„Biblisch sanktionierter“ Krieg
US-Soldaten klagen über Kriegsbegründung: Trump „von Jesus gesalbt“?
US-Militärführer predigen in Briefings die biblische Endzeit und verkaufen den Iran-Krieg als göttlichen Auftrag für die Rückkehr des Messias.
Ein brisanter Vorwurf erschüttert das US-Militär: Kommandeure sollen den Iran-Krieg als göttlichen Auftrag für die Endzeit verkaufen. Über 110 Soldaten haben sich bei einer Bürgerrechtsorganisation beschwert – sie werfen ihren Vorgesetzten vor, Religion als Kriegspropaganda zu missbrauchen. Der Fall zeigt das Ausmaß der christlichen Missionierung unter Verteidigungsminister Pete Hegseth.
Ein Kommandeur einer Kampfeinheit erklärte demnach seinen Unteroffizieren am Montag, der Iran-Krieg sei Teil von Gottes Plan. „Präsident Trump wurde von Jesus gesalbt, um das Signalfeuer im Iran zu entzünden, um Armageddon zu verursachen und seine Rückkehr zur Erde zu markieren“, zitiert Journalist Jonathan Larsen aus der Beschwerde eines Unteroffiziers.
Religiöse Propaganda zu Iran-Krieg: Welle von Beschwerden aus 30 Militärbasen
Der Soldat wandte sich demnach stellvertretend für 15 Kameraden an die Military Religious Freedom Foundation (MRFF). Unter den Beschwerdeführern seien elf Christen, ein Muslim und ein Jude. Seit Kriegsbeginn am Samstag ist die MRFF mit Beschwerden „überflutet“ worden. Mehr als 110 Soldaten aus über 40 verschiedenen Einheiten und mindestens 30 Militärbasen haben sich gemeldet.
„Diese Anrufe haben eine verdammte Gemeinsamkeit; unsere Klienten berichten von der uneingeschränkten Euphorie ihrer Kommandeure darüber, wie dieser neue ‚biblisch sanktionierte‘ Krieg eindeutig das unbestreitbare Zeichen für das schnelle Herannahen der fundamentalistisch-christlichen ‚Endzeit‘ ist“, erklärt MRFF-Präsident Mikey Weinstein.
Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten




Krieg im Iran: Hegseth macht Pentagon zur Kirche
Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das Militär systematisch christianisiert: Der ehemalige Fox-News-Moderator hält regelmäßige Gebetsdienste im Pentagon ab, die bereits zu „Dutzenden von Beschwerden“ geführt haben. Bei einer christlichen Konferenz verkündete Hegseth: „Solange ich atme, verpflichte ich mich, dass wir niemals irgendeiner Gruppe erlauben sollten, uns zum Schweigen zu bringen, wenn wir die Wahrheit sprechen: Christus ist König“.
Die religiöse Indoktrination geht über Kriegsrhetorik hinaus. Soldaten berichten, sie würden gedrängt, den propagandistischen „Melania“-Film zu sehen. Wer sich weigert, landet auf einer Liste als „nicht-konform“. „Man braucht keine Beweise für Vergeltung, um Fehler zu finden, wenn der Leiter einer Regierungsbehörde seine Angestellten zu Gebetsdiensten einlädt. Das ist von Natur aus diskriminierend“, klagt ein Auftragnehmer des Pentagon.
USA unter Trump: Verfassungsbruch wird zur Routine
Weinstein warnt vor einer fundamentalen Verschiebung: „Wenn man anfängt, das Militär als Prätorianergarde zu betrachten, die Caesar und nicht der Verfassung dienen soll, ist etwas Grundlegendes schiefgelaufen.“ Die MRFF hält die Soldaten anonym, um Vergeltungsmaßnahmen zu verhindern. Das Pentagon äußerte sich bislang nicht zu den schwerwiegenden Vorwürfen systematischer Verfassungsbrüche. (Quellen: Jonathan Larsen, Military Religious Freedom Foundation) (cgsc)
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