Feiertag am Donnerstag
Unwetter in NRW: Tornado zieht über Gronau – mit Windgeschwindigkeiten um 150 Kilometer pro Stunde
Es war ungemütlich an Fronleichnam. Gewitter zogen über Nordrhein-Westfalen hinweg. Starkregen, Hagel und Sturmböen gab es gebietsweise. Sogar einen Tornado.
Update vom 5. Juni, 13.27 Uhr: Mit Windgeschwindigkeiten von rund 150 Kilometern pro Stunde fegte am Donnerstag ein Tornado über Gronau – eine Stadt in Nordrhein-Westfalen direkt an der deutsch-niederländischen Grenze. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte den Wirbelsturm und stufte ihn auf der Tornado-Skala als IF1 ein. Weitere mögliche Schadensfälle werden laut DWD noch untersucht.
Für den Rest Deutschlands fiel die Bilanz des Tages glimpflicher aus als befürchtet. Trotz vorangegangener Warnungen vor markanten Gewittern und Unwettern blieben heftigere Schäden aus. Als mögliche Ursache nennt der DWD die verbreitet vorhandene Schichtbewölkung im Vorfeld des Unwetters: Sie könnte verhindert haben, dass sich die Luftmasse energetisch stärker aufbereitet hat – und damit die Grundlage für schwerere Gewitter fehlte.
Großen Temperaturunterschiede haben Tornados zur Folge
Tornados entstehen bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland und treten in Mitteleuropa häufig im Zusammenhang mit Gewittern auf. Charakteristisch ist ein rüsselartiger Wolkenschlauch, der aus der Gewitterwolke bis zum Boden reicht. Ob der Tornado in Gronau größere Schäden hinterlassen hat, klärt der DWD mit Sitz im hessischen Offenbach derzeit noch.
Update vom 4. Juni, 19.32 Uhr: Für ganz NRW gilt aktuell noch eine Wetterwarnung der Stufe 1 vor Windböen mit Geschwindigkeiten bis 60 km/h. Darüber hinaus bestehen derzeit keine Wetterwarnungen mehr.
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW




Update vom 4. Juni, 17.45 Uhr: Eine Warnung vor Unwetter besteht aktuell nicht mehr – dennoch kann es in NRW noch sehr ungemütlich werden. Für den Regierungsbezirk Arnsberg, den Regierungsbezirk Detmold, den Regierungsbezirk Köln und den östlichen Rand des Münsterlands gilt laut DWD eine Wetterwarnung der Stufe 2. Bis 19 Uhr kann hier mit starkem Gewitter und schweren Sturmböen gerechnet werden.
Update vom 4. Juni, 15.35 Uhr: Für einige Städte und Kreise in NRW gilt am Donnerstagnachmittag eine amtliche Unwetterwarnung (Stufe 3) des Deutschen Wetterdienstes. In den Kreisen Borken, Coesfeld, Recklinghausen und Wesel sowie in der Stadt Bottrop warnt der DWD bis 16 Uhr vor schwerem Gewitter mit Orkanböen, heftigem Starkregen und Hagel. Für einen Großteil von NRW gilt darüber hinaus bis etwa 17.30 Uhr eine Amtliche Wetterwarnung (Stufe 2) vor starkem Gewitter.
Warnung vor Unwetter in NRW: Heftiger Starkregen und schwere Gewitter an Fronleichnam
Update vom 4. Juni, 9.57 Uhr: Wer an Fronleichnam einen Ausflug plant, sollte das Wetter im Blick behalten. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, sorgt ein Tief bei Schottland für eine südwestliche bis westliche Strömung, die mäßig warme und gewitteranfällige Luft nach NRW führt. Ab dem späten Vormittag sind demnach erste kräftige Gewitter möglich, die sich bis zum Nachmittag zunehmend ausbreiten. Dabei können laut DWD stürmische Böen oder Sturmböen zwischen 70 und 85 km/h (Bft 8–9) aus Südwest auftreten – vereinzelt auch schwere Sturmböen um 95 km/h (Bft 10). Hinzu kommen kleinkörniger Hagel und Starkregen mit 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, wenngleich dies nur gering wahrscheinlich ist.
