Bomben auf Verdacht

US-Militär in Venezuela: Trumps Militär soll versehentlich Fischer getötet haben

Donald Trumps maritimer Drogenkrieg ist rechtlich fragwürdig. Neben Venezuela erhebt nun auch Kolumbiens Präsident schwere Vorwürfe gegen die USA.

Caracas/Port of Spain – Donald Trump lässt seit Wochen Angriffe auf Boote in karibischen Gewässern durchführen. Sein Ziel: die Bekämpfung der Drogenkartelle und linken Regierungen wie jene in Venezuela unter Nicolás Maduro. Aufnahmen der Angriffe zeigen immer das gleiche Bild: kleine Boote im weiten Meer, die explodieren wie Streichhölzer. Mindestens sechs Boote wurden bisher versenkt. Ob es sich bei den Opfern tatsächlich um Drogenhändler handelt? Zweifel daran häufen sich inzwischen.

US-Präsident Donald Trump und Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro verkörpern zwei gegensätzliche Weltanschauungen.

Trotz Zensur in Sozialen Medien machen immer mehr Familienangehörige auf das Verschwinden von Angehörigen aufmerksam. Etwa Lenore Burnley, Mutter von Chad Joseph, ein 26-Jährigen aus Trinidad und Tobago, der als Fischer zwischen Trinidad und Venezuela arbeitete. Wie Burnley gegenüber der New York Times sagte, sei sie sicher, dass ihr Sohn sich auf dem in internationalen Gewässern abgeschossenen Boot befand. Das Seerecht, verlange von den Behörden, ein Boot anzuhalten und abzufangen, „und nicht, es einfach in die Luft zu sprengen“, sagte sie.

„US-Regierungsbeamte haben einen Mord begangen“ – Kolumbiens Präsident beschuldigt Trump

Aus Kolumbien kommt heftige Kritik: Staatsoberhaupt Gustavo Petro verurteilte das Vorgehen der Vereinigten Staaten und beschuldigte am Samstag den US-Präsidenten Donald Trump direkt, unschuldige Zivilisten zu töten. Laut Petro sei ein kolumbianischer Fischer namens Alejandro Carranza unter den Todesopfern – und dies sei zudem in kolumbianischen Hoheitsgewässern geschehen. „US-Regierungsbeamte haben einen Mord begangen und unsere Souveränität in Hoheitsgewässern verletzt“, schrieb Petro dazu auf der Plattform X. 

Die USA rechtfertigen die Militäroperationen damit, dass sie gegen Drogenkartelle vorgehen. Trump beschuldigt den kolumbianischen Präsidenten selbst in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwischen den USA und Kolumbien massiv verschlechtert. Am Sonntag gab Trump die sofortige Einstellung der US-Finanzhilfen an das südamerikanische Land bekannt. Er begründete dies damit, dass Petro trotz „umfassender Zahlungen und Zuschüsse von den USA“ nichts tue, um die Kokainproduktion in seinem Land zu unterbinden.

Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas

Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik.
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort.
Kämpferisch: Venezueles Präsident Hugo Chavez.
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert.
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Mann aus Ecuador überlebt US-Angriff auf ein mutmaßliches „Drogenschmuggel-U-Boot“

Am Samstag waren zwei überlebende Insassen eines U-Boots mit angeblicher Drogenfracht, welches das US-Militär in der Karibik angegriffen hatte, an ihre Heimatländer überstellt worden. Trump hatte den Angriff auf das U-Boot, bei dem zwei Menschen getötet wurden, bereits am Freitag bekanntgegeben. Die beiden überlebenden Besatzungsmitglieder waren in ihre Heimatländer Ecuador und Kolumbien überstellt worden. Das laut Trump „sehr große“ U-Boot habe sich auf einer bekannten Drogenschmuggel-Route in Richtung USA befunden.

In Ecuador ist inzwischen ein Mann auf freien Fuß gesetzt worden, der einen US-Angriff auf ein mutmaßliches „Drogenschmuggel-U-Boot“ überlebt hatte. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Quito am Montag (Ortszeit) mitteilte, lagen gegen den Mann „keine Informationen über eine Straftat“ vor, daher könne er nicht festgenommen werden.

Donald Trump greift seit Wochen illegal Boote angeblicher Drogenkartelle an

Trump hatte vor einigen Wochen Kriegsschiffe in die Karibik entsandt, die nach seinen Angaben den Drogenschmuggel bekämpfen sollen. Dabei griffen die US-Schiffe mehrfach kleine Boote an, die angeblich Drogen transportierten. Insgesamt wurden bei den bisherigen US-Angriffen auf mutmaßliche Drogenboote 32 Menschen getötet. Internationale Beobachter stufen die Angriffe der USA als illegal ein.

Der US-Militäreinsatz in der Karibik hat insbesondere die Spannungen zwischen den USA und Venezuela erheblich verschärft. Trump wirft dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro vor, Drogenbanden zu kontrollieren. Maduro weist Trumps Vorwürfe entschieden zurück. Den US-Militäreinsatz in der Karibik prangert er als Bedrohung für Frieden und Stabilität der Region an. (Quellen: AFP, New York Times, TAZ, Tagesspiegel) (lm)

Rubriklistenbild: © JIM WATSON FEDERICO PARRA/AFP

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