Experten geben Einschätzung
Trumps Iran-Drohung könnte Spritpreise in Deutschland massiv treiben
Der Iran-Krieg spitzt sich zu und der Ölpreis steigt bereits. Experten warnen: Eine Eskalation könnte die Spritpreise heftig in die Höhe treiben.
Die USA haben eine neue Angriffswelle auf den Iran gestartet. Sieben Stunden habe das Bombardement angehalten, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Dutzende militärische Ziele – darunter Raketenstellungen und Verteidigungssysteme nahe der Straße von Hormus – wurden getroffen. Nach US-Präsident Donald Trumps Ankündigung nahm das Militär am Dienstag (14. Juli) gleichzeitig die Seeblockade gegen iranische Häfen und Küstengebiete wieder auf.
Doch damit nicht genug: Trump drohte dem Iran im Interview mit dem US-Sender Fox News mit noch schwereren Angriffen. „Nächste Woche wird es für sie richtig schlimm“, sagte er. „Wir legen alle Kraftwerke in Schutt und Asche. Wir werden alle ihre Brücken lahmlegen.“ Die Attacken würden weitergehen, „bis ich sage, dass es genug ist“. Auch in Deutschland könnte das spürbare Auswirkungen haben: Der Ölpreis steigt bereits – und Experten warnen vor einer massiven Eskalation.
Eskalation im Iran-Krieg treibt Ölpreis – und bald den Sprit
Steigt der Ölpreis, steigen auch die Spritpreise an deutschen Tankstellen. Nach Kurssprung zum Wochenbeginn kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 85,37 US-Dollar (Stand: 14. Juli). Damit war die globale Referenzsorte 2,5 Prozent teurer als am Vortag. Zeitweise war der Preis über 87 Dollar gestiegen. Anfang Juli hatte er noch bei rund 70 Dollar gelegen.
Sicherheitsexperte Prof. Barry R. Posen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) ordnet die Lage im Iran im Gespräch mit der Bild ein: „Es geht bei diesem ganzen Konflikt bisher im Wesentlichen um Verhandlungsmacht und darum, dass der Iran an dem festhält, was er seiner Meinung nach bereits gewonnen hat“, erklärt der Politikwissenschaftler.
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Doch genau das könnte sich ändern – wenn Trump seine Drohungen in die Tat umsetzt. „Das würde sich in dem Moment ändern, in dem der Krieg über gegenseitige Schläge hinaus eskaliert. Das heißt, wenn Trump aus Frustration seine Drohung wahrmacht, die iranische Infrastruktur zu verwüsten“, warnt Posen. In diesem Fall werde der Iran versuchen, die Infrastruktur auf der anderen Seite des Golfs zu treffen – also Luftschläge auf Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Sobald der Iran die Infrastruktur auf der anderen Seite des Golfs angreife, „wird der Ölpreis durch die Decke schießen, und sogar Israel könnte wieder verwickelt werden“, prognostiziert Sicherheitsexperte Posen. Eine Eskalation des Iran-Konflikts würde damit die gesamte Region destabilisieren – mit direkten Auswirkungen für Energiemärkte und Verbraucher weltweit.
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Laut Politologe Prof. Matthew A. Baum von der Harvard University gebe es keine kurzfristige Lösung für diesen Krieg. Er wisse nicht, was Trump dem Iran jetzt noch anbieten könne. „Kompromisse beim Atomprogramm und der Kontrolle über die Meerenge sind aus US-Sicht unmöglich“, erklärt Baum bei Bild. Sollte die Gewalt eskalieren und sollten Preise steigen, werde das Thema in den Medien in den Vordergrund rücken. „Das wiederum wird den Druck auf den Kongress erhöhen.“
Glaubt man den Experten, droht erst eine unkontrollierbare Spirale, wenn der US-Präsident die Schwelle zur Zerstörung ziviler Infrastruktur überschreitet. Trumps Drohung, Kraftwerke und Brücken im Iran zu zerstören, ist dabei nicht neu: Bereits im April 2026 hatte er sich ähnlich geäußert – und die Drohungen damals nicht wahr werden lassen. Die Lage bleibt dennoch angespannt. Das iranische Parlament forderte nach dem Tod des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei „Blutrache“. Mehr als 180 der 290 Abgeordneten stimmten dafür. Die Abgeordneten kritisierten auch die Verhandlungen mit den USA scharf.
Die nun wieder aktive Seeblockade ist auch nicht neu. Bereits ab Mitte April hatten die USA iranische Häfen blockiert. Im Zuge eines Rahmenabkommens mit Teheran wurde die Blockade Mitte Juni aufgehoben. Die Verhandlungen gerieten jedoch ins Stocken. Schließlich erklärte Trump die vereinbarte Waffenruhe vergangene Woche für beendet. (Quellen: AFP, dpa, Bild.de) (cln)
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