nicht nur den Alltag der Bevölkerung, sondern drohen, das Land ohne Wärme und Licht in den Wintermonaten zu lassen. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland in der vergangenen Woche die Angriffe auf die Ukraine massiv ausgeweitet. Auf der Plattform X schrieb Selenskyj, Russland habe innerhalb weniger Tage mehr als 3.100 Drohnen, 92 Raketen und rund 1.360 Gleitbomben abgefeuert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert ein Handeln gegen Russlands „Terror aus der Luft“. (Archivbild)

Einer der heftigsten Angriffe ereignete sich am Freitag: 465 Drohnen und 32 Raketen trafen Städte im ganzen Land – auch die Hauptstadt Kiew. Infolge der Angriffe waren zahlreiche Orte stundenlang ohne Strom und Wasser. Wie zwei Korrespondenten der Kyiv Post berichteten, beschädigte Russland bei den Angriffen auch ein Wohnhaus in ihrer Nachbarschaft nahe dem Stadtzentrum schwer. Selenskyj betonte, die massiven Angriffe seien ein Beleg dafür, dass Russland den Krieg mit immer größerer Härte führt.

Ukraine stellt Stromversorgung nach massiven Drohnen- und Raketenangriffen wieder her

Wie Reuters berichtete, konnten Rettungskräfte in großen Teilen der Ukraine die Stromversorgung wiederherstellen, nachdem ein russischer Drohnen- und Raketenangriff zahlreiche Energieanlagen getroffen hatte. Durch die Angriffe waren Kiew und weite Teile des Landes stundenlang dunkel und die Wasserversorgung unterbrochen. Bei dem Massenangriff auf das Energiesystem kurz vor Wintereinbruch kam es in neun Regionen zu Stromausfällen. Betroffen waren über eine Million Haushalte und Unternehmen im ganzen Land.

Russland nimmt seit dem Beginn seines Angriffskrieges im Nachbarland im Februar 2022 mit seinen anhaltenden Drohnen- und Raketenangriffen insbesondere die ukrainische Energieinfrastruktur unter Beschuss. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die „massiven nächtlichen Angriffen“ seien auf Energieinfrastruktur gerichtet gewesen, „die den Betrieb des militärisch-industriellen Komplexes“ der Ukraine am Laufen halte.

Selenskyj fordert nach mehr als 4.000 Luftangriffen verschärften Druck auf Russland

Selenskyj hat nach einer Woche mit – nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur – mehr als 4.000 russischen Angriffen aus der Luft die Weltgemeinschaft zum Handeln aufgefordert. „Moskau erlaubt sich eine Eskalation seiner Angriffe und nutzt dabei offen die Tatsache aus, dass die Welt sich auf die Sicherung des Friedens im Nahen Osten konzentriert“, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit.

„Genau deshalb darf der Druck nicht nachlassen. Sanktionen, Zölle und gemeinsame Maßnahmen gegen die Käufer von russischem Öl – diejenigen, die diesen Krieg finanzieren – müssen weiterhin auf dem Tisch bleiben“, sagte er. Dieser Ansatz könne den Weg zu einem dauerhaften Frieden für Europa ebnen. „Die Welt kann dies parallel zum Friedensprozess im Nahen Osten gewährleisten“, sagte der ukrainische Präsident. Die Ukraine fordert seit langem etwa Sanktionen gegen China und Indien, die zu Russlands wichtigsten Ölkunden gehören.

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Russlands Angriffe zeigen Schwächen: Ukraine muss Flugabwehr nachrüsten

Die ukrainische Flugabwehr hat angesichts der verstärkten russischen Angriffe mit Drohnen und Raketen weiterhin Lücken. Die Effizienz der Flugabwehr liegt gegenwärtig nur bei knapp 74 Prozent, berichtete Armeechef Olexander Syrskyj nach einer Sitzung mit der Armeeführung. Angesichts dieser Zahlen und der erhöhten Zahl russischer Angriff müssten zusätzliche Anstrengungen unternommen werden. Vor allem müsse die Energieversorgung, die kritische Infrastruktur und die Logistik im Hinterland besser geschützt werden. Kiew bemüht sich seit Monaten um neue Waffen und Systeme, um die Flugabwehr zu verbessern. (Quellen: dpa, Reuters, X, Kyiv Post) (jal)

Rubriklistenbild: © (AP Photo/Dan Bashakov)/AP/dpa

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