„Wir sind bereit“
Brisanter Vorfall vor Europas Küste: Putin-„Spionageschiff“ bedroht NATO-Kampfjets mit Laser
Vor der schottischen Küste kam es zu einem heiklen Vorfall zwischen einem russischen Schiff und britischen Piloten. Die Regierung warnt Putin.
London – Die britische Regierung wirft Russland vor, mit dem Militärschiff „Jantar“ in Hoheitsgewässer nördlich von Schottland eingedrungen zu sein. Dabei sollen auch Laserstrahlen auf britische Piloten gerichtet worden sein. „Meine Botschaft an Russland und Putin lautet: Wir sehen euch. Wir wissen, was ihr tut“, erklärte der britische Verteidigungsminister John Healey am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Der Minister fügte eine unmissverständliche Drohung hinzu: „Und wenn die Jantar diese Woche Richtung Süden fährt, dann sind wir bereit.“
Healey zufolge befand sich das russische Schiff am Mittwoch (19. November) an der Grenze der britischen Territorialgewässer vor der schottischen Küste. Der Vorfall markiere bereits die zweite Grenzverletzung durch die „Jantar“ in diesem Jahr, wie er betonte. Neu sei jedoch der Einsatz von Lasern gegen Piloten der britischen Luftwaffe, die zur Überwachung der russischen Aktivitäten eingesetzt wurden.
Putins „Spionageschiff“ sorgt erneut für Unruhe an Europas Küsten
Der Verteidigungsminister bezeichnete die „Jantar“ als Teil einer speziellen russischen Flotte, „die darauf ausgelegt ist, unsere Unterwasserinfrastruktur und die unserer Verbündeten zu gefährden und zu beschädigen“. Das Fahrzeug gehöre zu einem russischen Programm zur Entwicklung von Fähigkeiten, um „in Friedenszeiten die Überwachung und in Konfliktzeiten die Sabotage zu ermöglichen“.
Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass das russische „Spionageschiff“ für Aufregung in Großbritannien sorgt. London hatte den Kreml bereits am 22. Januar verwarnt, nachdem die „Jantar“ zunächst im Ärmelkanal und später in der Nordsee gesichtet worden war. Die Spannungen zwischen Großbritannien und Russland haben sich durch den erneuten Zwischenfall weiter verschärft. Vor kurzem teilte ein Verteidigungsexperte die Einschätzung, dass inzwischen nicht mehr die USA der Staatsfeind Nummer eins für Russland sei, sondern Großbritannien.
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Auch die Ostsee wird zunehmend zu einem Schauplatz von hybriden Angriffen. Verteidigungsminister Boris Pistorius verwies bei der Berliner Sicherheitskonferenz am Dienstag (18. November) auf eine zunehmende Bedrohung durch Russland. „Die Ostsee, die lange als Brücke zwischen den europäischen Ländern galt, wird immer mehr zum Gebiet der Konfrontation – auf eine ganz eigene Art und Weise“, sagte der SPD-Politiker. „Es ist Putins Testfeld für unsere Abschreckungs- und Reaktionsfähigkeit“, fügte er hinzu. Er nannte geschädigte Unterseekabel, Luftraumverletzungen und Drohnenüberflüge. „Wir können hier nicht mehr von Zufällen sprechen. Es ist Strategie. Es sind Vorboten“, sagte Pistorius. (Quellen: AFP, dpa) (no)
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