Entscheidung im Big Apple
Bürgermeisterwahlen in New York: Mamdani wird zum Albtraum der Eliten
Shootingstar Mamdani liegt in Umfragen zur Bürgermeisterwahl in New York vorne, doch seine Parteiführung hat Probleme mit den linken Kandidaten.
New York – Am Dienstag, dem 4. November 2025, entscheidet die Bevölkerung von New York City darüber, wer die Millionenmetropole an der Ostküste der USA für die nächsten vier Jahre als Bürgermeister regieren wird. Die Wahlen im Big Apple sind bereits jetzt ein Politikum für die ganzen USA. Das liegt vor allem am Kandidat der Demokraten und Topfavoriten, Zohran Mamdani.
Der 34 Jahre alte politische Newcomer liegt laut Umfragen zur Bürgermeisterwahl in New York deutlich vor der Konkurrenz: Curtis Sliwa, Kandidat der Republikaner, und Andrew Cuomo, ehemaliger Gouverneur des Bundesstaates New York. Mamdani gehört zum linken Flügel der Demokraten, der in den USA auch als „Democratic Socialists of America“ (demokratische Sozialisten) bezeichnet wird. Er steht für einen radikalen Kurswechsel im Big Apple, der gleichzeitig die Führung seiner eigenen Partei verunsichert und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt elektrisiert. Das beweist allein die Rekordbeteiligung bei der vorzeitigen Stimmabgabe, über die der lokale TV-Sender ABC7 New York berichtete. Mehr als 160.000 Menschen sollen ihre Stimme bereits abgegeben haben. Fachleute rechnen mit weiteren Rekordbeteiligungen am eigentlichen Wahltag, dem 4. November 2025.
Mamdani laut Umfragen Favorit auf Sieg bei Bürgermeisterwahl in New York
Sollte Mamdani das Ergebnis erzielen, das die Umfragen zur Wahl in New York im Vorfeld vermuten lassen, würde er der erste muslimische Bürgermeister der Ostküstenmetropole werden. Bei den traditionell hart umkämpften Vorwahlen der Demokraten schlug er überraschend den ehemaligen Gouverneur Andrew Cuomo, der nun als unabhängiger Kandidat antritt. Als dritter Kandidat bewirbt sich der Republikaner Curtis Sliwa um das Amt. Amtsinhaber Eric Adams zog seine Kandidatur zurück.
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Besonders auffällig ist laut ABC7 New York bei der vorzeitigen Stimmabgabe ein Wandel in der Wählerschaft: Während sich bei den Vorwahlen vor allem junge Wählerinnen und Wähler zwischen 25 und 34 Jahren beteiligten, machten nun die Menschen über 55 Jahre mehr als die Hälfte der bisherigen Stimmen aus. Cuomo sieht diesen Trend als Vorteil für seine Kandidatur. Bei einem Auftritt in einem Seniorenzentrum im New Yorker Stadtteil Harlem erklärte er: „Bei den Vorwahlen war die Wahlbeteiligung völlig anders als gedacht. Viel jünger und der Anteil der jungen Wähler war viel höher.“ Der ehemalige Gouverneur hofft, dass die Älteren ihm zum Sieg verhelfen werden.
Bürgermeisterwahlen in New York: Alle Infos in der Übersicht
| Datum | 4. November 2025 |
| Uhrzeit | 6 Uhr bis 21 Uhr (ET) |
| Kandidaten | Zohran Mamdani (Demokraten), Andrew Cuomo (parteilos) Curtis Sliwa (Republikaner) |
Mamdani dagegen setzt im Endspurt vor den Wahlen in New York weiter auf sein zentrales Thema: die Bezahlbarkeit des Lebens in der immer teurer werdenden Millionenmetropole. Die sei für alle rund acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohner relevant. Steigende Preise seien „etwas, das ihnen die Möglichkeit raubt, in dieser Stadt alt zu werden“, sagte Mamdani laut der Nachrichtenagentur AFP auf einer Wahlkampfveranstaltung in Queens am Montag (27. Oktober).
