Zweifel an Expertise

Chaos um Richterwahl: SPD will plötzlich Bundestagssitzung unterbrechen

Die Union will die Richter-Wahl von Brosius-Gersdorf unterbinden.
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Die Union will die Richter-Wahl von Brosius-Gersdorf unterbinden.

Eigentlich sollte sich Juristin Frauke Brosius-Gersdorf der Wahl im Bundestag stellen. Doch es gibt Zweifel an ihrer Expertise und Plagiatsverdacht.

Update vom 11. Juli, 9.40 Uhr: Die SPD will die laufende Bundestagssitzung zur Wahl der neuen Richterstellen im Bundesverfassungsgericht unterbrechen. Grund ist, dass die Union die Wahl der von den Sozialdemokraten vorgeschlagenen Juristin Frauke Brosius-Gersdorf wegen Plagiatsverdacht streichen will. Um etwa 10.30 Uhr soll es ein Treffen der SPD-Fraktion zur Krise rund um die Wahl geben, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Bundesverfassungsgericht: Union will Wahl von Brosius-Gersdorf im Bundestag streichen

Erstmeldung: Im Ringen um die Neubesetzung der drei Richterstellen am Bundesverfassungsgericht droht die Union dem Koalitionspartner SPD mit Enthaltung – sollte die Abstimmung von Brosius-Gersdorf nicht abgesetzt werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern einer Sondersitzung der Unionsfraktion vor den für Freitag geplanten Wahlen. Die Wahl der beiden anderen Bewerber für die Richterstellen beim Bundesverfassungsgericht, Ann-Katrin Kaufhold und Günter Spinner, solle weiter stattfinden.

Der Bundestag sollte am Freitag über drei freiwerdende Stellen beim Bundesverfassungsgericht befinden. Die SPD hatte dafür zwei Kandidatinnen vorschlagen, Brosius-Gersdorf und die Rechtswissenschaftlerin Ann-Katrin Kaufhold, die Union den bisherigen Richter am Bundesarbeitsgericht, Günter Spinner. Gegen Brosius-Gersdorf gab es schon in den vergangenen Tagen massive Vorbehalte in der Union. Grund war insbesondere ihre liberale Haltung zum Thema Abtreibung.

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Bundesverfassungsgericht: Union zweifelt an fachlicher Expertise von Brosius-Gersdorf

Der Unionsfraktionsvorsitzende Jens Spahn und Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) hätten der SPD die Entscheidung mitgeteilt, die Wahl von Brosius-Gersdorf abzusetzen, hieß es aus der Unionsfraktion. Die fachliche Expertise sei ein „zentrales Argument für die Wahl der Kandidatin. Eine angehende Verfassungsrichterin muss über jeden Zweifel erhaben sein.“

Die Bild-Zeitung berichtete, Plagiatsjäger in der Doktorarbeit von Brosius-Gersdorf seien „23 Verdachtsstellen auf Kollusion und Quellenplagiate“ gefunden worden. Der CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch sagte Bild, die Doktorarbeit der Juristin und die Habilitationsschrift ihres Ehemannes enthielten „fast identische Passagen“. Auch Zitierfehler seien „in beiden Werken identisch“. (bb mit Agenturen)

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