Sieg für Geert Wilders?

„Tod oder Gladiolen“: Wilders setzt bei Niederlande-Wahl auf Provokation

Neuwahl in den Niederlanden: Geert Wilders will als kompromissloser Vorkämpfer punkten. Doch die anderen Parteien meiden ihn weiterhin.

Den Haag – Erneut sind die Menschen in den Niederlanden zur Wahl aufgerufen. Zum zweiten Mal innerhalb von knapp zwei Jahren stimmen sie am Mittwoch (29. Oktober) bei einer vorgezogenen Neuwahl über ihr Parlament ab. Die von Anfang an instabile rechte Regierungskoalition war im Sommer am Streit über die Einwanderungspolitik zerbrochen.

Geert Wilders (Mitte) legt vor der Niederlande-Wahl 2025 einen Wahlkampfstopp in Volendam ein.

Im Mittelpunkt der Niederlande-Wahl 2025 steht dabei wieder einmal Geert Wilders. Der 62-Jährige gilt als der niederländische Donald Trump – nicht nur wegen seiner blond gefärbten Haare, sondern auch wegen seiner rechtspopulistischen Positionen. Seit Jahrzehnten mischt der Rechtspopulist in der Politik in Den Haag mit, der Sieg seiner Partei für die Freiheit (PVV) vor zwei Jahren war dennoch eine große Überraschung. Sein Traum, Regierungschef zu werden, ging trotzdem nicht in Erfüllung, seine Koalitionspartner verweigerten ihm das Amt.

Wilders setzt bei der Niederlande-Wahl 2025 alles auf eine Karte: „Tod oder Gladiolen“

Vor der Niederlande-Wahl 2025 setzt Wilders diesmal alles auf eine Karte, wie Professor Jacco Pekelder in einem Interview mit dem TV-Sender n-tv darlegt. Pekelder erklärt dies als Versuch, sich als kompromissloser Vorkämpfer zu positionieren. Die Strategie ziele darauf ab, Menschen anzusprechen, die ein starkes Sprachrohr suchen, unabhängig von tatsächlichen politischen Erfolgen.

„Wilders setzt jetzt voll auf ‚den Tod oder die Gladiolen‘, wie wir in den Niederlanden sagen: alles oder nichts“, so Pekelder. Er sei nicht mehr milde und setze wieder voll auf seinen Anti-Migrations- und Anti-Islam-Kurs. Versöhnungsgesten in die Mitte mache er nicht mehr. Wilders nutze gezielte Provokationen, um mediale Aufmerksamkeit zu generieren.

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Wilders liegt in den Umfragen vor der Niederlande-Wahl 2025 erneut an der Spitze

Doch Wilders, der den Islam und die EU ablehnt, dürfte auch nach dieser Niederlande-Wahl kaum Chancen haben, Regierungschef zu werden – selbst bei einem erneuten Triumph an den Urnen. Nachdem er im Juni im Streit über die Asylpolitik das Regierungsbündnis hatte platzen lassen, schlossen die großen Parteien jede Zusammenarbeit mit Wilders aus. Sie werfen ihm vor, den Bruch der bisherigen Koalition bewusst provoziert zu haben.

„Wie können Sie den Niederlanden das antun?“, empörte sich im Sommer beispielsweise die Vorsitzende der mitregierenden liberalen VVD-Partei, Dilan Yesilgöz, und bezeichnete den Schritt von Wilders als „äußerst unverantwortlich“. Eine wichtige Kraft in der niederländischen Politik wird Wilders dennoch bleiben: Seine rechtspopulistische PVV liegt in den aktuellen Umfragen vor der Niederlande-Wahl 2025 erneut an der Spitze.

Niederlande-Wahl 2025: Geert Wilders im Biogramm

NameGeert Wilders
Geboren6. September 1963
GeburtsortVenlo
ParteiPartij voor de Vrijheid
EhepartnerinKrisztina Wilders (verh. 1992)
ElternMaria Anne Ording, Johannes Henricus Andreas Wilders
GeschwisterPaul Wilders

Stimmung vor der Niederlande-Wahl 2025 laut Experte „relativ mies“

Die politische Landschaft der Niederlande ist von extremer Zersplitterung gekennzeichnet. „Wir haben 17 Parteien im Parlament. An der Wahl nehmen sogar 27 Parteien teil“, erklärt Pekelder die Situation. Mit einer fehlenden Sperrklausel ist die Bildung stabiler Regierungen eine Herausforderung. Diese Situation führt zu komplexen Koalitionsverhandlungen und häufigen Regierungswechseln. Pekelder sieht darin einen Grund für den schwindenden Einfluss der Niederlande in Europa. „Wir verlieren in Europa sehr stark an Einfluss. Wir werden nicht mehr ernst genommen“, warnt er und fügt hinzu: „Wir bekommen es nicht auf die Reihe, Geld aus Brüssel abzurufen, das uns zusteht.“

Die Stimmung im Land ist laut Pekelder „relativ mies“, mit einer wachsenden Desillusionierung der Wähler. Viele Bürger glauben nicht mehr daran, dass Politiker das Beste für das Land wollen, was den Aufstieg neuer Parteien begünstigt. „Viele glauben, sie seien nur mit sich und den Gegnern beschäftigt“, beschreibt Pekelder die Wahrnehmung der Politiker durch die Bevölkerung. „Ich neige nicht zum Dramatisieren, aber ich hoffe, dass wir an einem Wendepunkt stehen“, sagt Pekelder und unterstreicht damit die Dringlichkeit politischer Veränderungen. (Quellen: n-tv, AFP) (cs)

Rubriklistenbild: © Mouneb Taim/Imago

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