Mamdanis zentrales Wahlversprechen sind niedrigere Lebenshaltungskosten in einer der teuersten Städte der Welt. Er verspricht eine Mietpreisbremse, kostenlose Busse und Gratis-Kinderbetreuung, finanziert durch höhere Steuern für Wohlhabende und Unternehmen. Immer wieder stimmte sein Publikum in Queens „Tax the Rich!“-Rufe (Besteuert die Reichen) an.
Trump wettert gegen Mamdani und droht New York mit Kürzungen und Soldaten
Mit diesen Vorhaben zog Mamdani bereits während der Vorwahlen in New York den Zorn aus Washington DC auf sich. US-Präsident Donald Trump, gebürtiger New Yorker, bezeichnete den linken Kandidaten als wiederholt als „gefährlichen Kommunisten“, der die reiche Elite aus der Stadt vertreiben würde. Sollte Mamdani die Wahl in New York gewinnen, drohte Trump prophylaktisch mit Kürzung von Bundesmitteln und dem Einsatz der Nationalgarde.
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Mamdani konterte bei der Großkundgebung: Viele New Yorker hätten sich von der Demokratischen Partei entfremdet und Trump wegen seiner wirtschaftlichen Versprechen gewählt. Spätestens jetzt sei klar: „Trump hat gelogen.“ Deshalb gehe es darum, jene Arbeiterklasse zu schützen, „die er zurückgelassen hat“.
Doch nicht nur Donald Trump hat seine Probleme mit dem prophezeiten Erfolg Mamdanis in New York City. Auch die Parteispitze der Demokraten tut sich schwer damit, den linken Newcomer aus den eigenen Reihen zu unterstützen. Chuck Schumer, Chef der Demokraten im US-Senat, gab bislang keine öffentliche Wahlempfehlung ab. Hakeem Jeffries, Sprecher der demokratischen Fraktion im US-Repräsentantenhaus, zögerte bis zuletzt, doch sprach sich schließlich doch in einem Statement für Mamdani aus. Jeffries widersetzte sich damit den Forderungen aus etablierten Kreisen der eigenen Partei. Im Interview mit Fox News forderte unter anderem Kaivan Shroff, ehemaliger Wahlkampfberater von Hillary Clinton bei der US-Wahl 2016, die Parteispitze der Demokraten auf, sich gegen Mamdani zu stellen.
Sanders und Ocasio-Cortez unterstützen Mamdani vor Wahlen in New York
Doch ganz allein steht der Shootingstar der US-Politik nicht da. Prominente Vertreterinnen und Vertreter des linken Flügels der Demokraten unterstützten Mamdani bei einer Großkundgebung vor rund 13.000 Menschen in New York – darunter US-Senator Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez, die als Abgeordnete im US-Kongress einen Wahlkreis der Ostküstenmetropole repräsentiert. Es sei „kein radikaler Akt“, bezahlbaren Wohnraum, faire Löhne und Gesundheitsversorgung zu fordern, sagte sie laut dpa. „Das ist grundlegende Menschlichkeit.“
Ob Mamdani seiner Favoritenrolle bei der Bürgermeisterwahl in New York gerecht werden kann, werden die Ergebnisse am 4. November 2025 zeigen. Die Wahllokale im Big Apple öffnen bereits um 6 Uhr Ortszeit (12 Uhr MEZ) und schließen um 21 Uhr (3 Uhr MEZ am Mittwoch). Ein Sieg Mamdanis würde zeigen, ob linke Politik auch außerhalb progressiver Hochburgen erfolgreich sein kann – und könnte die Debatte innerhalb der Demokratischen Partei über den richtigen Kurs gegen Trump neu anheizen. (Verwendete Quellen: DPA, AFP, ABC7 New York, Fox News, Guardian) (dil)
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