In einzelnen Fällen kann die Lage noch bedrohlicher werden: Wie der DWD ausdrücklich warnt, seien vereinzelte Unwetter mit orkanartigen Böen um 110 km/h (Bft 11) sowie einzelne „kurzlebige Tornados“ nicht ausgeschlossen. Auch bereits am Vormittag lebt der Südwestwind auf – gebietsweise sind dann starke bis stürmische Böen zwischen 55 und 70 km/h (Bft 7–8) möglich, besonders in Schauernähe und in höheren Lagen. In der Nacht zum Freitag schwächen sich die Gewitter dem DWD zufolge rasch ab und ziehen ab. Der wechselhafte Charakter des Wetters setzt sich jedoch fort: Am Freitag sind ab dem Mittag erneut vereinzelte Gewitter mit starken bis stürmischen Böen zwischen 60 und 70 km/h (Bft 7–8) aus West möglich, bevor die Gewittertätigkeit am Abend rasch abklingt.
Warnung vor Wetterlage an Fronleichnam
Update vom 3. Juni, 18.10 Uhr: Der DWD warnt bereits am Vortag vor der Wetterlage an Fronleichnam. Am Mittwochabend veröffentlicht der Wetterdienst eine Vorabwarnung für Donnerstag, 4. Juni. Demnach gilt am Feiertag in der Zeit von 10 bis 20 Uhr eine amtliche Warnung vor Windböen in NRW. „In Schauernähe treten Windböen mit Geschwindigkeiten bis 60 km/h (17 m/s, 33 kn, Bft 7) aus südwestlicher Richtung auf“, prognostizieren die Wetter-Experten.
[Erstmeldung] Das Wetter in NRW zeigt sich an Fronleichnam nicht von seiner besten Seite. Im Gegenteil: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wird es ziemlich nass – und wieder ziehen Gewitter über das Bundesland hinweg. Die haben Starkregen und Hagel im Gepäck, aber auch Sturmböen könnten einen Ausflug im Freien am 4. Juni gefährlich werden lassen.
„Es geht morgens mit einzelnen Schauern los. Im Tagesverlauf werden es dann immer mehr Schauer und Gewitter“, sagt Ines von Hollen, Meteorologin beim DWD in Essen. Und die Gewitter haben nicht nur Starkregen und Hagel im Gepäck, wie bereits am letzten Wochenende. „Die große Begleiterscheinung für die Gewitter ist der Wind. Stürmische Böen und auch Sturmböen sind dabei. Einzelne orkanartige Böen sind nicht auszuschließen“, so von Hollen im Gespräch mit wa.de.
Unwetter möglich: Gewitter, Starkregen und Sturm an Fronleichnam in NRW
Es müsse mit 15 bis 20 Litern Niederschlag pro Quadratmeter in einer Stunde gerechnet werden. Die Böen haben es laut der Meteorologin in sich. Stürmische Böen oder Sturmböen mit 70 bis 85 km/h seien zu erwarten. Lokal könnten Böen um die 95 km/h oder sogar orkanartige Böen um die 105 km/h nicht ausgeschlossen werden. Unwetter sind also möglich.
„Es werden zahlreiche Gewitter. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass man ein Gewitter abbekommt“, warnt von Hollen. Zu möglichen Veranstaltungen, die im Freien stattfinden, sagt die Meteorologin: „Die brauchen ein Konzept, wo sie hinflüchten können. Allein bei Blitzschlag möchte man nicht draußen stehen.“
Wetter beruhigt sich nach dem Feiertag – doch es bleibt nass in NRW
Die Höchsttemperaturen liegen am Donnerstag in NRW zwischen 17 und 20 Grad. Im Hochsauerland sind maximal 14 Grad drin. In der Nacht zu Freitag sollen die Gewitter allmählich abklingen. Die Temperaturen sinken auf 12 bis 7 Grad.
Fronleichnam ist laut von Hollen der „Tag der Tage“, danach würde sich das Wetter in NRW allmählich wieder etwas beruhigen. „Immer mal wieder Schauer, vielleicht mal ein kurzes Gewitter“, lautet ihre Prognose für Freitag. Am Samstag und Sonntag seien Gewitter dann nur noch gering wahrscheinlich, es könne aber immer wieder regnen. Die Höchstwerte liegen am Wochenende zwischen 18 und 22 Grad.
Rubriklistenbild: © Marius Bulling/dpa

