Witkoff trifft Putin

Zu russlandfreundlich? Trump stellt sich hinter Witkoff

Ein mitgeschnittenes Telefonat zwischen dem US-Sondergesandten Witkoff und einem Kreml-Berater sorgt selbst in Trumps Partei für Irritation.

Washington, D.C./Moskau – US-Präsident Donald Trump hat eine Reise des US-Sondergesandten Steve Witkoff nach Moskau angekündigt. Dort soll er auf den russischen Staatschef Wladimir Putin treffen, um weiter an dem Friedensplan für das Ende des Ukraine-Kriegs zu arbeiten. Eventuell werde Witkoff von Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner begleitet, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) in der Air Force One. Das Treffen mit dem Kreml-Chef werde wahrscheinlich in der kommenden Woche stattfinden.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff (2.v.l.) ist in den Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs vielen Beobachtern zu „russlandfreundlich“. (Symbolbild)

Diese Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Trumps Chefverhandler selbst in den Reihen der Republikaner in der Kritik steht. Hintergrund ist ein mitgeschnittenes fünfminütiges Telefonat vom 14. Oktober, den die Nachrichtenagentur Bloomberg als schriftliches Transkript veröffentlichte. Darin spricht Witkoff mit Juri Uschakow, dem außenpolitischen Berater von Putin, und gibt ihm offenbar Tipps für den direkten Austausch zwischen den beiden Präsidenten.

Trump verteidigt Ukraine-Verhandlungen des US-Sondergesandten

Er regt unter anderem an, Putin könne Trumps Rolle als „Mann des Friedens“ betonen. Zudem bringt der Sondergesandte die Idee eines „20-Punkte-Plans“ ins Spiel, der – ähnlich wie ein US-Papier zur Beendigung des Gaza-Kriegs – als Grundlage für Gespräche zwischen Russland und der Ukraine dienen könne. Beobachter stuften diese Vorgehensweise als zu „russlandfreundlich“ ein. Trump hingegen nahm Witkoff in Schutz: „Das ist eine ganz normale Sache“, betonte er während des Flugs nach Florida. Eine Journalistin hatten ihn zu dem Bericht befragt.

Die Veröffentlichung sorgte bei den Republikanern für Kritik. Der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick sprach auf der Plattform X von „einem Riesenproblem“ und forderte ein Ende „geheimer Nebenkanäle“. Parteikollege Don Bacon wurde noch deutlicher: Es sei „offensichtlich, dass Witkoff voll und ganz auf der Seite der Russen steht“, schrieb er. „Man kann ihm nicht zutrauen, diese Verhandlungen zu führen. Würde ein von Russland bezahlter Agent weniger tun als er? Er sollte entlassen werden.“

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Trump: Ukraine müsse man „russische Positionen“ vermitteln

Derlei Bedenken wies Trump zurück, obwohl er die Gesprächsaufnahmen gar nicht gehört hatte. Allerdings müsse man der Ukraine russische Positionen vermitteln und umgekehrt auch Moskau die Forderungen aus Kiew. Er gehe davon aus, dass Witkoff in Gesprächen mit der ukrainischen Seite ähnlich auftrete. Ob der Sondergesandter zu russlandfreundlich sei, ließ Trump unbeantwortet: Der Krieg könne noch Jahre dauern und Russland habe „viel mehr Einwohner und Soldaten“ als die Ukraine. Wenn Kiew daher einen Deal aushandeln könne, sei das seiner Ansicht nach „eine gute Sache“.

Während Witkoff mit Putin „einige strittige Punkte“ klären soll, verhandelt parallel US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll mit den Ukrainern. Trump selbst hofft, Putin und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen, „aber nur, wenn ein Abkommen zur Beendigung dieses Krieges erzielt worden ist oder die Schlussphase“ der Verhandlungen erreicht sei. (Quellen: dpa, AFP) (ktho)

Rubriklistenbild: © Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

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