Schere zwischen Ost und West

Lohnlücke weiter erheblich: Ostdeutsche verdienen weniger als Westdeutsche

Die Lohnlücke zwischen Ost und West ist ein Dauerthema. Daran ändert sich auch gegenwärtig nicht viel: Aktuelle Daten zeigen, dass sie gravierend bleibt.

Berlin – Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer ein Thema, das die Gemüter hierzulande erregt. Auch im Jahr 2025 ist die gegenwärtige Situation weit davon entfernt, gleichwertig zu sein. Neuen Daten zufolge konnte die Lohnlücke zwischen Ost und West zuletzt nicht wesentlich geschlossen werden.

Nahansicht einer Gehaltsabrechnung (Symbolbild)

Deutliche Lohnunterschiede zwischen Ost und West bleiben bestehen

Im bundesweiten Schnitt stiegen die Durchschnittslöhne laut Statistischem Bundesamt (DESTATIS) 2024 zwar, doch die Schere zwischen Ost- und Westdeutschland bleibt groß. Das zeigen neue Daten der Jahresbilanz 2024 des Statistischen Bundesamtes, die zuvor vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) abgefragt wurde. Über die neuen Zahlen berichteten die Tagesschau und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) übereinstimmend.

Demnach lag das durchschnittliche Jahresgehalt 2024 in Westdeutschland bei 63.999 Euro, während es in ostdeutschen Bundesländern mit 50.625 Euro 13.375 Euro darunter lag – eine Gehaltsdifferenz von 20,89 Prozent. 2023 verdienten westdeutsche Vollzeitbeschäftigte im Schnitt 60.798 Euro brutto und ostdeutsche Arbeitnehmer 48.023 Euro, womit der Unterschied der jährlichen Durchschnittsgehälter noch bei 12.775 Euro, beziehungsweise bei 21,01 Prozent gelegen hatte.

Spitzenreiter mit fast 19 Millionen Euro – so viel verdienen Chefs der DAX-Unternehmen

Deutschland erlebt wirtschaftlich turbulente Zeiten. Wie wirkt sich das auf die Chefs der DAX-Konzerne aus? Hier kommt die Übersicht mit den Top 30
Platz 30: Der Rückversicherer Hannover Rück verbuchte 2024 einen Rekordgewinn von rund 2,3 Milliarden Euro. Das Gehalt des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Jean-Jacques Henchoz kletterte um etwa ein Drittel auf 2,7 Mio. Euro
Platz 29: DHL und die Deutsche Post erlitten 2024 einen deutlichen Gewinneinbruch. Auch die Vergütung mitsamt Boni des Vorstandschefs ist merklich gesunken: die Vergütung von Tobias Meyer schrumpfte auf 2,9 Mio. Euro
Platz 28: Der größte deutsche Immobilien-Konzern Vonovia sieht sich immer wieder Kritik ausgesetzt, angesichts von vermeintlich ungerechtfertigter Mieterhöhungen. 2024 schloss die Vonovia SE das Geschäftsjahr positiv ab. Vorstandschef Rolf Buch erhält aktuell Bezüge in Höhe von ca. 3,9 Mio. Euro
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Wagenknecht nennt Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland „beschämende Bilanz“

Trotz des leichten prozentualen Rückgangs bleibt die Lohnlücke zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern damit beträchtlich. Am wenigsten verdienen Vollzeitbeschäftigte dem Statistischen Bundesamt zufolge in Sachsen-Anhalt (49.619 Euro) und Thüringen (49.739 Euro). Bundesweit am höchsten fällt das durchschnittliche Jahresgehalt dagegen in Hessen (71.286 Euro) und Hamburg (70.172 Euro) aus.

„Die Löhne der normalen Arbeitnehmer in Deutschland sind insgesamt viel zu niedrig, auch weil die regierungsgetriebene Inflation der letzten Jahre tief ins Portemonnaie der Bürger gegriffen hat“, kommentierte Sahra Wagenknecht die Destatis-Jahresbilanz gegenüber dem RND. „Im Schnitt 13.374 Euro weniger Lohn im Osten bei Vollzeitbeschäftigten ist 35 Jahre nach der Deutschen Einheit eine beschämende Bilanz.“

Die Lohnlücke von 21 Prozent werde „ein Schwerpunktthema für das BSW im Osten“, kündigte die BSW-Politikerin an. Somit fordere ihre Partei „Verbesserungen auf beiden Seiten“: „Höhere Löhne einerseits, niedrigere Steuern und nicht immer weiter steigende Sozialabgaben für Gering- und Normalverdiener andererseits“, konkretisierte Wagenknecht. (fh)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Jens Büttner

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