Zuständigkeiten bei Abschuss unklar
Sorge am Flughafen: Wer steckt hinter den Drohnen-Vorfällen in München?
Den zweiten Abend infolge stellt der Flughafen München zeitweilig wegen Drohnenalarms seinen Betrieb ein. Störungen mit Drohnen haben deutlich zugenommen.
München – Ein großes Rätselraten beschäftigt Politik und Sicherheitsbehörden: Wer ist für die Drohnenflüge über München verantwortlich und welches Motiv steckt dahinter? Klar ist, dass die Störungen mit Drohnen an den Flughäfen nach Angaben der Deutschen Flugsicherung deutlich zugenommen haben. Ende September hatte das bundeseigene Unternehmen im laufenden Jahr 2025 Ende August 144 Behinderungen durch Drohnen registriert: Allein in München waren es bis August sechs Sichtungen, am Frankfurter Flughafen 35. Im Vorjahr seien es im selben Zeitraum bundesweit 113 Vorkommnisse gewesen, im Jahr 2023 nur 99.
Aktuell ist auch noch unbekannt, von welcher Bauart die gesichteten Drohnen waren. Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, habe die Bundespolizei von zwei Drohnensichtungen am Freitagabend gesprochen. Da sich die Drohnen sofort entfernt hätten, habe man sie nicht identifizieren können. Die Anzahl der Drohnen in privaten Haushalten wird auf 300.000 bis 500.000 geschätzt, daher bleiben Vermutungen, es habe sich um russische Drohnen gehandelt, eine unbelegte Spekulation.
Drohnen über München: NRW-Innenminister spricht von möglichen Trittbrettfahren
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stellte dennoch einen Zusammenhang mit einer möglichen Bedrohung von außen her und sagte: „Wir sind nicht mehr ganz so im Frieden, wie wir waren.“ Bayerns CSU-Innenminister Joachim Hermann konkretisierte ein mögliches Vorgehen am Freitag (3. Oktober): „Wir wollen die rechtlichen Möglichkeiten der bayerischen Polizei deutlich erweitern, damit sie sofort und effektiv gegen Drohnen vorgehen kann. Das bedeutet auch, dass die Polizei bei akuter Gefahr Drohnen sofort abschießen darf.“
Zur Besonnenheit hingegen mahnt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), der Trittbrettfahrer nicht ausschloss: „Ich bin sicher: Nicht jede Drohne steuert der Kreml – aber jede einzelne spielt (Präsident Wladimir) Putin in die Karten“, sagte Reul. „Wer leichtfertig eine Drohne steigen lässt, sollte sich darüber im Klaren sein.“
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Unabhängig davon, ob es sich um ausländische oder private Drohnen handelte: In der Nähe von Flughäfen gefährden sie die Flugsicherheit, weshalb ein Luftfahrtexperte eine Pflicht zum Kennzeichnen von Drohnen als Konsequenz fordern: „Wir brauchen eine komplette und verpflichtende Sichtbarkeit aller legalen Drohnen, damit sie schnell von illegalen unterschieden werden können“, sagte der Vorsitzende des Europäischen Verbands für unbemannte Luftfahrt, Gerald Wissel. Inwiefern sie abgeschossen werden könnten, ist rechtlich nicht geklärt. Es fehlt bereits an der Zuständigkeit. Allerdings will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nachsteuern und die Bundeswehr im Zuge von Amtshilfe am Kampf gegen Drohnen beteiligen. Bisher ist das Sache der Polizei von Bund und Ländern.
Drohneneinsatz auch in Saarbrücken beim Tag der Deutschen Einheit
Beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken hat die Polizei übrigens auch eine Drohne beschlagnahmt. Den Drohnenführer fanden die Einsatzkräfte ebenfalls, wie es in einer Mitteilung heißt. Ihn erwarte ein Ermittlungsverfahren. Der Mann habe Fotos anfertigen wollen. (Quellen: dpa, AFP, eigene Recherche, Bayrischer Rundfunk)
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