Mit besonderen Tieren

Geheimer See in NRW-Stadt liegt komplett versteckt – es gibt einen Haken

Mitten in NRW liegt ein Naturschutzgebiet, das kaum jemand kennt. Baden und Picknicken sind am See verboten, erlaubt ist nur Beobachten auf den Wegen.

Er liegt mitten in Dortmund, und doch wissen nur wenige von ihm: Der See im Naturschutzgebiet Hallerey im Westen der Stadt ist einer der bestgehüteten Naturschätze des Ruhrgebiets. Etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt erstreckt sich das 72,1 Hektar große Schutzgebiet – und im Herzen davon liegt ein rund 33 Hektar großer Bergsenkungssee, der nicht etwa künstlich angelegt wurde, sondern auf natürlichem Wege entstand.

Das Naturschutzgebier Hallerey in Dortmund aus der Luft.

Der Hallerey-Teich, wie er offiziell heißt, verdankt seine Existenz dem Bergbau: Eine Bergsenke füllte sich mit Grund- und Niederschlagswasser – ein Prozess, der über Jahrzehnte ein wertvolles Feuchtbiotop entstehen ließ. Seit 1977 steht das Gebiet unter Naturschutz.

Gewässer hat sich im Laufe der Jahre stark verändert

Weil Rohre verlegt wurden, stieg der Wasserspiegel schlagartig um 1,5 Meter an. Das ist nicht weiter schlimm. Doch das Gewässer hat sich in jüngerer Zeit stark verändert. Dr. Erich Kretzschmar vom NABU Dortmund erklärt im Gespräch mit wa.de die Folgen: „Durch den Anstieg des Wasserspiegels hat sich das Gewässer sehr stark verändert und ist für Vögel und Amphibien uninteressanter geworden. Es gibt keine flachen Uferzonen mehr – das macht den See eher interessant für fischfressende Vogelarten wie Kormorane und Haubentaucher, aber auch viele Blässhühner sind dort zu finden. Die spektakulären Arten, die es früher dort gab, sind nicht mehr so präsent.“

Und es gab noch einen weiteren menschlichen Eingriff: Um zu verhindern, dass die anliegende Straße überflutet wird, wurde inzwischen ein künstlicher Bachlauf angelegt. Der Wasserspiegel schwankt seither kaum noch, da kontinuierlich Grundwasser nachfließt. Trotz der Veränderungen bleibt der See ein bedeutender Rückzugsort für die Tierwelt – vor allem im Winter. „Im Winter rasten dort alle möglichen Wasservögel, darunter auch seltenere Arten, die dort überwintern“, sagt Kretzschmar. Und auch in diesem Frühjahr hält die Natur eine Besonderheit bereit: „In diesem Jahr brütet dort ein Graureiher-Paar.“

Rhein, Ruhr, Lippe und mehr: Diese Flüsse fließen durch NRW

 Der mächtige Rhein prägt Nordrhein-Westfalen wie kein anderer Fluss. Als eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas fließt er von den Alpen nordwestwärts durch das Bundesland bis zur Mündung in die Nordsee in den Niederlanden.
Entlang des Rheins reihen sich in NRW bedeutende Städte wie Köln, Düsseldorf und Duisburg aneinander. Der Fluss bildet das Rückgrat der nordrhein-westfälischen Wirtschaft und verbindet die Region mit ganz Europa.
Die Ruhr gab dem berühmten Ruhrgebiet ihren Namen und fließt von Ost nach West durch Nordrhein-Westfalen. Der 219 Kilometer lange Fluss mündet bei Duisburg in den Rhein und prägte die Industriegeschichte der Region.
Die Ruhr verbindet Vergangenheit und Zukunft: Wo einst Zechen und Stahlwerke das Flussufer prägten, entstehen heute moderne Wohn- und Freizeitgebiete entlang des renaturierten Gewässers.
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Die Verantwortung für das Gebiet liegt klar bei der Stadt Dortmund. „Das Gebiet ist Eigentum der Stadt Dortmund – und die Stadt ist verantwortlich für das, was dort passiert“, betont Kretzschmar. Besucher, die den See entdecken möchten, müssen sich strikt an die Regeln halten: „Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet – Freizeitaktivitäten sind dort verboten. Man darf sich nur auf den Wegen bewegen und die Natur beobachten. Zusätzliche Störungen sollten unbedingt vermieden werden.“

Der Hallerey-See ist also kein Ausflugsziel zum Baden oder Picknicken – sondern ein stilles, schützenswertes Refugium mitten in der Großstadt. Wer ihn besucht, tut das am besten mit Fernglas und leisen Schritten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Hans Blossey

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