G20-Gipfel in Miami
„Wäre ziemlich hilfreich”: Trump will Putin zu G20-Gipfel einladen
Kommt Kremlchef Putin zum G20-Gipfel in die USA? Donald Trump bringt genau das jetzt ins Spiel und rüttelt damit an roten Linien.
US-Präsident Donald Trump würde eine Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin am G20-Gipfel für „ziemlich hilfreich“ halten, wie er am Donnerstag (23. April) auf die Frage eines Reporters in Washington sagte. „Ich bin der Meinung, dass man mit jedem reden sollte“, so Trump weiter. Eine konkrete Einladung liege aber derzeit nicht vor, ergänzte der US-Präsident, und betonte, Zweifel zu haben, ob Putin überhaupt kommen würde. Die Washington Post hatte zuvor unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet, dass Washington eine solche Einladung Putins plane.
Der nächste G20-Gipfel findet im Dezember in Miami im US-Bundesstaat Florida statt. Seit der russischen Invasion in die Ukraine im Jahr 2022 ist Kremlchef Putin diplomatisch isoliert. Eine Einladung des russischen Präsidenten dürfte daher bei vielen westlichen Ländern auf Widerstand stoßen. Trump hingegen steht dem Kremlchef nicht so kritisch gegenüber und zeigte in der Vergangenheit sogar Bewunderung für Putin. So bezeichnete er etwa dessen Vorgehen im Ukraine-Krieg in einer Radio-Sendung als „genial“ und „schlau“. Zudem lud er den Kremlchef im vergangenen Jahr zu Ukraine-Friedensverhandlungen nach Alaska ein – allerdings ohne Ergebnis. Es war Putins erster Besuch in den USA seit 2007 außerhalb der Vereinten Nationen.
Warum Russland zuletzt an Verhandlungsmacht gewonnen hat
Die G20-Staaten sind die Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer der Welt, zu denen formal auch Russland zählt. Kremlchef Putin kam seit 2019 jedoch zu keinem Gipfel persönlich. Der frühere US-Präsident Joe Biden hatte sich nach Beginn des Ukraine-Kriegs für einen Ausschluss Russlands ausgesprochen. Bei der G8 ist Russland bereits seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 nicht mehr dabei. Seither tagt die Runde als G7. Zuletzt hatte sich Putins Verhandlungsposition gestärkt: Seit dem Beginn des Iran-Kriegs profitierte Moskau von steigenden Ölpreisen sowie der Aufhebung von Sanktionen. Allein im April konnte Russland seine Öleinnahmen verdoppeln, wie Berechnungen von Reuters zeigen.
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Auch geopolitisch hat Moskau seine Position verbessert: Indien und China, die größten Ölabnehmer aus der Golfregion, sehen aufgrund der Unsicherheiten durch die Blockade der Straße von Hormus nun russisches Öl als „unverzichtbar“, wie die US-Denkfabrik Carnegie formulierte. Berichten von Politico zufolge soll Russland den USA angeboten haben, Geheimdiensthilfe für den Iran einzuschränken, wenn Washington seine Zusammenarbeit mit der Ukraine reduziert. Moskau wies diese Berichte jedoch zurück.
Laut Reuters arbeitet Russland weiterhin eng mit dem Iran zusammen. Neben Satellitenbildern gebe es auch eine enge Zusammenarbeit von iranischen und russischen Hackern, hieß es. Dennoch will Trump den Kremlchef nun also womöglich zum G20-Gipfel einladen. Keine Einladung bekommt hingegen offenbar der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa. Der angebliche Grund: Es gäbe Rassismus gegen Weiße in Südafrika, behauptet Trump, was Pretoria jedoch zurückwies. (Quellen: Washington Post, Reuters, AFP) (bme)
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