„Unangenehme Zwischenfälle“
Abhängigkeit wird Putin zum Verhängnis – China stellt wichtige Lieferungen ein
China ist für Russland ein wichtiger Lieferant für Technologien und Rohstoffe. Nun hat der Handelspartner Einschränkungen angeordnet, die den Bezug relevanter Maschinen hindern.
Moskau – China macht Russlands Wirtschaft bei entscheidenden Gütern einen Strich durch die Rechnung: Das Land schränkt die Auslieferung von Hightech-Geräten stark ein. Konkret geht es um Hochpräzisionsmaschinen, die eine Genauigkeit von drei bis vier Mikrometer erreichen können. Dabei hat Kremlchef Wladimir Putin bereits wenig Alternativen für den Kauf von Werkzeugmaschinen und Ausrüstung.
Schlag für Putin: China will offenbar Russlands Wirtschaft Zugang zu wichtigen Maschinen erschweren
„Seit diesem Jahr sind Lieferungen hochpräziser Werkzeugmaschinen aus China nach Russland erschwert“, wird Ildar Nuriyev, Chef der russischen Firma Tatpromstan, in russischen Medien und Telegram-Beiträgen zitiert. Seine Firma produziert Werkzeugmaschinen auf Basis chinesischer Technologien. War es Russland früher noch möglich, Präzisionsmaschinen mit einer Genauigkeit von drei bis vier Mikrometern zu erhalten, ist dies nun nicht der Fall.
Es sei eine spezielle Exportlizenz erforderlich. Nuriyev deutet den Schritt Chinas als Zeichen eines möglichen Rückzugs aus Partnerschaften mit russischen Firmen. Auch beim Export bereits gekaufter Ausrüstung aus China kam es bereits zu „unangenehmen Zwischenfällen“, heißt es in einem Telegram-Beitrag von MashTech.
China will Handel mit Russlands Wirtschaft offenbar einschränken – Moskau braucht China-Maschinen
Hochpräzisionsmaschinen sind unter anderem wichtig, um russische Kriegsgüter zu produzieren. Im Zuge der westlichen Sanktionen musste Russland besonders auf chinesische Werkzeugmaschinen zurückgreifen. Chinesische Marken, die selbst hergestellte Produkte exportieren, gelten als einer der größten Exporteure von Ausrüstung nach Russland, wie bereits aus einer Auswertung des Economic Security Council of Ukraine aus dem August 2024 hervorgeht.
Recherchen belegen zudem, dass China in den vergangenen Monaten die Lieferung von CNC-Maschinen (ebenfalls Präzisionsmaschinen) gesteigert hat. CNC-Maschinen sind beispielsweise unverzichtbar für die Herstellung präziser Teile für Waffensysteme von Munition bis hin zu Flugzeugen.
„Die russischen Importe von CNC-Maschinen chinesischer Unternehmen, die zur Herstellung von Präzisionsteilen für verschiedene Waffensysteme von Munition bis hin zu Flugzeugen verwendet werden, haben in den Monaten nach dem Treffen zwischen Xi und Putin im März 2023 ebenfalls stark zugenommen“, stellte das CSIS (Center for Strategic and International Studies) im Mai 2024 fest.
China bleibt Russlands wichtigster Handelspartner – es gibt auch Anzeichen für Rückzug
Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs wuchs Chinas Rolle als Handelspartner und Verbündeter für den Kreml. Als einer der wichtigsten Öl-Abnehmer trug China zur Finanzierung von Putins Kriegskasse bei. Zunehmende Berichte über mit russischem LNG beladene Schiffe an chinesischen Häfen lassen vermuten, dass China Putin auch im LNG-Geschäft unterstützen könnte. China hilft Studien zufolge Russland bei der Umgehung von Sanktionen.
Rund 80 Prozent der Umgehungen sind laut einem vertraulichen Bericht des deutschen Außenministeriums vom Juni 2025 auf chinesisches Handeln zurückzuführen. China weist bislang alle Vorwürfe zurück, Russland bei der Sanktionsumgehung geholfen oder mit Lieferungen von Kriegsgütern unterstützt zu haben.
Allerdings gerät China international aufgrund der Unterstützung für Russlands Wirtschaft wiederholt unter Druck. Exportbeschränkungen für oben genannte Präzisionsmaschinen sowie Blockaden beim Zahlungsverkehr mit chinesischen Banken könnten Anzeichen dafür sein, dass Peking die Handelsbeziehungen mit Russland überdenken oder zumindest vorsichtiger werden könnte.
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