Emotionales Statement

„Einer der Größten unseres Sports“: Bayerischer Doppel-Olympiasieger verkündet Karriereende

Er kämpfte sich zurück, griff noch einmal ganz oben an. Auf dem Zenit des Schaffens nimmt nun ein DSV-Star Abschied – und wird von den Kollegen geadelt.

Diese Nachricht schlägt ein wie ein Paukenschlag: Johannes Rydzek beendet seine Karriere. Dies ließ der Nordische Kombinierer nun via Mitteilung des Deutschen Skiverbandes verlauten. „Es ist Zeit, lebewohl zu sagen“, wird Rydzek dort einleitend zitiert. Der Satz versehen mit einem Ausrufezeichen – so, wie der 34-Jährige sie immer wieder auf den Schanzen und in den Loipen setzte.

Johannes Rydzek beim Wettkampf in Lahti Anfang März.

Die Erfolge Rydzeks überschlagen sich gefühlt an Superlativen. Doppel-Olympiasieger, das komplette Edelmetall-Paket bei Olympischen Winterspielen abgeräumt, dazu eine zweistellige Anzahl an Top-Acht-Resultaten in seinen insgesamt 13 Olympia-Wettkämpfen. Wenn es alle vier Jahre zum Saisonhöhepunkt ging, war Rydzek immer voll da.

DSV-Star Rydzek: „Es fühlt sich richtig an“

So auch im Weltcup. Satte 47 Mal stand der DSV-Athlet auf dem Weltcup-Podest, feierte insgesamt 18 Triumphe. Zwischen 2011 und 2019 durfte er in jedem Jahr mindestens einen Weltcup-Erfolg bejubeln – eine herausragende Serie. Besonders in der Saison 2016/17 setzte er zu einem absoluten Höhenflug an, holte sich acht Siege sowie insgesamt 17 Podiumsplatzierungen.

Der Allgäuer im Statement weiter: „Es fühlt sich der Moment richtig an, ich bin voll mit mir im Reinen. Es ist schön, aktuell noch einmal der Beste im deutschen Team sein zu dürfen. Im Gepäck nach Norwegen sind ganz viele Emotionen, auch Wehmut ist mit dabei.“ Am legendären Holmenkollen wird er am Sonntag im Gundersen-Einzel seinen letzten Wettkampf bestreiten.

Tragische Unfälle und große Momente: Die erfolgreichsten deutschen Helden der Winter-Paralympics

Gerd Schönfelder wurde 1970 in Kulmain geboren und wuchs in der Oberpfalz auf. Skifahren war schon immer seine Leidenschaft, allerdings hatte er nie den Plan, ein Profisportler zu werden. Doch durch einen Zugunfall 1989 änderte sich alles.
Schönfelder verlor seinen rechten Arm und vier Finger seiner linken Hand. 1990 wurde er auf den Behindertenskisport aufmerksam und nahm an Lehrgängen teil. Insgesamt konnte er sich in seiner Karriere 16 Olympia-Siege sichern und ist damit der erfolgreichste Paralympionik aller Zeiten.
Auch nach seinem Karriereende 2011 zeigte sich Schönfelder immer wieder in der Öffentlichkeit. Unter anderem war er Teil des Benefizspiels zu Ehren von Michael Schumacher 2017 in Mainz.
Genauso viele Goldmedaillen wie Schönfelder sammelte auch Reinhild Möller im alpinen Skisport. Bereits mit drei Jahren musste ihr ein Unterschenkel aufgrund eines Mähdrescher-Unfalls amputiert werden. Nach dem Ende ihrer Karriere 2006 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück.
Tragische Unfälle und große Momente: Die erfolgreichsten deutschen Helden der Winter-Paralympics

DSV-Athlet Julian Schmid lobte seinen Teamkollegen in den allerhöchsten Tönen: „Mit Johannes verlässt uns einer der Größten unseres Sports. Herausragend – einer, der eine ganze Generation geprägt hat. Der speziell in den letzten Jahren viele junge Sportler motiviert hat, das macht ihn auch aus.“

Rydzek blickte auch noch auf die jüngsten Wettkämpfe zurück: „Es waren so viele schöne Momente, die ich in dieser Saison noch einmal erleben durfte – auch wenn Olympia nicht so verlaufen ist, wie man es sich vielleicht erträumt hatte. Allein noch einmal zu Olympischen Spielen fahren zu dürfen, die Podestplätze im Saisonverlauf, das Skifliegen, der Mixed-Team-Sprint – das sind so schöne Erlebnisse, die ich noch einmal hatte.“

Deswegen sei „jetzt dieser Moment, an dem ich sage: Es ist schön, was ich erreichen und erleben durfte, und an der Zeit, an einem Höhepunkt – auch wenn es im Vergleich zu anderen Erfolgen ein kleiner Höhepunkt ist – abzutreten.“ Die Zukunft scheint auch schon geplant zu sein: „Ich möchte der Kombination in irgendeiner Form erhalten bleiben. Weil mir dieser Sport so viel gegeben hat, wird er auch immer einen ganz großen Platz in meinem Herzen haben.“ (rele)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Emmi Korhonen

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