„Keinen Druck ausgeübt“

Trump überwacht Preise in US-Supermärkten: Walmart will Zoll-Kosten übernehmen

Kehrtwende bei Walmart: Nach der Kritik an Trumps Zollpolitik will der Einzelhandelsriese nun plötzlich einen Teil der Zölle selbst tragen.

Washington – Walmart knickt ein: Im Streit mit der US-Regierung gibt das Unternehmen wohl nach. Zuletzt hatten Walmart und andere Konzerne die US-Verbraucher auf negative Auswirkungen der Zollpolitik von Präsident Donald Trump hingewiesen. Nun offenbar die Kehrtwende: Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender NBC, er habe am Samstag (17. Mai) mit Doug McMillon gesprochen, dem Chef des weltgrößten Einzelhändlers. „Walmart wird tatsächlich einen Teil der Zölle übernehmen“, sagte Bessent. „Ich habe keinen Druck ausgeübt.“ Walmart lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Walmart kritisierte zuletzt die Trump-Regierung wegen der Zölle

In der Debatte über seine Zollpolitik hatte Trump den Einzelhandelsriesen scharf kritisiert. Das Unternehmen solle die Zölle nicht als Vorwand für Preiserhöhungen benutzen, schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Walmart habe im vergangenen Jahr Milliarden verdient – weit mehr als erwartet, so Trump. Der Konzern und China sollten seiner Meinung nach „die Zölle schlucken“ – und sie nicht an die Endverbraucher weitergeben. „Ich werde genau hinschauen – und Eure Kunden auch!!!“, mahnte Trump. 

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Donald Trump
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Walmart-Finanzchef John David Rainey hatte kürzlich dem Sender CNBC zufolge erklärt, man sei mit den Fortschritten der Regierung bei den Zöllen zwar zufrieden, das Niveau sei aber weiterhin zu hoch. Walmart werde einen Teil der Preissteigerungen selbst abfedern, ebenso die Zulieferer – dennoch dürften Verbraucher die Auswirkungen laut Rainey zu spüren bekommen. Bloomberg zitierte ihn mit den Worten, die Preissteigerungen würden spätestens im Mai in den Regalen bemerkbar werden.

Trumps Stammwählerschaft treffen die Preiserhöhungen besonders

Wie kein anderes Unternehmen steht Walmart in den USA sinnbildlich für günstige Preise. Ein erheblicher Teil der Waren, etwa Elektronik und Kleidung, stammt direkt oder indirekt aus China. Höhere US-Zölle auf chinesische Importe erhöhen den Kostendruck entlang der Lieferkette. Trump könnte der daraus resultierende Zündstoff persönlich betreffen, denn dessen Stammwählerschaft ist teils besonders preissensibel.

Walmart ist der größte Einzelhändler der Welt und t eine Marktkapitalisierung von 791,60 Milliarden US-Dollar.

Im Zollstreit der USA mit China verteidigte Bessent zuletzt die Linie der Regierung. „Strategische Unsicherheit ist eine Verhandlungstaktik. Wenn wir den anderen Ländern zu viel Sicherheit geben würden, dann würden sie uns in den Verhandlungen ausspielen“, sagte er dem Sender CNN. Bessent sagte, er sei „zuversichtlich, dass am Ende dieser Verhandlungen sowohl die Einzelhändler als auch das amerikanische Volk und die amerikanischen Arbeitnehmer besser dastehen werden“. Zuletzt hatte Trump China ein Angebot gemacht.

Handelsstreit mit China: USA hat „Schwachstellen erkannt“

Auf diese Kritik angesprochen erklärte Bessent, dass sich der Druck auf China langfristig nicht auf alle Produktgruppen erstrecken solle. Man beabsichtige nicht, die wirtschaftlichen Beziehungen zur Volksrepublik zu kappen – Trump wolle sie vielmehr ausweiten. Während der Corona-Pandemie habe man aber strategische Schwachstellen erkannt, insbesondere bei Medikamenten, Halbleitern und Stahl. Das mittelfristige Ziel sei es, diese strategischen Industrien „so schnell wie möglich zurückzubringen“, so Bessent. „Ich denke, wir werden mit China weiterhin die Produkte handeln, von denen diese kleinen Unternehmen sprechen – mit niedrigeren Zöllen.“ (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © Imago/Erik S. Lesser

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