Bröckelnde Beziehung?

Wegen Gaza-Hungernot: Trump sieht MAGA-„Hass“ gegen Israel

Das Weiße Haus reagiert mit Unmut auf den Gaza-Konflikt. Trump ist beunruhigt: Der Hass gegen Israel steigt. Die MAGA-Bewegung ist gespalten.

Washington, D. C. – Der Gaza-Konflikt sorgt für Frust im Weißen Haus. Das Versprechen des US-Präsidenten Donald Trump für einen schnellen Waffenstillstand konnte nicht erfüllt werden, die Verhandlungen brechen ab. Bilder der Hungernot im Gazastreifen verstärken wohl die Israel-Kritik, auch unter Republikanern.

„Meine Leute fangen an, Israel zu hassen“, warnte Trump kürzlich einen angeblich prominenten jüdischen Spender, wie ein regelmäßig mit der US-Regierung in Kontakt stehender Nahostexperte der Financial Times berichtete. Er sprach unter der Bedingung der Anonymität.

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Bilder der Gaza-Hungersnot erreichen Republikaner: Bröckelt die enge Beziehung zwischen Trump und Netanjahu?

Am Montag (28. Juli) sagte die Republikanerin Marjorie Taylor Greene, die Geschehnisse im Gazastreifen glichen einem „Genozid“. Sie ist nicht die erste, die diese Kritik äußert, allerdings häufen sich Antisemitismus-Vorwürfe gegen Greene. Es gäbe eine „echte Hungersnot“ im Gaza, meinte Trump am selben Tag, kurz nachdem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dies „eine dreiste Lüge“ genannt hatte.

Es ist ein Bruch nach Monaten einer sehr engen Beziehung zwischen der US-Regierung und Israels Regierung. Netanjahu hatte Trump noch kurz nach dessen Amtseinführung als „den besten Freund, den Israel je im Weißen Haus hatte“ gelobt. Anfang Juli schlug Israels Premier den Republikaner für den Friedensnobelpreis vor. Trump war damals noch optimistisch, was einen Waffenstillstand angeht. Beide Regierungsoberhäupter feierten allerdings auch Fortschritte bei ihren Umsiedlungsplänen für den Gazastreifen.

Bröckelt die Beziehung zu Netanjahu? Donald Trump warnt vor Ressentiments in seiner US-Regierung (Symbolbild).

Israels Offensive verstärkt: Womöglich letzte Chance vor neuen US-Wahlen nutzen

Jon Hoffman, Nahost-Analyst am klassisch liberalistischen Cato-Institut in Washington, vermutete gegenüber der Financial Times, dass die veränderte Stimmung in den USA der Grund sei, warum Israel seine Angriffe intensiviert habe. Israels Beamte „sehen die Schrift an der Wand“ und wollten ihre Chance nutzen, bis eine zukünftige US-Wahl die Situation weiter transformiere..

Zuvor hatten sich die USA und Israel aus Verhandlungen in Katar zurückgezogen. US-Präsident Donald Trump sagte laut BBC, dass die Hamas „nicht wirklich einen Deal“ über einen neuen Waffenstillstand im Gazastreifen und der Freilassung von Geiseln machen wolle. „Ich denke, sie wollen sterben.“

Eklat zwischen Trump und Netanjahu wohl unwahrscheinlich – Gaza-Konflikt polarisiert Republikaner

„Wird es jemals zu einem Eklat zwischen Israel und Trump kommen?“, fragte der anonyme Nahost-Analyst. „Das glaube ich nicht. Aber es gibt Leute im Weißen Haus, die beobachten, wie sich dieses Narrativ im rechten Flügel, in der MAGA-Welt, entwickelt, das sehr antiisraelisch und sehr antijüdisch ist.“

Israel-Kritik muss nicht per se ein Existenzrecht von Israel infrage stellen oder antisemitisch sein. Wenn solche Ansichten dahinter stecken, wird es allerdings problematisch. Über einige Mitglieder der US-Regierung war allerdings schon vor der Amtseinführung bekannt, dass ihnen Antisemitismus vorgeworfen wird. Radikale Aussagen gibt es bei Republikanern allerdings auch in die andere Richtung, zum Beispiel wenn ein Kongress-Republikaner forderte: „Hungert weiter“. Deutlich wird: Der Konflikt mit Israel polarisiert unter den Republikanern – bis ins menschenfeindliche Extrem.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Proklamation des Staates Israel
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Operation Yoav
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Konstruierter Konflikt? US-Botschafter in Israel gibt Medien Schuld – Neue Gaza-Hilfen nur temporäre Lösung

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, verneinte laut der Times of Israel ein Auseinanderdriften von Trump und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. „Das Problem liegt bei den Medien, die eine anti-israelische Botschaft verbreiten wollen, aber das ist eine falsche Botschaft“, sagte Huckabee.

Sollte die Grundlage für das Ressentiment gegen Israel wirklich die Hungersnot sein, könnten die kürzlichen humanitären Hilfen die Israel-Kritiker womöglich zumindest temporär befriedigt haben. Die Luftbrücke sei allerdings größtenteils „Aktionismus“, meinte Ralf Südhoff, Experte für humanitäre Hilfe, im Interview mit der ARD. Versorgungsunsicherheit, akute Mangelernährung mit teils irreversiblen Schäden und eine weitere Blockade von Gaza-Hilfen auf dem Landweg verhinderten, dass zur Hungersnot im Gazastreifen Entwarnung gegeben werden könne. Der Druck auf Israel steigt. (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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