Nach mehr als 20 Jahren

Frankreich nimmt neues Atomkraftwerk in Betrieb – für 12 Milliarden Euro

Frankreich nimmt nach mehr als 20 Jahren wieder ein Atomkraftwerk in Betrieb. Der Bau des umstrittenen Reaktors war bereits 2007 gestartet.

Paris - Nach über 20 Jahren nimmt Frankreich in diesem Sommer erstmals wieder ein neues Atomkraftwerk in Betrieb. Wie der staatliche Energiekonzern EDF am Mittwochabend mitteilte, habe die Atomaufsicht die letzten vorbereitenden Schritte für den Start des neuen Atomreaktors in Flamanville am Ärmelkanal genehmigt. Eine erste Beladung des Kraftwerks mit Kernbrennstoff könne nun in den nächsten Wochen ins Auge gefasst werden. Der Anschluss des Druckwasserreaktors (EPR) an das nationale Stromnetz sei für den Sommer geplant.

Symbolbild: Nach befristetem Streckbetrieb wurde das deutsche AKW Isar 2 am 15. April 2023 endgültig abgeschaltet. In Frankreich geht nun dagegen ein ganz neues Atomkraftwerk an den Start.

Der Bau des umstrittenen Reaktors wurde 2007 begonnen, statt der ursprünglich veranschlagten 3,3 Milliarden Euro Kosten wird inzwischen mit mehr als zwölf Milliarden Euro kalkuliert. Die Inbetriebnahme erfolgt nun zwölf Jahre später als ursprünglich einmal geplant. Zuletzt hatten undichte Schweißnähte in der Stahlhülle zu Verzögerungen geführt.

Anders als Deutschland setzt Frankreich für seine Energieversorgung und das Erreichen von Klimaschutzzielen weiter auf den Ausbau der Atomkraft. Zwar wurde Frankreichs ältestes AKW in Fessenheim im Elsass 2020 abgeschaltet. Grundsätzlich aber wird der Bau von 14 oder möglicherweise noch mehr neuer Kraftwerke in Erwägung gezogen. Außerdem soll die Laufzeit bestehender Kraftwerke von 40 auf 50 Jahre erhöht werden, wenn die Sicherheit dies zulässt. Bei 32 der 56 französischen AKW ist das geplant. Frankreich liegt hinter den USA immer noch auf Platz zwei der größten Produzenten von Atomstrom weltweit.

Parallel möchte Frankreich außerdem erneuerbare Energien ausbauen. Insbesondere geht es um Windkraftanlagen auf See. dpa

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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