Verhandlungen über Kriegsende

„Zum Tangotanzen gehören zwei“: Trump relativiert Chancen auf Ukraine-Gipfel – Putin gewinnt Zeit

Kein Ende des Ukraine-Kriegs: US-Präsident Trump strebt ein Treffen von Putin und Selenskyj an. Russland indessen stellt Bedingungen. Steckt dahinter Kalkül?

Moskau/Washington – Unklar ist weiter, ob und wann Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj zu direkten Gesprächen zusammenkommen. Auch Donald Trump, der sich zuletzt als Vermittler inszenierte, dämpft Erwartungen. „Zum Tangotanzen gehören immer zwei“, sagte der US-Präsident, der eine Kappe mit der Aufschrift „Trump hat in allem Recht“ trug.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Doch nicht nur die USA bremsen, wenn es um baldige Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs geht. Aus Moskau heißt es, ein Gipfel sei vorerst nicht vorgesehen. Putin sei „bereit, Selenskyj zu treffen, wenn die Agenda für einen solchen Gipfel fertig ist“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow dem US-Sender NBC.

Trump dämpft Hoffnungen: Weder Zweier- noch Dreiertreffen über Ende des Ukraine-Kriegs

Während unklar bleibt, wie es mit den Verhandlungen über den Ukraine-Krieg weitergeht, hat Donald Trump weitere Sanktionen gegen Russland ins Spiel gebracht. Er werde in zwei Wochen eine wichtige Entscheidung zu seinen Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine treffen, erklärte Trump am Freitag im Weißen Haus. Es könne massive Sanktionen gegen Moskau geben – oder aber er werde „nichts unternehmen“, betonte Trump.

„In zwei Wochen werden wir wissen, welchen Weg ich einschlagen werde. Denn ich werde mich für einen Weg entscheiden, und ich werde herausfinden, welcher das ist“, sagte der US-Präsident. „Das heißt, ob es massive Sanktionen oder massive Zölle oder beides geben wird. Oder ob wir nichts tun und sagen, es ist euer Kampf“, fügte er hinzu.

Kein Ukraine-Gipfel und Verhandlungen geplant: „Werden sehen, ob Putin und Selenskyj zusammenarbeiten“

Trump hatte bei einem Gipfel mit europäischen Staats- und Regierungschefs in Washington am Montag (18. August) verkündet, dass er erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein Zweiertreffen zwischen Putin und Selenskyj organisiere. Später solle es ein Dreiertreffen geben. An diesem werde auch er teilnehmen, so Trump. Doch das Vorhaben scheint zu wanken. Aus russischer Sicht müssten vor einem Ukraine-Gipfel mehrere Punkte, geklärt werden. Dazu gehören unter anderem die Fragen nach Gebietsabtretungen und ein ukrainischer Verzicht auf eine Nato-Mitgliedschaft.

Trump zeigt ein Foto von sich und Putin.

Mit Blick auf den möglichen Gipfel sagte Trump am Freitag, dem 22. August: „Wir werden sehen, ob Putin und Selenskyj zusammenarbeiten werden.“ Gegenüber Journalisten in Washington führte er aus: „Wissen Sie, es ist ein bisschen wie Öl und Essig. Sie kommen nicht allzu gut miteinander aus, aus offensichtlichen Gründen.“

Aktuell wenig Hoffnung auf Ukraine-Gipfel: Putin spielt wohl wegen Offensive auf Zeit

Die Moscow Times identifizierte in einer Analyse mehrere Hindernisse auf, die aktuell einen Verhandlungsgipfel über das Ende des Ukraine-Kriegs ausbremsen. Demnach zeigt die russische Führung um Putin mangelnden diplomatischen Willen, den Konflikt wirklich beilegen zu wollen. Neben Legitimationsfragen und territorialen Unvereinbarkeiten deuten auch die jüngsten militärischen Aktivitäten Russlands darauf hin, dass der Kreml aktuell nicht wirklich an einem Frieden interessiert sein könnte. Vermutet wird, dass Putin aktuell bewusst auf Zeit spielt, um eine neue Offensive im Ukraine-Krieg vorantreiben zu können.

Die Vermutung von Experten: Je mehr Zeit vergeht, desto mehr territoriale Gewinne könnte Russland erzielen. Für Putin würde dies dazu führen, dass seine Verhandlungsposition deutlich gestärkt werden würde. Dass Russland aktuell bewusst Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs verhindert, sagt auch der stellvertretende Außenminister der Ukraine, Serhii Kyslytsia. Gegenüber NBC News forderte er deshalb, dass die USA den Druck auf Putin erhöhen sollten. „Ich denke aber, dass die US-Regierung langsam und allmählich besser versteht, dass sie von Moskau manipuliert wurde. Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass Putins Bereitschaft zu sinnvollen Gesprächen besteht und dass er zu einem bilateralen oder trilateralen Treffen bereit ist.“

Debatte um Sicherheitsgarantien für Ukraine: Nato-Chef lobt Trump

Nach dem Alaska-Gipfel am Freitag vergangener Woche hatten US-Präsident Trump, Selenskyj und europäische Spitzenpolitiker am Montag über einen Friedensprozess für die Ukraine beraten. Als Nächstes soll nach Trumps Vorstellungen ein Treffen Putins mit Selenskyj stattfinden. Selenskyj hatte Moskau vorgeworfen, nicht an einem Frieden interessiert zu sein. „Ehrlich gesagt sind die Signale aus Russland derzeit einfach unanständig“, sagte er. „Sie versuchen, sich aus der Notwendigkeit eines Treffens herauszuwinden. Sie wollen diesen Krieg nicht beenden. Sie setzen ihre massiven Angriffe gegen die Ukraine und ihre sehr heftigen Angriffe an der Front fort.“

Derweil lobte Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einem Besuch in Kiew am Freitag Trump. Trump habe Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Er „hat aber auch klargemacht, dass die USA involviert sein werden bei der Gewährung von Sicherheitsgarantien für die Ukraine“, sagte Rutte. Er bezeichnete die Garantien als wichtigen Faktor für einen dauerhaften Frieden in der Ukraine. (fbu/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Jacquelyn Martin/AP/dpa

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