Gedenktag des heiligen Medardus

Ein Tag wird wichtig: Bauernregel liefert spannende Wetter-Prognose für den ganzen Juni

Schon am Montag könnte feststehen, wie das Wetter den Rest des Junis in NRW prägt – zumindest wenn man alten Bauernregeln glauben darf.

Zwei Bauernregeln ranken sich um den 8. Juni – und beide kreisen um denselben Mann: den heiligen Medardus. Die erste lautet: „Sankt Medard keinen Regen trag‘, es regnet sonst wohl vierzig Tag‘.“ Die zweite ergänzt: „Wie’s wittert auf Medardustag, so bleibt’s sechs Wochen dann danach.“

Zwei Regeln, ein Heiliger, eine große Frage: Wie wird das Wetter am 8. Juni? (Symbolbild)

Medardus, geboren um 475, war Bischof von Vermond in der Picardie und gilt als Patron der Bauern, Winzer und Bierbrauer. Schon früh wurde er für seine Fürsorge gegenüber Armen und Notleidenden verehrt. Sein Gedenktag am 8. Juni war für Generationen von Landwirten weit mehr als ein kirchlicher Feiertag – er war ein sogenannter Lostag.

Was hinter Bauernregeln steckt

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert Lostage als „bestimmte Tage des Jahres, welche nach dem Volksglauben einen Hinweis für die weitere Wetterentwicklung der nachfolgenden Wochen oder Monate geben“. Laut DWD geht der Glaube an diese Tage auf Gebräuche des Altertums zurück, die später von der christlichen Kirche übernommen wurden; im Mittelalter wurden die Regeln meist mündlich sowie in landwirtschaftlichen Kalendern weitergegeben

Bauernregeln sind das Ergebnis jahrhundertelanger Beobachtung des Wettergeschehens. Sie orientierten sich, wie der DWD in einem Fachartikel seines „Thema des Tages“ erklärt, ursprünglich an bestimmten Lostagen, anhand derer man versuchte, das Wetter vorherzusagen – insbesondere für die Ernte. Aber können sie das wirklich?

Die Antwort des DWD ist differenziert: „Nimmt man die Aussagen der Bauernregeln nicht allzu wörtlich, so lässt sich durchaus in den meisten dieser Sprüche ein wahrer Kern entdecken.“ Der entscheidende Haken liegt laut DWD jedoch meist am genauen Datum: „So ist es damals wie heute unmöglich, direkt vom Wetter eines einzelnen Lostages auf das Wetter der folgenden Wochen zu schließen.“ Sinnvoller sei es stattdessen, die Witterung und Großwetterlage in einem größeren Zeitraum um den Lostag herum zu betrachten. Dann könne man auf dieser Basis tatsächlich einen Trend erstellen – und die Aussage sei „in vielen Fällen sowie großräumig gesehen immerhin besser als eine Zufallsaussage“, so der DWD.

Bauernregel sagt Juni-Wetter voraus: Was sagt der DWD für den 8. Juni in NRW?

Als Beispiel nennt der DWD den verwandten Siebenschläfertag am 27. Juni: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Witterung Ende Juni/Anfang Juli auch in den darauffolgenden Wochen bestehen bleibt, liegt in Süddeutschland bei bis zu 70 Prozent. Ein vergleichbarer statistischer Zusammenhang liegt dem Medardustag zugrunde: Regnet es am 8. Juni, fällt im restlichen Monat mit einer Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent tatsächlich mehr Niederschlag als üblich – keine Gewissheit, aber auch keine schlechte Quote für eine über 1000 Jahre alte Volksweisheit.

Genau hier wird es spannend: Der aktuelle DWD-Wetterbericht für Nordrhein-Westfalen zeichnet für den Medardustag ein durchwachsenes Bild. Für Montag, den 8. Juni, kündigt der Wetterdienst heiter bis wechselnd bewölktes und sommerlich warmes Wetter an – vereinzelt können aber über dem Bergland sowie später von Nordwesten her Schauer und Gewitter aufziehen.

Was bedeutet das für die Bauernregel?

Sollte es am 8. Juni in NRW tatsächlich regnen, würde die Volksweisheit – statistisch betrachtet – darauf hindeuten, dass der Rest des Junis feuchter als üblich ausfällt. Der DWD mahnt dabei zur Vorsicht: Für einzelne Lostage sollte man Bauernregeln „nicht ganz so genau nehmen“, sondern immer den größeren Wetterzusammenhang im Blick behalten.

Was am 8. Juni in NRW vom Himmel fällt – oder eben nicht – bleibt abzuwarten. Der DWD behält es im Blick. Und wer mag, kann es auch selbst tun: einfach aus dem Fenster schauen und an den heiligen Medardus denken.

Rubriklistenbild: © Ying Tang/Imago

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