Reaktionen der Rechten nach der Ungarn-Wahl
Das sagen die extremen Rechten zu Orbans Desaster bei der Ungarn-Wahl
In Ungarn bescheren die Wähler dem rechtsautoritäten Viktor Orbán eine krachende Niederlage. Wie reagiert die internationale extreme Rechte auf die Schlappe?
Update vom 15. April, 9:32 Uhr: EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sieht in der Wahlniederlage des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán einen „neuen Schub“ für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine. „Ich persönlich erwarte, dass sich das positiv auf den Beitrittsprozess auswirken wird“, sagte Kos am Dienstag (Ortszeit) am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Das Ergebnis der ungarischen Parlamentswahl bezeichnete sie als „großen Sieg für Europa“.
Zudem erklärte Kos, Orbans Abwahl werde die Freigabe des beschlossenen EU-Darlehens von 90 Milliarden Euro für die Ukraine ermöglichen, gegen das Orban sein Veto eingelegt und damit eine Auszahlung bislang verhindert hatte. „Mit den 90 Milliarden können wir den Finanzbedarf der Ukraine in den Jahren 2026 und 2027 decken“, sagte sie. Die Tisza-Partei des bisherigen Oppositionsführers Péter Magyar hatte die Parlamentswahl am Sonntag klar gewonnen. Magyar hat Reformen und eine engere Zusammenarbeit mit Brüssel angekündigt und hofft auf eine schnelle Freigabe bisher blockierter EU-Mittel für sein Land.
Erstmeldung: Budapest – Die Niederlande machten es im Oktober 2025 vor: Anstatt den Rechtsaußen-Politiker Geert Wilders an die Macht zu wählen, regiert mit dem Kabinett Jetten ein Zusammenschluss aus Konservativen und Linksliberalen. In Ungarn nun zeigt sich nach der Parlamentswahl und der erdrutschartigen Niederlage des rechtsautoritären Populisten Viktor Orbán, dass sich auch dort die Menschen einen anderen – europäischeren – Weg wünschen. Selbst wenn noch unklar ist, welchen Kurs der künftige Regierungschef Péter Magyar einschlagen wird: Für die internationale extreme Rechte ist das eine Schlappe.
Während AfD-Chefin Alice Weidel sich bislang noch ausschweigt und ein gemeinsames Bild mit Orbán (Stand 13. April, 11 Uhr) ihren Twitteraccount ziert, äußert sich der Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah. „Die Gegner Orbáns feiern. Budapest ist noch nach Mitternacht voller fröhlicher Menschen, die spontan den Ring entlang laufen, teilweise mit Fahnen. Die urbane Jugend wollte den Wechsel, das ist leider so“. Man werde „diese Niederlage auszuwerten haben“, schreibt Krah, den der Verfassungsschutz als „völkisch-nationalistisch“ und „verfassungsfeindlich“ einstuft.
Wilders und Le Pen reagieren auf die Niederlage von Orbán bei der Ungarn-Wahl
Wilders, der vermutlich selbst noch an seiner eigenen Niederlage knabbert, wurde deutlicher. Orbán sei der einzige Politiker in der EU gewesen, „der Rückgrat hatte. Er ging hart gegen Migration vor und war gegen den ‚Woke‘-Trend. Dank ihm ist Budapest im Vergleich zu Amsterdam, Brüssel oder Paris eine Oase der Sicherheit. Jetzt sitzen wir mit Schwächlingen wie Jetten, Macron, Sanchez und Merz fest. Ein trauriger Tag. (…)“, betrauerte er auf X.
Deutlich blumiger umschreibt Marine Le Pen der rechtsextremen Partei Rassemblement National die Orbán-Klatsche: „Trotz der grotesken Vorwürfe der ‚Diktatur‘, die seit Jahren gegen die Regierung von @PM_ViktorOrban erhoben werden, hat sich das demokratische Ungarn für einen Machtwechsel entschieden.“ Den habe Orbán, „der seit sechzehn Jahren mit Mut und Entschlossenheit die Freiheit und Souveränität Ungarns verteidigt, mit großer Eleganz“ umgesetzt.
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Italiens Regierungschefin und Vorsitzende der postfaschistischen Fratelli d’Italia, Giorgia Meloni, reagierte staatstragender. Sie gratulierte Magyar zum Sieg, bedankte sich jedoch auch beim abgewählten Ministerpräsidenten und „Freund“ Viktor Orbán für die „intensive Zusammenarbeit“ der vergangenen Jahre: „Ich weiß, dass er sich auch aus der Opposition heraus weiterhin für sein Land einsetzen wird.“
Meloni dankt ihrem „Freund“ Orbán nach Niederlage bei Ungarn-Wahl
Ähnlich zurückhaltend äußerten sich die Ministerpräsidenten der Slowakei und Tschechiens, Robert Fico und Andrej Babiš, die Orbán im Wahlkampf unterstützt haben, und gratulierten Magyar. Fico erklärte auf Facebook, er sei „bereit zu intensiver Zusammenarbeit mit dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten“. Zugleich bekundete er seine „Dankbarkeit“ gegenüber Orbán. Der tschechische Regierungschef Babiš erklärte auf X, er respektiere das Wahlergebnis und freue sich auf die Zusammenarbeit. Zugleich versprach er eine konstruktive Zusammenarbeit mit „wem auch immer die Wähler wählen“. Magyar dürfe „nicht enttäuschen“. (Quellen: eigene Recherche, dpa, AFP) (ktho)
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